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SCB: Selbstkritik und Glückskäfer

Obwohl der SC Bern durch die Heimniederlage gegen Lugano in Rücklage geraten ist, machen die Exponenten des Meisters vor dem heutigen Match in der Resega (20.15 Uhr auf SRF 2) einen zuversichtlichen Eindruck.

Nicht liegen bleiben: SCB-Stürmer Simon Moser gibt sich vor dem heutigen Duell mit Lugano kämpferisch.
Nicht liegen bleiben: SCB-Stürmer Simon Moser gibt sich vor dem heutigen Duell mit Lugano kämpferisch.
Keystone

Am Tag nach der 2:4-Heimniederlage gegen Lugano herrscht im Team des SC Bern keine Katerstimmung. Das Team Kari Jalonens absolviert wie während der Playoffs üblich vor dem Mittag ein kurzes Eistraining.

27 Spieler sind involviert, nur Stammgoalie Leonardo Genoni darf sich eine Auszeit gönnen. Den Schwerpunkt bilden Übungen, die zu Abschlusssituationen führen. «Wir haben ein ziemlich gutes Spiel gemacht, aber unsere Chancen nicht genutzt», sagt Jalonen.

Der Finne hat bei seinem Videostudium 21 echte Tormöglichkeiten gezählt. Marco Müller sieht es ähnlich wie sein Chef. Der Stürmer stuft die Leistung als «nicht schlecht» ein, hält aber fest: «Wir müssen kaltblütiger und vor Elvis Merzlikins präsenter sein.» Es gelte, dem Lugano-Goalie heute «vor der Nase herumzutanzen, ihm die Sicht zu nehmen und ihn so zu frustrieren». Dass dies kein einfaches Unterfangen ist, weiss Müller. Die Luganesi igelten sich in der Defensive ein und stellten immer drei Mann vors eigene Tor.

Die Rolle der vierten Linie

Müller gehörte am Dienstag wie üblich der vierten Sturmlinie an. Anders als im Viertelfinal gegen Biel agierte er nicht mehr in der Mitte, sondern auf seiner angestammten Position am Flügel. Als Center fungierte der Kanadier Aaron Gagnon. Dies und die wenigen Strafen führten dazu, dass Müller und auch Alain Berger mehr Eiszeit erhielten als üblich.

«Wir kamen so viel besser ins Spiel und konnten auch in der ­Offensive ein paar Akzente setzen. Leider nutzten auch wir unsere Chancen nicht», meint Müller. Trotzdem war Jalonen mit dem Trio zufrieden. «Die drei haben einen guten Job gemacht. Wir brauchen in dieser Serie vier starke Linien.»

Am Dienstag unterlag der SCB letztlich, weil die erste Formation mit Topskorer Mark Arcobello, Thomas Rüfenacht und Simon Moser das Duell gegen das Lugano-Trio um den schwedischen Ausnahmekönner Linus Klasen verlor. Das 1:1 konnten die Berner unter Pech abbuchen, das 2:4 fiel, als Genoni sein Gehäuse verlassen hatte, doch beim 1:2 und beim 2:3 liessen sich die Gastgeber übertölpeln.

Moser sucht am Tag danach keine Ausreden. «Ja, wir haben ihnen durch Fehler zwei einfache Tore zugestanden», gibt er zu. Träfen zwei derart offensiv ausgerichtete Linien aufeinander, sei entscheidend, wer schlauer und kaltblütiger agiere, erklärt Moser und fügt ehrlich an: «Das waren im ersten Match ganz klar unsere Gegner. Das müssen und das werden wir ändern.»

Die schöne Geste eines Fans

Was der Powerflügel hingegen abstreitet, ist, dass sein Bandencheck gegen Julien Vauclair kurz nach dem 2:4 eine Frustaktion ­gewesen sei. Er ziehe sein körperbetontes Spiel bis zum Schluss durch, sagt Moser und betont, er habe Vauclair nicht unfair attackiert. «Meiner Meinung nach wäre nicht einmal eine 2-Minuten-Strafe nötig gewesen.» Sorgen macht sich der 28-Jährige trotz der Auftaktniederlage derzeit nicht. «Solange man weiss, woran es gelegen hat, ist es kein Problem.»

Etwas beunruhigt scheint hingegen ein weiblicher Fan zu sein. Jedenfalls überreicht die nette Dame jedem SCB-Spieler, der das Eis verlässt, einen Glückskäfer aus Schokolade.

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