SCL Tigers: Bissig – auch wenn der Leitwolf fehlt

Ohne den überzähligen Chris DiDomenico siegen starke SCL Tigers gegen Zug 3:0.

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Philipp Rindlisbacher

Sein Name fehlte auf der Magnetwand in der Tigers-Garderobe, an welcher die Aufstellung vor dem Aufwärmtraining abzulesen ist. Chris DiDomenico durfte die Schlittschuhe gegen Zug nicht anziehen.

Er sass im VIP-Bereich, nippte an einem Kaffee mit Sahne und war bedient. Natürlich, niemand ist gerne überzählig, aber der Kanadier schaut etwa so gerne einer Partie zu, wie ein Sumoringer Diät hält. Ohne «töipele» ging es nicht, wobei die Reaktion für den 29-Jährigen spricht: Er will nie eine Pause, er will es immer allen zeigen.

Es war das erste Mal in dieser Saison, dass Trainer Heinz Ehlers nicht auf DiDomenico setzte. Zu Beginn der Qualifikation hatte er ihm den Rücken stärken wollen, danach sicherte sich der Flügel mit starken Darbietungen den Fixplatz.

Sein Auftritt im Tatzen-Derby indes war bescheiden, wohl auch, weil er in der Altjahrswoche nicht hatte regenerieren können, mit dem Team Canada am Spengler-Cup im Einsatz gestanden war. Seine Absenz sollte nicht ins Gewicht fallen: Auch ohne den Leitwolf waren die Tigers bissig; sie verteidigten äusserst geschickt, wirkten demütig.

Kurz: Sie praktizierten beim 3:0-Erfolg jenes Eishockey, welches Trainer Heinz Ehlers verlangt. «Es war das perfekte Spiel. Unsere Leistung war hervorragend», resümierte der Däne, der eher bekannt dafür ist, nach Siegen das Haar in der Suppe zu suchen.

Erlösung und Strafenflut

Es war ein starkes Signal der Langnauer, denen die Leichtigkeit des Seins zuletzt ein wenig abhandengekommen zu sein schien. Das Toreschiessen fiel ihnen schwerer als vor Beginn der Adventszeit, als sie die Tabellenspitze hätten übernehmen können; in einigen Partien schlichen sich verhängnisvolle Schwächephasen ein.

Im Duell mit den Zentralschweizern war nach einem ereignisarmen Startabschnitt mächtig etwas los. Da war zunächst der Energieanfall von Harri Pesonen (24.), der wie ein Intercity an zwei Zugern vorbeisauste und auf Goalie Tobias Stephan loszog. Dieser parierte, der Puck landete aber direkt bei Pascal Berger, welcher aus kurzer Distanz einschieben konnte und eine lange persönliche Baisse beendete – fast 1000 Spielminuten waren seit seinem letzten Treffer vergangen.

Aber da waren auch die Emotionen, die aufkamen, ein Gerangel hier, eines dort, zeitweise sassen drei Langnauer gleichzeitig auf der Strafbank. Acht Minuten lang agierten die Tigers im Mitteldrittel in Unterzahl, unterbrochen nur von kurzen Phasen bei numerischem Gleichstand.

Die Gäste, deren Ersatztorhüter Sandro Aeschlimann auf die kommende Saison hin nach Davos wechseln wird, vermochten Damiano Ciaccio jedoch nur zweimal ernsthaft zu prüfen. «Wir warfen uns in viele Schüsse, so wie wir das zu Beginn der Saison immer gemacht hatten», lobte Ehlers.

Platz 5 und 5 Punkte Reserve

Ciaccio hielt sich auch in den letzten 20 Minuten schadlos, und seine Vorderleute agierten überaus souverän. Alexei Dostoinov (52.) sorgte mit einer der wenigen Torchancen für die Vorentscheidung, Benjamin Neukom (58.) erhöhte gar noch mit einem Treffer ins verwaiste Gehäuse. Trotz optischer Überlegenheit der Zuger liessen die Emmentaler kaum etwas zu. Sie verbesserten sich auf Rang 5, die Reserve auf den Strich beläuft sich wieder auf 5 Punkte.

Und Chris DiDomenico? Sportchef Marco Bayer hatte vor der Partie verlauten lassen, der Kanadier werde heute in Ambri wieder mittun. Heinz Ehlers aber wollte dies nicht garantieren.

Berner Zeitung

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