Zum Hauptinhalt springen

Langnaus schmaler Grat

Was noch am Freitag geklappt hat, funktioniert am Samstag nicht mehr: Die SCL Tigers verlieren in Zürich bei Arno Del Curtos Heimpremiere als ZSC-Trainer 1:4.

Chris DiDomenico war das Feindbild der ZSC-Anhänger.
Chris DiDomenico war das Feindbild der ZSC-Anhänger.
Ennio Leanza, Keystone

Welch ein Kontrast. Als die Spieler der SCL Tigers am Freitag nach dem 1:0-Sieg gegen die ZSC Lions vom Eis kamen, Richtung Garderobe liefen, herrschte Partystimmung; der lauteste Jauchzer kam von Chris DiDomenico.

Am Samstag, nach der Revanche im Hallenstadion, da jauchzte kein Langnauer, für DiDomenico gab es Wurfgegenstände als Andenken von der Zürcher Anhängerschaft. Der Kanadier hatte sich im Hallenstadion zum Feindbild gemacht, als er sich beim Handshake mit dem Zürcher Chris Baltisberger ein emotionales Wortgefecht lieferte.

Arno Del Curtos Debüt als ZSC-Trainer konnten die Emmentaler noch vermiesen, den Einstand des Engadiners in «seinem» Hallenstadion aber nicht. Nach dem verdienten 4:1-Erfolg der Zürcher feierten ihn die Fans mit Sprechchören. Heinz Ehlers dürfte diese gehört haben, ob er sie wahrnahm, ist zu bezweifeln.

Auch als alle seine Spieler bereits in der Kabine verschwunden waren, tigerte der Langnauer Trainer noch im Korridor auf und ab, als wägte er ab, ob er nun auch rein solle. Ehlers entschied sich dagegen und für den Gang zum Buffet, das im Hallenstadion jeweils fürs Gastteam aufgebaut wird. Er habe der Mannschaft nichts gesagt, erklärte er später: «Wenn du enttäuscht bist, dann ist es oft besser so.»

Ärger über Schiedsrichter

Den Ärger ihres Coachs hatten die Langnauer nicht auf sich gezogen, Ehlers lobte trotz 1:4-Niederlage jene Dinge, die er als gut empfand, denn auch davon habe es gegeben. Nein, dem Dänen passte das finnisch-deutsche Referee-Duo Salonen/Schukies nicht. Sehr unzufrieden sei er mit ihnen, sagte er, und warf die Frage in den Raum, ob man überhaupt Import-Schiedsrichter pfeifen lassen solle: «Die kennen die Spieler nicht, wissen nicht, wer immer die gleichen Fouls macht.»

Und Ehlers ärgerte, dass das umstrittene 4:1 des ZSC nicht annulliert worden war, obwohl doch jeder gesehen habe, dass das Tor beim Treffer verschoben gewesen sei. Ob der Tigers-Coach damit den Fokus von seinem unterlegenen Team nehmen wollte? Er beendete die angestossene Debatte gleich selber: «Wir haben nicht wegen der Schiedsrichter verloren.»

Die Referees, sie waren in der Tat bloss eine Randnotiz an diesem Abend. Die ZSC Lions verdienten den Sieg mit etwas druckvollerem Spiel als am Vortag. Und die SCL Tigers kassierten Gegentore, die für sie untypisch sind, denn sie liessen Überzahlsituationen vor dem eigenen Tor nach Gegenstössen zu.

«Wir hatten Mühe, wenn der ZSC Tempo machte und Druck erzeugte», sagte Pascal Berger. Langnaus Captain vermisste Cleverness und Zweikampfstärke, beides waren tags zuvor noch Trümpfe seiner Mannschaft gewesen.

«Dann wird es schwierig»

Das Spiel im Hallenstadion, es zeigte auch auf, auf welch schmalem Grat sich die SCL Tigers bewegen. «Wenn wir unser System nicht das ganze Spiel durchziehen, ist es schwierig für uns, zu gewinnen», sagte Berger. Seine Mannschaft besitze nun mal nicht so viel Talent wie der ZSC, der SCB oder Zug. «Und ich könnte noch x weitere Teams aufzählen ...»

0:4, 1:0, 1:4 lauten die letzten drei Resultate aus Langnauer Sicht. Nein, die Torflaute bereite keine Sorgen. Das sagten der Trainer («Ich interpretiere nicht zu viel hinein, ein 0:4 in Lausanne und ein 1:4 in Zürich, beides kann passieren») und der Captain unisono. Nein, man werde sich nicht versteifen, betonte Berger.

Auch nicht beim Blick auf diese knappen Abstände in der Tabelle, in der Langnau immer noch Rang 4 behauptet und sieben Punkte Vorsprung auf den Strich aufweist. «Ich bin überzeugt», sagte Berger, «wir werden noch eine sehr coole Saison haben.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch