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S wie stilsicher, C wie cool, B wie bärenstark

Der SC Bern gewinnt auch den achten Ernstkampf in der noch jungen Saison. Lugano wird beim 4:0-Sieg von A bis Z dominiert.

Mark Arcobello erzielt im Getümmel den 1:0 Führungstreffer gegen den HC Lugano.
Mark Arcobello erzielt im Getümmel den 1:0 Führungstreffer gegen den HC Lugano.
Raphael Moser
Der Amerikaner bejubelt seinen ersten Saisontreffer.
Der Amerikaner bejubelt seinen ersten Saisontreffer.
Raphael Moser
Gaëtan Haas kontrolliert die Scheibe vor Julian Walker.
Gaëtan Haas kontrolliert die Scheibe vor Julian Walker.
Raphael Moser
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Und dann fällt er doch noch, der erste sehenswerte Treffer des SC Bern in der Meisterschaft 2018/2019. Nach rund 158 gespielten Minuten bezwingt Tristan Scherwey Elvis Merzlikins, den lettischen Goalie des HC Lugano, mit einem präzisen Schuss in die linke obere Torecke. Das 2:0 bildet den Abschluss einer gut 30-sekündigen Phase des Spektakels.

Zuerst schnappte sich Mark Arcobello in Unterzahl die Scheibe und sprintete trotz müder Beine nach vorne. Der Amerikaner versuchte, für den von der Strafbank gekommenen Thomas Rüfenacht aufzulegen, doch der kurze Rückpass misslang. Der Konter der Tessiner wurde im Keim erstickt, worauf Augenblicke später Gaëtan Haas zu einer Grosschance kam. Der Center liess sie aus, aber den Kopf nicht hängen: Kurz darauf bediente er Scherwey, der dann auch traf.

Es ist eine ungewöhnliche Sequenz, denn ansonsten kontrolliert die Mannschaft Kari Jalonens das Geschehen von A bis Z souverän und lässt keine Hektik aufkommen. Nach dem 4:0-Sieg stellt sich folgende Frage: Waren die Tessiner so harmlos, oder die Berner derart gut? «Es war wohl eine Mischung aus beidem», antwortet SCB-Captain Simon Moser. «Wir haben unser Spiel 60 Minuten lang durchgezogen, und von den Luganesi kam ziemlich wenig, sie fanden gegen uns kein Rezept.»

Die Berner erzeugten anfänglich viel Druck, vermochten die klare Dominanz vorerst allerdings nicht in Topchancen umzumünzen. In der 11. Minute fiel das 1:0 dennoch; Arcobello (er erzielte später auch noch das 3:0) lenkte mit dem Körper den Puck ins Tor. Ein weiteres SCB-Tor der Marke «hässlich, aber wertvoll».

Vier funktionierende Linien

In der Defensive kontrollierten die Berner den Playoff-Finalisten der Vorsaison souverän; bei personellem Gleichstand war Lugano kaum je gefährlich. Die Absicherung nach hinten klappte also auch am Dienstag vorzüglich, daran änderten drei umgestellte Sturmlinien nichts: Mursak agierte für den verletzten Kämpf neben Ebbett und Rüfenacht, Bieber nahm Mursaks Platz neben Arcobello und Moser ein, der zuvor gesperrte Sciaroni agierte mit Haas sowie Scherwey. Unverändert war die vierte Formation (Grassi/Heim/Alain Berger), die erneut ausgezeichnet harmonierte und sich nicht damit begnügte, die Pflichten in der Defensive zu erfüllen.

Will man etwas kritisieren, muss man das Powerplay erwähnen: In Überzahl läuft die Scheibe noch nicht wie gewünscht, gute Möglichkeiten sind daher Mangelware. «Im Powerplay ist der Wurm drin», gibt Moser zu. «Wir trainieren es jede Woche, doch solange wir auch ohne Powerplay-Tore gewinnen, stehen wir noch nicht unter Druck.»

Und gewinnen tun die Mutzen derzeit, Abend für Abend. Acht Ernstkämpfe hat der SCB in der noch jungen Saison bestritten und alle für sich entschieden (4 Champions Hockey League, 1 Cup, 3 National League). In der Meisterschaft hat der starke Keeper Leonardo Genoni erst einen Treffer zugelassen, und da befand sich sein Team in Unterzahl.

Der S steht momentan in Bern nicht für Spektakel, aber das derzeitige SCB-Hockey lässt sich derzeit folgendermassen beschreiben: S wie stilsicher, C wie cool und B wie bärenstark. Am Freitag treffen die Mutzen nach den Duellen mit dem Meister, dem Kantonsrivalen und dem Playoff-Finalisten auf Rapperswil-Jona. Ob sie auch gegen den Aufsteiger derart diszipliniert spielen werden?

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