«Wir sind auf Kurs»

In der NLB sind derzeit einige Teams nicht dort klassiert, wo sie erwartet wurden. Langenthals Sportchef Noël Guyaz ist überzeugt, dass sich die Situation um die Weihnachtszeit anders präsentieren wird. Seine Equipe sieht er auf Kurs.

Analysiert nüchtern: Sportchef Noël Guyaz.

Analysiert nüchtern: Sportchef Noël Guyaz.

(Bild: Marcel Bieri)

Der SC Langenthal empfängt heute den Zweitplatzierten der NLB. Wer nun einen klingenden Namen erwartet, der dürfte enttäuscht werden. Auf diesem Platz stehen nämlich die im letzten Jahr aufgestiegenen Winterthurer. Unter Trainer Michel Zeiter haben die Zürcher seit Saisonbeginn einen Lauf, besiegten scheinbar grosse Teams wie Visp, Olten oder Rapperswil und waren vor der letzten Runde sogar Leader.

Mit der EVZ Academy (Rang 5) steht ein Neuling in der oberen Tabellenhälfte, während stark eingeschätzte Teams wie Visp (8.) und Martigny (10.) oder der Meister Ajoie (7.) in der hinteren Tabellenhälfte um Punkte kämpfen.

«Das ist tatsächlich überraschend.»Noël Guyaz, Sportchef SC Langenthal

«Das ist tatsächlich überraschend», sagt auch Noël Guyaz, Sportchef des SC Langenthal. Die Saison dauere zwar noch an, offenbar seien Winterthur und der EVZ Academy aber der Start gelungen. «Es hat junge Akteure in diesen Teams, einige gehören den Junioren-Nationalteams an. Die können einerseits gut Eishockey spielen und haben andererseits überhaupt nichts zu verlieren», begründet Guyaz.

Den Fehlstart der schwächer klassierten Teams zu begründen sei «von aussen» hingegen schwer. Da würden diverse Faktoren mitspielen, aber auch für diese Equipen sei noch nichts verloren. «Die Saison ist noch lang. Das wird sich noch ausgleichen», zeigte sich Guyaz überzeugt. Eine Überraschung sei zwar möglich, er gehe aber davon aus, dass sich die momentan überraschende Tabellensituation noch normalisiere.

Folgen bald Verstärkungen?

Mit dem Start des SC Langenthal (4.) ist er derweil nicht unzufrieden. Die altbekannte Sorge, die Chancenverwertung, sei unter anderem noch zu verbessern. «Das ist nicht nur ein SCL-Problem. Bei uns fällt das nur mehr auf, weil wir gleich drei Topskorer haben», erklärt er.

Über diese sei er indes froh. «Solche Spieler möchten alle gerne bei sich haben», erklärt der SCL-Sportchef und verrät, dass zuletzt Gespräche mit dem Trio stattgefunden haben. «Wir haben Interesse an einer Verlängerung», sagt Guyaz diplomatisch. In anderen Worten: Alles deutet auf einen Verbleib von Jeff Campbell, Brent Kelly und Stefan Tschannen bei den Oberaargauern hin.

Alles deutet auf einen Verbleib von Jeff Campbell, Brent Kelly und Stefan Tschannen bei den Oberaargauern hin.

Dass der SC Langenthal im Vergleich zur letzten Saison dennoch Qualität im Team eingebüsst hat, verneint Guyaz deutlich. Die Verteidigung sei eher noch besser aufgestellt, und im Sturm sei kaum Substanz verloren gegangen.

«Ich hätte Dominic Hobi gerne behalten. Und wir sind vielleicht ein bisschen weniger breit besetzt. Aber wir haben nicht an Qualität verloren», erklärt der Sportchef. Dennoch hätte die Anzahl Punkte grösser sein können. Individuelle Fehler haben den SCL laut Guyaz aber ausgebremst.

«Wir sind dennoch auf Kurs», erklärt der 44-Jährige und weist auf das Ziel Top 4 in der Qualifikation hin. Dafür benötigen die Langenthaler Erfolge gegen Topmannschaften. Nach Niederlagen gegen Olten und La Chaux-de-Fonds folgt heute die nächste Möglichkeit, erstmals eine Mannschaft aus den Top 3 zu besiegen. «Es wäre an der Zeit», sagt Guyaz.

«Sind gewarnt»

Mit Winterthur wartet jedenfalls eine Mannschaft mit einem auf dem Papier schwächeren Kader auf den SCL. Guyaz hebt aber den Zeigefinger, verweist auf die Tabelle und sagt: «Wir sind auf jeden Fall gewarnt.» Denn einfach so sind die Zürcher nicht auf Platz 2 vorgestossen.

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