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SCB mit Niederlage zum Jahresende

Der Meister lässt beim Finalisten Zug am Schluss viele Chancen aus und verliert 0:1.

Der Siegtreffer: Zugs Carl Klingberg bezwingt Tomi Karhunen.
Der Siegtreffer: Zugs Carl Klingberg bezwingt Tomi Karhunen.
Keystone

Nein, es war den Spielern noch nicht nach Bescherung. Fünf Minuten waren in Zug noch zu spielen, 1:0 führte der Gastgeber, und der SCB drängte vehement und mit viel Playoff-Intensität auf den Ausgleich. Vincent Praplan verpasste in Überzahl freistehend, zwei Minuten vor Schluss auch Simon Moser, und als nur noch eine Zeigerumdrehung fehlte, brachte der SCB-Captain den Puck wiederum nicht an seinem ehemaligen Teamkollegen Leonardo Genoni vorbei. 30 Sekunden vor der Schlusssirene war die Reihe schliesslich an Thomas Rüfenacht.

Es folgten noch einige kleinere persönliche Abrechnungen und zehn Sekunden vor Spielende ein letztes Bully für den SCB in der Offensivzone. Der Ertrag blieb aber wie während der gesamten Partie gleich null, und so konnten die EVZ-Fans unter den 7200 in der ausverkauften Bossard-Arena jubeln. «Wir haben noch einmal alles nach vorne geworfen», bilanzierte SCB-Verteidiger Ramon Untersander, «und auch noch einmal einige Chancen kreiert, aber es hat nicht mehr gereicht.»

So entschied letztlich das 1:0 von Carl Klingberg. Der Zuger Schwede setzte im Powerplay nach einem der seltenen Abpraller des finnischen Goalies Tomi Karhunen gedankenschnell nach. Der EVZ hatte in den ersten beiden Dritteln fast acht Minuten in nummerischer Überzahl ungenutzt verstreichen lassen, 34 Sekunden davon sogar in doppelter Überzahl.

Kein Vergleich zu November

Als die beiden Teams am 2. November zuletzt aufeinandergetroffen waren, stand das Spiel noch unter der Affiche Not gegen Elend. Es duellierten sich die Playoff-Finalisten der Vorsaison, aber auch jene Teams, die bis dahin ligaweit am stärksten unter den Erwartungen geblieben waren. 3:0 führte der SCB in der Postfinance-Arena nach 10 Minuten, musste das Eis aber letztlich doch nach Penaltyschiessen als Verlierer verlassen (4:5).

53 Tage später gemahnte nichts mehr an jenen Abend: Bei Bern ist Goalie Niklas Schlegel längst nach Lugano weitergezogen, und das Team hat in allen Belangen zu deutlich grösserer Stabilität zurückgefunden und mit Karhunen auch einen sicheren Rückhalt zwischen den Pfosten. Seit dem Debüt des Finnen hatten die Berner in allen sieben Spielen gepunktet.

Noch extremer aufwärts zeigte die Formkurve jüngst in Zug: 26 Punkte totalisierte das Team von Dan Tangnes seither in elf Spielen – sieben mehr als der SCB – und die als Transfersieger und Meisterkandidat Nummer 1 bezeichneten Zentralschweizer haben in dieser Zeit ihr Pflichtenheft um die Aufgabe «konsequente Erledigung der Defensivarbeiten» erweitert. «Beide Teams haben aus jener Saisonphase die richtigen Schlüsse gezogen und sind jetzt klar stärker als damals», sagt Untersander.

So entwickelte sich eine animierte und temporeiche Begegnung: Vincent Praplan und Simon Moser hatten schon vor Ablauf der dritten Spielminute erste Chancen, später verpasste auch Andrew Ebbett knapp. In keiner Spielphase war zu merken, dass die beiden Teams 12 Punkte und 28 Tore trennten und der EVZ zudem zwei Spiele weniger ausgetragen hat.

Die beiden Niederlagen gegen Ambri und Zug lassen sich aus SCB-Sicht auch an einer Tatsache festmachen: Wer in 125 Spielminuten kein Tor bei fünf gegen fünf erzielt, kann nur schwerlich gewinnen. Dank der vorherigen fünf Siege de suite verbringt das Team von Kari Jalonen den Jahreswechsel immerhin über dem Strich. Diese jüngste Hausse beeinflusst auch Untersanders Zwischenzeugnis: «Genügend waren wir in der ersten Saisonphase noch nicht, ich würde uns eine 3,5 geben.»

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