SCL Tigers überfahren Biel im Mitteldrittel

Die SCL Tigers besiegen Biel 4:0 – dank einem eindrücklichen Zwischenspurt und dem überragenden Goalie Damiano Ciaccio.

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Dominic Wuillemin

Ein Tor mehr oder weniger, darauf kommt es längst nicht mehr an, als sich die Partie in der ausverkauften Ilfishalle dem Ende nähert. So komfortabel ist die Führung der Tigers, so einseitig ist dieser mit Spannung erwartete Match verlaufen. Als der finnische Tigers-Stürmer Eero Elo, dem das wichtige 1:0 gelang, in der 52. Minute beim Stand von 4:0 einen Penalty vergibt, wird er vom Publikum dennoch frenetisch gefeiert.

Wobei: Ein Tor mehr oder weniger, mindestens für einen macht es sehr wohl einen Unterschied. Und tatsächlich: Am Ende kann Tigers-Goalie Damiano Ciaccio einen Shutout feiern, schon seinen fünften in dieser Saison. Der 29-Jährige, der nach der Verletzung von Ivars Punnenovs die uneingeschränkte Nummer 1 ist, avanciert im starken Kollektiv zur überragenden Figur. «Beeindruckend», meint Trainer Heinz Ehlers kurz und knapp dessen Leistung.

Wegweisende Szene

Es war ein Ausgang der Partie, der Stunden zuvor nicht hatte erwartet werden können. Sechs der letzten neun Partien hatten die Tigers verloren, zudem galten die Bieler als veritabler Angstgegner. Saisonübergreifend hatten sie die letzten sechs Partien gegen die Tigers allesamt gewonnen.

Und so begannen die Seeländer das Spiel, schwungvoll und überlegen. Als das erste Drittel zu Ende war, hatten sie nicht nur mehr Schüsse aufs Langnauer Tor abgeben, sie waren auch zu den besseren Gelegenheiten gekommen. Die beste vergab der wieder genesene Stürmer Fabian Lüthi, der für den kranken Damien Riat in die Aufstellung gerückt war. Er traf in der 17. Minute freistehend vor Ciaccio den Puck nicht richtig.

Es war eine Szene, die sich als wegweisend erweisen sollte. Statt mit der Führung in die Pause zu gehen, lag das Team von Trainer Antti Törmänen kurz nach Wiederbeginn in Rückstand. Topskorer Toni Rajala verlor hinter dem eigenen Tor die Scheibe, Eero Elo reagierte blitzschnell und erwischte den überrumpelten Bieler Goalie Jonas Hiller zum 1:0.

Und als die Tigers, die auf die verletzten Center Mikael Johansson und Nolan Diem verzichten mussten, wenig später erstmals im Powerplay agieren konnten, liess Captain Pascal Berger in der 27. Minute nach mustergültigen Zuspiel von Chris DiDomenico dem Torhüter aus kurzer Distanz keine Chance.

Geschockte Bieler

Es war ein Rückschlag von dem sich die Seeländer nicht erholten, sie wirkten wie gelähmt, während sich das euphorisierte Heimteam nun fast im Sekundentakt dem gegnerischen Tor annäherte. Bei Spielhälfte hatte Langnau das Skore verdoppelt. Erst verwertete Anton Gustafsson nach Pesonen-Schuss den Abpraller. 41 Sekunden später erhöhte Benjamin Neukom gar auf 4:0. Drei Tore innert knapp vier Minuten, es war ein eindrücklicher Zwischenspurt und die Zäsur.

Als sich Biels Flügel Marco Pedretti kurz vor dem zweiten Drittelsende die grosse Chance bot, seinem Team doch noch einmal Leben einzuhauchen, scheiterte er am überragenden Ciaccio. Und so feierten die Langnauer am Ende einen nicht nur deutlichen, sondern auch enorm wichtigen Sieg, dank dem sie auf Rang 7 klettern. «Wir dürfen zufrieden sein», sagt Pascal Berger. «Aber nun müssen wir nachlegen, es genügt nicht, immer nur ein Spiel zu gewinnen.»

Heute bietet sich den Tigers in Freiburg die Möglichkeit, den Vorsprung auf das neuntplatzierte Gottéron auf sieben Punkte auszubauen. Sie müssen dabei erneut auf Johansson verzichten, auch Diem wird wohl frühestens am Dienstag in Lausanne wieder mittun können.

Berner Zeitung

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