SCL Tigers: Da warens nur noch vier

Langnau unterliegt den ZSC Lions 1:2 nach Penaltyschiessen – und kann am Freitag grün werden.

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Marco Oppliger@BernerZeitung

Eishockeyfan-Herz – was willst du mehr? Auch nach der viertletzten Qualifikationsrunde spielen noch acht Teams um die sechs verbleibenden Playoffplätze. Und mittendrin sind die SCL Tigers. Sie hätten im Hallenstadion schon sehr nahe in den grünen Bereich kommen können – mit einem Sieg nach 60 Minuten.

Doch die Langnauer kehren nur mit einem Zähler aus Zürich zurück, sie unterliegen den ZSC Lions 1:2 nach Penaltyschiessen. «Für uns ist das ein gewonnener Punkt, wir hätten auch mit leeren Händen dastehen können», sagt Andrea Glauser.

Startfurioso überstanden

Es gab im Hallenstadion ein Spiel vor der 50. Minute. Und eines nach der 50. Minute. Im ersten Teil führten die ZSC Lions gegen die SCL Tigers 1:0 – die Führung war verdient, weil die Zürcher mehr fürs Spiel taten, sich ein Chancenplus erarbeiteten. Wobei sie das auch mussten, schliesslich ist ihr Platz in den Top 8 noch alles andere als gesichert.

Und dann gibt es den zweiten Teil, dessen Beginn Anthony Huguenins Ausgleichstor in Überzahl darstellt. Es ist ein erkämpfter Treffer, weil die Langnauer vor Huguenins Schussabgabe die Scheibe vor ZSC-Keeper Niklas Schlegel ausgraben, damit für ein Tohuwabohu im Zürcher Slot sorgen. Und der Ausgleich ist verdient, weil die Mannschaft von Arno Del Curto im letzten Drittel offensiv kaum noch in Erscheinung tritt.

Für den Grossteil der 9059 Zuschauer aber ist das 1:1 ein Schock – Zürcher Mannschaft inklusive. Nur so ist es zu erklären, dass der ZSC danach gewissermassen in Lethargie verfällt, auch in der Verlängerung kaum eine gefährliche Aktion zustande bringt.

Doch eigentlich nahm der Schweizer Meister schon im Mitteldrittel ein wenig den Fuss vom Gas. Nachdem die Emmentaler das Zürcher Startfurioso überstanden hatten, aus dem das 1:0 durch Fabrice Herzog (6.) hervorging, waren sie zumindest ebenbürtig. «Wir wussten, dass sie druckvoll starten würden», sagt Glauser, «aber wir wussten auch, dass ihre Kräfte irgendwann nachlassen werden.»

Das Problem war nur, dass die Langnauer in der Offensive dort weitermachten, wo sie am Samstag gegen Gottéron (0:1) aufgehört hatten: Sie sündigten im Abschluss. Beispiel gefällig? In der 25. Minute verpasste es Raphael Kuonen nach einem Schuss Harri Pesonens die frei liegende Scheibe im Tor unterzubringen. Acht Minuten später bot sich Aaron Gagnon nach einem Abschluss von Eero Elo eine praktisch identische Möglichkeit, doch traf er den Puck nicht richtig.

Wobei auch festgehalten werden muss, dass die Langnauer mit dem 0:1-Rückstand nach 40 Minuten gut leben konnten. Reto Schäppi nach einem kapitalen Fehlpass von Chris DiDomenico (29.) und Maxim Noreau (34.) scheiterten beide in Überzahl an Tigers-Keeper Damiano Ciaccio.

Wiederholt sich die Geschichte?

Nun also bleiben den SCL Tigers noch drei Spiele, sich das Playoff-Ticket zu sichern. Und als nächstes reisen sie am Freitag nach Rapperswil-Jona – ausgerechnet. Denn am Obersee könnte sich für sie die Geschichte wiederholen. Am 22. Januar 2011 qualifizierten sich die Langnauer dort zum ersten und bisher einzigen Mal in der Vereinsgeschichte für das Playoff. Es folgte nach der Rückkehr ins Emmental mitten in der Nacht ein rauschendes Fest.

Und die Ausgangslage ist für die Langnauer günstig, dass sie bereits am Freitag im Teletext grün eingefärbt werden. Sie müssen nach 60 Minuten gegen Rapperswil-Jona gewinnen. Gleichzeitig sollte Gottéron (spielt gegen Servette) oder die ZSC Lions, die in Bern gastieren, in der regulären Spielzeit verlieren. Somit kann der SCB also quasi Nachbarschaftshilfe betreiben.

Berner Zeitung

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