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Shedden konserviert das kanadische Flair

Doug Shedden ist der neue Trainer, der beim EV Zug mit Charisma und Temperament die Arbeit des abgewanderten Sean Simpson weiterführen soll.

«Die Berge sind noch da.» Das hat Shedden beruhigt festgestellt, als er letzten Monat in die Schweiz zurückgekehrt ist - als neuer Trainer des EV Zug. Vor 16 Jahren war Shedden bereits einmal auf Schweizer Eis unterwegs gewesen. Im Spätherbst seiner Spielerkarriere absolvierte er für den damaligen B-Ligisten Davos 15 Partien. Er erzielte 13 Tore. Nun ist der charismatische Kanadier zurück. In der Nähe des alten Herti-Stadions hat er mit seiner Familie eine Wohnung bezogen. Zwei Töchter sind mitgekommen, die dritte studiert in Nordamerika. «Ich wollte immer in die Schweiz zurückkehren. Es ist ein wunderschöner Fleck. Ideal für meine Familie», sagt der 47-Jährige.

Die letzten drei Jahre arbeitete er bei Jokerit Helsinki, wo die Tage dunkel sind. Shedden wollte eine Luftveränderung. Anfang Jahr führte er darum Gespräche mit Lugano und den ZSC Lions, die jedoch andere Pläne hatten. Das Rennen machte schliesslich Zug, das nach dem Abgang von Sean Simpson nach Zürich einen Trainer suchte, der die kanadische Spielausrichtung weiterführte.

Ein harter, aber fairer Coach

Zu Simpson pflegt Shedden seit 30 Jahren eine enge Freundschaft: «Letztendlich ist er mitverantwortlich, dass ich in Zug bin.» Trotz dieser Verbindung habe er mit ihm nicht über das Kader geredet. Er wollte wertfrei an die Arbeit gehen. Und was er in den ersten Trainings sah, gefiel ihm: «Die Spieler haben eine gute Arbeitseinstellung.» Einzig im mentalen Bereich müsse er mit ihnen noch viel arbeiten. «Den unbedingten Siegeswillen in sich entdecken», sagt Shedden. Die Liga gewinnt mit ihm einen Trainer, der als fordernd und temperamentvoll gilt. Auch er selbst beschreibt sich als «hart, aber fair». Er sage jedem Spieler klar, wo er stehe. Shedden sagt: «Ich verarsche keinen.»

Die durchzogene Vorbereitungsphase nutzte er, um sein Team kennenzulernen. Als letzter stiess gestern der 19-jährige Stürmer Elias Bianchi von Lugano dazu. «Mir ging es darum zu sehen, wem ich in wichtigen Situationen trauen kann und wem nicht», sagt Shedden. Einer der neuen Eckpfeiler wird für ihn Josh Holden sein. Den Stürmer, der zuletzt für Langnau 79 Punkte in 55 Spielen erzielte, kennt Shedden aus früheren Zeiten in Nordamerika. Beim AHL-Klub St. John’s Maple Leafs spielte Holden 2002 bis 2004 unter ihm. «Die Fans werden viel Freude an ihm haben», lautet Sheddens knappes Urteil.

Zuletzt WM-Bronze mit Finnland

Der Trainer ist gegenüber Medien vorsichtiger geworden. In Finnland machte er negative Erfahrungen mit ihnen. «Ein schlechtes Spiel und sie haben mit dem Deckel draufgehauen.» Shedden war darum erleichtert, dass er sein Engagement als finnischer Nationaltrainer an der letzten WM mit der Bronzemedaille beenden konnte. Das skandinavische Eishockey habe ihm viel zurückgegeben. «Ich bin als Coach gewachsen», sagt Shedden, der einst 416 NHL-Partien bestritt. «Ich habe neue Spielsysteme kennengelernt.»

Mit Waltteri Immonen hat er auch gleich seinen finnischen Assistenztrainer für die nächsten zwei Jahre von Helsinki nach Zug mitgebracht. «Das hatte nichts mit Freundschaft zu tun. Ich wollte den Besten für diesen Job», sagt Shedden. Die beiden Trainer konnten sich die Endphase der letzten Schweizer Meisterschaft live im finnischen Fernsehen ansehen. Die wahren Stärkeverhältnisse seien ihm aber trotzdem noch verborgen geblieben, sagt Shedden. Ein Ziel wird er sich und seinem Team darum wohl erst während der Saison stecken. «Tough work» - harte Arbeit sei nun angesagt. Man glaubt es ihm.

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