Tigers wie im falschen Film

Die SCL Tigers verlieren gegen die ZSC Lions zum zweiten Mal in Folge 1:6. Wie am letzten Freitag brachen sie im Schlussdrittel total ein – es ist bereits die vierte Niederlage in Folge.

Eines von sechs Gegentoren für Damiano Ciaccio: Chris Baltisberger erzielt das 2:1 für den ZSC.

Eines von sechs Gegentoren für Damiano Ciaccio: Chris Baltisberger erzielt das 2:1 für den ZSC.

(Bild: Marc Schumacher/freshfocus)

Marco Oppliger@BernerZeitung

Für die einen ging eine Serie zu Ende – für die anderen nimmt eine unschöne Serie Formen an. So etwa lässt sich zusammenfassen, was sich am Dienstagabend im Hallenstadion ereignete. Viermal hatten die ZSC Lions zuletzt vor Heimpublikum verloren. Gegen die SCL Tigers genügte den Zürchern eine ordentliche, aber keineswegs ausgezeichnete Leistung, um zu einem Kantersieg zu kommen. 6:1 hatten sie letzten Freitag in Langnau gewonnen, 6:1 gewannen sie in der Reprise.

Für die SCL Tigers ist es bereits die vierte Niederlage in Folge. Was den Trainer ordentlich auf Betriebstemperatur brachte. «Einmal mehr brachten wir nicht die Disziplin auf, die nötig gewesen wäre», meinte Ehlers. Beide Teams sammelten ordentlich Strafen – je 14 Minuten – doch nur die Zürcher konnten daraus Profit schlagen. Vor allem gingen die Emmentaler wie schon am Freitag im Schlussdrittel unter, kassierten vier Tore. «Das darf uns einfach nicht passieren», meinte Federico Lardi.

Ciaccios Negativbilanz

Ehlers hatte vor dem Spiel überrascht, weil er wieder einmal Damiano Ciaccio eine Chance gewährte. Letzte Saison noch einer der Gründe für den Playoff-Einzug, ist der Keeper bekanntlich mittlerweile klar die Nummer 2 hinter Ivars Punnenovs. In Zürich spielte Ciaccio zum achten Mal von Beginn weg – und zum achten Mal verloren die SCL Tigers. Es war sein erster Einsatz seit dem 7. Dezember bei der 2:5-Niederlage in Zug, dort hatte er Punnenovs nach einem 0:3-Rückstand im zweiten Drittel ersetzt. Nun, Ciaccio spielte ordentlich, oder um es in den Worten Ehlers’ zu sagen: «Er hat sein Bestes versucht.»

Die SCL Tigers hätten durchaus Chancen gehabt, dieses Spiel in für sie gewünschte Bahnen zu lenken. Doch irgendwie kamen sie – anders als noch am 2. Januar, als sie in Zürich 3:2 nach Verlängerung gewannen – nie richtig auf Touren. Selbiges galt freilich auch für das Publikum. Im mit 8418 Zuschauern gefüllten Hallenstadion fühlte man sich zuweilen eher an einer Predigt denn an einem Eishockeymatch. Jedenfalls dann, wenn auf dem Eis wenig lief – und das war eigentlich während des gesamten Startdrittels der Fall.

Doch kaum waren die Teams zurückgekehrt, brachte Claudio Cadonau die Langnauer in Front, wobei ZSC-Verteidiger Maxim Noreau den Schuss noch leicht abgelenkt hatte. Und manch Langnauer Fan wird sich wohl die Frage stellen, was gewesen wäre, hätte Nolan Diem sechs Minuten später im Powerplay getroffen. Doch er sah, wie Joni Ortio seinen Schuss mirakulös parierte.

Danach wendeten die Zürcher das Blatt, nach Treffern von Pius Suter und Chris Baltisberger stand es zur zweiten Pause 2:1. Wobei nicht unerwähnt bleiben darf, dass Harri Pesonen kurz davor noch eine ausgezeichnete Chance auf den Ausgleich vergeben hatte.

Punktgleich am Strich

Und so wiederholte sich das Szenario vom letzten Freitag, als die Langnauer bei der 1:6-Niederlage im Schlussdrittel ebenfalls eingebrochen waren. Zuerst liess Ciaccio einen nicht sonderlich platzierten Schuss von Denis Hollenstein abprallen, Simon Bodenmann konnte die Scheibe völlig unbedrängt einschieben. Und dann stellten die SCL Tigers den Defensiv-Betrieb gewissermassen ein. Chris Baltisberger im Powerplay und Hollenstein stellten innert zwölf Sekunden auf 5:1, Letzterer doppelte in der Schlussminute noch zum Endstand nach.

Mit der vierten Niederlage in Folge sind die Langnauer (8.) nun punktgleich mit dem neuntklassierten Bern. Und am Freitag reisen sie nach Lugano. Zu jenem Team also, dass sie nun in der Tabelle überholt hat. Die SCL Tigers jedenfalls tun gut daran, es den ZSC Lions nachzumachen und bald einmal eine Serie zu beenden.

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