Tigers straucheln zur Unzeit

Das 3:4 gegen Lausanne wiegt schwer: Die SCL Tigers verpassen die Qualifikation für die Champions League und müssen im Playoff-Viertelfinal zuerst auswärts antreten – wieder gegen die Waadtländer.

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Philipp Rindlisbacher

Wie hätte das geklungen: Langnau in der Champions League. Es fehlte nicht viel, aber es sollte nicht sein. 3:4 unterlagen die SCL Tigers in der letzten Qualifikationsrunde Lausanne, nichts wurde mit Rang 4 und Auftritten auf der europäischen Bühne. Nichts wurde auch aus dem Heimvorteil, es resultierte letztlich der sechste Platz. Und nichts wurde aus dem Berner Derby im Playoff-Viertelfinal – statt gegen Biel spielen die Langnauer… gegen Lausanne. Aufs Duell am Montag könnten also innert zweier Wochen sieben weitere Vergleiche folgen.

Gagnons Chancen

Es dürfte eine spezielle Serie werden für den einen oder anderen Protagonisten. Für Lausannes Captain Etienne Froideveaux etwa, der einst als Hoffnungsträger ins Emmental kam, mit den Tigers aber sogleich abstieg. Für Langnau-Coach Heinz Ehlers natürlich, der die Waadtländer als Underdog zweimal ins Playoff führte. Auch für Harri Pesonen, den Langnauer Offensivkünstler, der vier Jahre in der Romandie wirbelte. Ein wenig verrückt werde es sich anfühlen, meinte der Finne. «Selbstverständlich habe ich in Lausanne viele Freunde gefunden, ich müsste ja ein schlimmer Kerl sein, wenn mir das in vier Jahren nicht geglückt wäre», sagte er schmunzelnd. Pascal Berger resümierte, es nerve ihn gewaltig, sei der Heimvorteil verspielt worden. «Wir waren mental etwas ausgelaugt. Das Lausanner Kader ist hervorragend besetzt. Wir sind sicher Aussenseiter.»

Nein, es war keine Kehrauspartie, es war kein lockerer Playoff-Aufgalopp – zu viel stand auf dem Spiel für die SCL Tigers. Geschont wurde niemand, und auf los gings auch los: 3. Minute, erster Langnauer Abschluss, Weitschuss Claudio Cadonau, 1:0. Munter ging es danach hin und her, mit Körperkontakt wurde zwar zunächst gegeizt, aber unattraktiv war das Gebotene nicht. Tyler Moy glich für Lausanne aus (13.), Robin Leone brachte die Gäste gegen Ende des Mittelabschnitts im Powerplay in Führung, Tigers-Captain Pascal Berger antwortete umgehend. Selbiges geschah im Schlussdrittel, erst traf Etienne Froidevaux, Aaron Gagnon konterte sofort. Der Kanadier hat dem Vernehmen nach gute Chancen, einen neuen Vertrag zu erhalten. Erst auf den Treffer Cory Emmertons 87 Sekunden vor Schluss vermochten die Emmentaler nicht mehr zu reagieren.

Einen guten Eindruck hinterliess Debütant Stefano Giliati, der Italo-Kanadier vertrat den gesperrten Chris DiDomenico. Giliati liess sich den Assist zum 1:0 gutschreiben, bewies seine läuferischen Vorzüge und zeigte, dass er durchaus eine Alternative sein kann. Im Angriff mangelt es nicht an Optionen, soll sich im Playoff doch mittels B-Lizenz auch Jules Sturny Langnau anschliessen. Der 22-Jährige wird Visp am Saisonende definitiv Richtung Emmental verlassen.

Heute und morgen steht bei den Tigers die Regeneration im Vordergrund, am Donnerstag sprechen die wichtigsten Exponenten im Rahmen einer Pressekonferenz zu den Medien, etwas, das es in Langnau kaum einmal gegeben hat. Danach sollen die Spieler in Ruhe gelassen werden. In der Vorbereitung auf die Serie gegen die Waadtländer soll nichts dem Zufall überlassen werden. Und ja: Ad acta gelegt ist das Thema Champions League für Langnau an und für sich noch nicht. Wobei es dazu schon den Meistertitel bräuchte.

Berner Zeitung

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