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Lugano gewinnt die Auftaktpartie

Der letztjährige Finalist HC Lugano startet wunschgemäss in den Spengler-Cup in Davos. Die Tessiner bezwingen im Eröffnungsspiel die russische Mannschaft aus Jekaterinburg 4:2.

Jubel bei Lugano: Der letzjährige Finalist gewinnt die Eröffnungspartie des Spengler-Cups 2016. (26. Dezember 2016)
Jubel bei Lugano: Der letzjährige Finalist gewinnt die Eröffnungspartie des Spengler-Cups 2016. (26. Dezember 2016)
Gian Ehrenzeller, Keystone
Mit einem Doppelpack innert 71 Sekunden im Mitteldrittel lenkt der HC Lugano das Spiel in die entscheidend Bahn. Hier freut sich Ryan Gardner (am Boden) über sein 3:1.
Mit einem Doppelpack innert 71 Sekunden im Mitteldrittel lenkt der HC Lugano das Spiel in die entscheidend Bahn. Hier freut sich Ryan Gardner (am Boden) über sein 3:1.
Gian Ehrenzeller, Keystone
Best-Player-Zeremonie: UBS-CEO Sergio Ermotti übergibt an Luganos Luca Fazzini und Jekaterinburgs Artyom Gareyev die Auszeichnungen für die besten Spieler der Partie.
Best-Player-Zeremonie: UBS-CEO Sergio Ermotti übergibt an Luganos Luca Fazzini und Jekaterinburgs Artyom Gareyev die Auszeichnungen für die besten Spieler der Partie.
Melanie Duchene, Keystone
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Als der russische Vertreter spät aufdrehte und mehr riskierte, hatten die Luganesi in der Reprise des letztjährigen Halbfinals minutenlang zu leiden. In jener unruhigen Schlussphase waren sie in diversen Szenen auf die Fangkunst von Elvis Merzlikins angewiesen, bis Linus Klasen mit einem Schuss ins leere Tor den Kontrahenten endgültig stoppte.

Den kursweisenden Vorteil hatte sich der HCL mit einer Tor-Doublette im mittleren Drittel verschafft. Raffaele Sannitz fälschte in der 32. Minute einen Slapshot Ryan Wilsons unhaltbar ab, 71 Sekunden später erhöhte Altmeister Ryan Gardner auf 3:1; der 38-Jährige schob die Scheibe im Slot aus der Drehung über die Linie.

Ganz ohne Vorwarnung kam Luganos Tempoverschärfung nicht. Die Südschweizer überzeugten von Beginn weg. Einen guten Eindruck hinterliess dabei die Wladiwostok-Leihgabe James Wisniewski. Der ziemlich forcierte Offensiv-Verteidiger hinterliess Spuren. Dass sich der Mann mit dem Fundus von 576-NHL-Einsätzen für einen neuen Vertrag ausserhalb Russlands aufzudrängen versucht, war spürbar.

Spengler-Cup als Chance

Der Spengler-Cup soll für Lugano wie im Vorjahr in erster Linie eine Gelegenheit sein, wieder Fahrt aufzunehmen. In der NLA schaffen es die Tessiner seit Wochen nicht, ihre problematische Lage zu entschärfen. Mehrere Niederlagenserien trübten zuletzt das Klima. Von einer Krise sprechen die Verantwortlichen im Sottoceneri zwar partout nicht, aber die Unzufriedenheit ist spürbar.

Die weiterhin akute Verwicklung in den nervenaufreibenden Kampf am Trennstrich war im Szenario des Playoff-Finalisten der letzten NLA-Kampagne nicht vorgesehen. Entsprechend unter medialen Druck ist Doug Shedden geraten. Ein ordentliches Turnierergebnis wird die bislang ungenügende NLA-Bilanz selbstredend nicht beschönigen, ein paar positive Schlagzeilen auf einer international beachteten Bühne dürften indes durchaus in seinem Interesse sein.

Die Probleme der «Motoristen»

Wie das Resultat für den weiteren Verlauf der Hockey-Exhibition einzustufen ist bleibt abzuwarten. Die Russen hinterliessen beim Auftakt keinen allzu prägenden Eindruck, sie wirkten für ihre Verhältnisse überraschend lange uninspiriert. Die Reisestrapazen dürften durchaus eine Rolle gespielt haben - vor wenigen Tagen hatte die Equipe einen missratenen Roadtrip nach Peking zu bewältigen.

Sportlich gehören die «Motoristen» in der Kontinentalen Hockey-Liga (KHL) bei Weitem nicht zur Crème de la Crème. Im Gegenteil: Sie tun sich seit Jahren schwer, überhaupt unter die Top 16 vorzurücken. Aktuell ist Jekaterinburg nicht auf Playoff-Kurs.

Auf die Turbulenzen im unzureichenden Herbst reagierte die Klubführung Anfang Oktober mit einem Trainerwechsel. Der (zu) impulsive Andrej Rasin wurde durch den früheren Sbornaja-Chef Wladimir Krikunow ersetzt - der Aufschwung unter dem 66-Jährigen hält sich in Grenzen, innerhalb der letzten vier Wochen verlor Automobilist 50 Prozent seiner Partien.

Lugano - Automobilist Jekaterinburg 4:2 (1:1, 2:0, 1:1)

6300 Zuschauer (ausverkauft). SR Fonselius/Wehrli, Kovacs/Obwegeser. Tore: 10. Wisniewski (Klasen)/Ausschluss Kivisto) 1:0. 18. Monja (Tschessalin) 1:1. 32. (31:24) Sannitz (Wilson, Wisniewski) 2:1. 33. (32:35) Gardner (Fazzini) 3:1. 49. Garejew (Schtschitow/Ausschluss Hirschi) 3:2. 60. (59:40) Klasen (Lapierre, Martensson) 4:2 (ins leere Tor). Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Lugano, 5mal 2 Minuten gegen Jekaterinburg. Lugano: Merzlikins; Wisniewski, Wilson; Chiesa, Furrer; Ulmer, Heinrich; Hirschi, Ronchetti; Bürgler, Zackrisson, Hofmann; Walker, Lapierre, Sannitz; Vesce, Martensson, Klasen; Fazzini, Gardner, Reuille.Jekaterinburg: Lisutin (33. Sochatzki); Schtschitow, Megalinski; Wasilewski, Cajkowski; Timaschow, Kivisto; Schurawljow, Turbin; Michnow, Koukal, Garejew; Tschistow, Ticar, Simakow; Monja, Tortschenjuk, Tschessalin; Buchtele, Gubin, Golyschew.Bemerkungen: Lugano ohne Brunner, Kparghai, Vauclair, Morini, Fontana (alle verletzt), Bertaggia, Sartori, Riva, Romanenghi (überzählig). 60. (59:25) Timeout von Jekaterinburg, von 59:01 bis 59:40 ohne Goalie.

SDA/lif

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