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SC Langenthal: Es liegt nicht nur an der ersten Linie

Der SC Langenthal muss im Playoff-Final ohne seinen verletzten Kanadier Jeff Campbell auskommen. Seine Absenz macht sich zum Auftakt der Serie gegen Rapperswil-Jona bemerkbar – doch gefordert sind auch die anderen Blöcke.

Traf auch als Stürmer der ersten Linie: Arnaud Montandon gehört neu der Paradeformation des SC Langenthal an.
Traf auch als Stürmer der ersten Linie: Arnaud Montandon gehört neu der Paradeformation des SC Langenthal an.
Leroy Ryser

Der Sturm mit Stefan Tschannen, Jeff Campbell und Brent Kelly ist seit Jahren die stärkste erste Linie der National League B. Mit wenigen Ausnahmen (beispielsweise in den aktuellen Playoffs) sind die drei in den Top 10 der Skorerliste anzutreffen, nicht selten in den Top 5.

Nun muss sich die Formation neu (er)finden. Denn seit rund zweieinhalb Spielen kann Campbell nicht mehr mittun, nachdem er im Mitteldrittel des vierten Spiels gegen den HC Ajoie verletzt ausgeschieden ist. Er warf sich bei doppelter Unterzahl in einen Schuss von Jordane Hauert, dabei brach seine Kniescheibe. Die Saison ist für den Kanadier beendet.

Ein Ersatzausländer wurde vom SC Langenthal aus wirtschaftlichen Überlegungen nicht verpflichtet. Arnaud Montandon wurde in die erste Linie befördert. Diese drehte nach dem Ausfall von Campbell einen 2:3-Rückstand in einen 4:3-Sieg nach Verlängerung, Montandon war an beiden Toren beteiligt. Im darauf folgenden fünften Spiel gelang der ersten Linie das 1:0, Montandon lieferte den Assist, das Spiel endete 3:1, Langenthal erreichte den Final.

Zweitbester Playoff-Skorer

Zum Auftakt der Finalserie gegen die Rapperswil-Jona Lakers blieb es bei dieser Linienzusammenstellung. Erneut traf die erste Formation, Montandon war am Treffer beteiligt, das zweite Tor fiel in Überzahl durch die erste Powerplayformation. Insgesamt zeigte sich der SCL gegen die St. Galler aber zu wenig effizient, die Partie ging leistungsgerecht 2:5 verloren.

Der SCL-Paradesturm weist in der neuen Formation durchaus gute statistische Werte auf. In den rund 2,5 Spielen in der ersten Linie erreichte Montandon 4 Punkte (davon einen im Powerplay), fast so viele wie Jeff Campbell (1 Tor, 4 Assists), in knapp 7,5 Spielen ist Montandon mit 11 Punkten (4 gegen Thurgau, 6 gegen Ajoie, 1 gegen die Lakers) nach Stefan Tschannen (12 Punkte) der zweitbeste Skorer in den Reihen der Oberaargauer, der Kanadier Brent Kelly kommt auf 10.

Seit Campbells Ausfall erzielte die erste Linie drei Tore (unter steter Beteiligung Montandons). Den drei anderen Linien gelangen in dieser Zeit zwei Treffer, dazu kommen zwei Tore in Überzahl (zweimal Kelly) und einer in Unterzahl (Dario Kummer).

Lücke kann gefüllt werden

«Jeff Campbell fehlt, der zweite Ausländer würde in jedem Team fehlen», sagt SCL-Captain Stefan Tschannen. «Auch mit Montandon machten wir gegen Rapperswil das ganze Spiel über viel Druck, jetzt müssen wir nur noch die Tore machen», bilanzierte Tschannen nach dem verlorenen Auftakt gegen die St. Galler.

Philipp Rytz, Verteidiger im ersten Abwehrpaar, sagt, der SCL ver­füge über genug gute Spieler, die Campbell zwar nicht ersetzen, aber die Lücke füllen könnten.

«Jeder muss einen Schritt mehr machen. Montandon macht das gut.» Es sei ein Unterschied, jetzt mit ihm in der Linie zu spielen, sagt Tschannen, «aber er macht es gut, ich schaue positiv nach vorn. Wir müssen einfach viel disziplinierter sein.»

Er fühle sich sehr gut und gebe sein Bestes, sagt Montandon selbst. «Es bleibt Eishockey. Jetzt sind wir drei zusammen, und das geht. Gegen die Lakers haben wir zwei Tore erzielt und drei gegen Ajoie. Das macht fünf Treffer in drei Spielen. Wir kommen immer besser ins Rollen.»

Die erste Linie muss sicherlich noch – wenn sie in dieser Konstellation bleibt – Harmonie, Stilsicherheit und Automatismen finden, gefordert sind jedoch insbesondere auch die drei anderen Formationen der Langenthaler.

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