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Tigers: Auswärts Könige, zu Hause Bettler

Die SCL Tigers verlieren gegen Gottéron 0:2, es handelt sich um die dritte Niederlage in der vierten Heimpartie. «Zu Hause müssen wir das Spiel bestimmen, und das bereitet uns Probleme», sagt Coach Heinz Ehlers.

Erst nach 57 Minuten wurde SCL-Goalie Punnenovs das erste Mal bezwungen. Weil seine Vordermänner keine Tore schossen, bedeutete dies trotzdem die Niederlage.
Erst nach 57 Minuten wurde SCL-Goalie Punnenovs das erste Mal bezwungen. Weil seine Vordermänner keine Tore schossen, bedeutete dies trotzdem die Niederlage.
Keystone

«Die Welt zu Gast bei Freunden». So lautete der Slogan der Fussball-WM 2006 in Deutschland. Die Veranstalter, die dank unlauteren Mitteln zum Handkuss gekommen waren, wollten ihre Gastfreundschaft hervorheben, Zuschauer und Spieler sollten sich während des Turniers wohlfühlen – was auch geschah.

Was hat das mit den SCL Tigers zu tun? Nun, der Slogan der Langnauer könnte in dieser Spielzeit wie folgt lauten: «Die Eishockey-Schweiz zu Gast bei Freunden». Denn wer diesen Herbst die Reise ins Emmental auf sich nimmt, trifft meist auf grosszügige Gastgeber. Vier Heimspiele haben die Langnauer absolviert, dreimal mussten sie das Eis als Verlierer verlassen, zuletzt am Samstag beim 0:2 gegen Gottéron.

Kompakt dort, fehlerhaft hier

Es gibt eine eklatante Diskrepanz zwischen den Auftritten der Tigers in der Fremde und vor Heimpublikum. Am Freitag in Lugano etwa hatte die Equipe Heinz Ehlers’ den Gegner die meiste Zeit im Griff gehabt, siegte verdient mit 4:1. Es handelte sich um den dritten Auswärtserfolg, nach jenem bei Meister ZSC und dem denkwürdigen 7:0 in Davos. «Auswärts ist es einfacher», sagt Ehlers. «Weil wir da abwarten. Zu Hause müssen wir das Spiel bestimmen, und das bereitet uns Probleme.»

Noch deutlicher wird Yannick Blaser: «Auswärts machen wir einen sensationellen Job, fünf Mann stehen kompakt auf dem Eis, wir lassen praktisch keine Chancen zu.» Wieso das zu Hause nicht klappt, ist für den Verteidiger ziemlich klar: «Wir spielen nicht unser System, machen Fehler.»

Wobei festgehalten werden muss: Die SCL Tigers hätten gegen Gottéron durchaus gewinnen können. Während zwei Dritteln war das Geschehen ausgeglichen, mit leichten Vorteilen gar für die Gastgeber. Es passt, scheiterten im Startdrittel Nathan Marchon für Gottéron und Chris DiDomenico für Langnau als Penaltyschützen, und es passt auch, verzeichneten beide Teams je zwei Treffer ans Gehäuse.

Als sich die 5704 Zuschauer nach 56 torlosen Minuten langsam, aber sicher mit dem Gedanken auseinandersetzten, noch fünf Minuten in der Overtime überstehen zu müssen, sorgte Kilian Mottet im Powerplay mit einem satten Schuss für die Entscheidung. Möglich gemacht hatten die SCL Tigers dieses Überzahlspiel mit einem Wechselfehler. Was unweigerlich Zorn im Langnauer Übungsleiter hervorrief. «Das war eine Dummheit und tut richtig weh», meint Ehlers. Sein Team übrigens liess sechs Überzahlgelegenheiten verstreichen.

Womit wir wieder bei der Diskrepanz zwischen den Auftritten zu Hause und in der Fremde wären: In Lugano hatten die Tigers zweimal im Powerplay reüssiert, gegen die Freiburger brachten sie nichts Konstruktives zustande.

Nur 13 von 25 Qualifikations-Heimspielen konnten die Langnauer letzte Saison gewinnen. Diese Bilanz droht noch schlechter auszufallen, finden die SCL Tigers nicht bald Lösungen. «Es gilt, aggressiver zu spielen. Wir haben die ganze Saison noch kein dreckiges Tor erzielt, das muss sich ändern», sagt Blaser.

Und nun wartet der SCB

Vorerst aber steht eine Pause auf dem Programm, ehe es für die Emmentaler am Freitag gegen die Rapperswil-Jona Lakers wieder ernst gilt – auswärts. Am Samstag gastiert dann der SCB zum Derby in der Ilfishalle. Das hat aus Tigers-Optik zumindest etwas Gutes, weil der SC Bern in Langnau kaum zu Gast bei Freunden ist.

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