ZSC siegt knapp, EVZ gewinnt Spitzenspiel klar

Die ZSC Lions gewinnen gegen die Lakers 1:0. Der EV Zug besiegt Ambri klar 6:2.
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Der Meister aus Zürich erringt daheim gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten Rapperswil-Jona Lakers nur einen bescheidenen 1:0-Sieg. Immerhin konnte Goalie Lukas Flüeler mit seinem ersten Saison-Shutout einen Punktverlust der ZSC Lions vor 10'209 Zuschauern im Hallenstadion verhindern. Insgesamt war es der 37. Shutout von Flüeler in der Meisterschaft. Für den einzigen Torerfolg sorgte Viertlinien-Stürmer Tim Ulmann mit seinem vierten Saisontor in der 23. Minute.

Die Lions verbesserten sich dadurch vorübergehend vom 10. auf den 7. Rang. Bedenklich aber war, dass sich die Zürcher vor eigenem Publikum gegen die Lakers beispielsweise rund zehn Minuten vor Spielende bei vier gegen vier Feldspielern dominieren lassen mussten. So gesehen bleibt die Luft für Trainer Serge Aubin trotz dem zweiten (Heim-)Sieg in Folge und der Rückkehr in die Playoff-Ränge weiter dünn.

SCB gewinnt Freiluft-Spektakel

Der SC Bern hat auch das zweite Tatzen-Derby nach jenem im Jahr 2007 für sich entschieden. 4:1 setzten sich die Berner im Stade de Suisse vor 20'672 Zuschauern gegen die SCL Tigers dank einem starken Schlussdrittel durch.

40 Minuten lang erhielten die Fans beim Freiluft-Spektakel nur sportliche Magerkost serviert, was angesichts der tiefen Temperaturen nicht unbedingt zur guten Stimmung beitrug. Dann aber sorgte der SCB in den ersten gut sieben Minuten des letzten Drittels mit drei Treffern für die Differenz und die Entscheidung.

Hektische Startphase in Bern

In den ersten Minuten des letzten Abschnitts überschlugen sich die Ereignisse. Zuerst wurde dem SCB in Überzahl ein Tor aberkannt, weil dieses ganz leicht verschoben war. Dies enervierte Andrew Ebbett dermassen, dass er auf die Strafbank geschickt wurde. Doch nur 20 Sekunden danach jubelte der SCB trotzdem, Gaëtan Haas, der nach einer halben Stunde einen Penalty verschossen hatte, brachte die Berner in Unterzahl in Führung. 76 Sekunden später erhöhte Yanik Burren auf 2:0. Zu beiden Treffern hatte Tristan Scherwey die Vorlage geliefert.

Nachdem Berns Topskorer Mark Arcobello mit dem 3:0 nachgelegt hatte, gelang den SCL Tigers (56.) immerhin noch der Anschlusstreffer. Flurin Randeggers verhinderte nicht nur den zweiten Shutout von Leonardo Genoni in Folge, sondern versöhnte auch die Langnauer, die mit dem zweiten Tatzen-Derby erneut einen gelungenen Anlass organisierten.

Die Enttäuschung ob der Niederlage dürfte sich bei den Emmentalern für einmal in Grenzen gehalten haben, obwohl sie das Spektakel unter freiem Himmel wie bereits vor zwölf Jahren (2:5) verloren. Während sie sich organisatorisch von ihrer Sonnenseite zeigten, sportlich müssen sich die SCL Tigers nach dem erfolgreichen Herbst aber langsam wieder gegen hinten orientieren. Der Trennstrich rückt bedrohlich nahe.

EVZ mit weiterem Heimsieg

Leader EV Zug kam im Spitzenkampf gegen den bisherigen Tabellenvierten Ambri-Piotta zu einem ungefährdeten 6:2-Sieg. Matchwinner war Lino Martschini mit drei Toren. Der wendige Stürmer erzielte mit dem 2:0 (27.), dem 4:0 (37.) und dem 6:1 (53.) seine Meisterschaftstore Nummer 13 bis 15.

Für Martschini war es der fünfte Hattrick in der obersten Spielklasse. Und der EVZ realisierte den siebten Sieg aus den letzten acht Meisterschaftsspielen.

Zug war bei fünf gegen fünf dominanter. Musterbeispiele dafür waren die Torerfolge zum 2:0 von Martschini und zum 3:0 von Santeri Alatalo (36.), in denen die Leventiner richtiggehend "müde" gespielt wurden. Auch ein Goalie-Wechsel bei Ambri, als Daniel Manzato für Benjamin Conz beim Stande von 0:4 gegen Ende des Mitteldrittels übernahm, brachte die Gäste nicht mehr ins Spiel zurück.

Für das bis zur Weihnachtspause so verblüffende Ambri-Piotta setzte sich in Zug eine Negativserie im Direktduell fort. Mittlerweile sind es schon zwei Jahre her, seit Ambri letztmals ein Spiel in Zug gewinnen konnte. Zudem gewann Zug damit auch das dritte Saisonduell gegen Ambri-Piotta.

Lausannes Auswärtsschwäche hält an

Der EHC Biel gewinnt das Verfolgerduell der National League gegen Lausanne mit 3:2. Bei den Seeländern gab Verteidiger Beat Forster sein Saison-Debüt.

Biel legte den Grundstein zum Heimerfolg mit zwei Toren im Mitteldrittel. Mike Künzle (27.) nach einer erfolglosen Rettungsaktion von Lausanne-Verteidiger Matteo Nodari und Michael Hügli (30.) schossen das Heimteam innerhalb von gut drei Minuten 2:0 in Front. Topskorer Toni Rajala gelang in der 59. Minute das vorentscheidende 3:1 ins leere Tor.

Lausanne hätte einen Punktgewinn verdient gehabt. Biel, das in der Verteidigung nach überstandener Knieverletzung erstmals in dieser Saison auf Beat Forster zählen konnte, bekundete vor allem im Startdrittel grosse Mühe mit den aufsässigen Waadtländern. Ein sicherer Jonas Hiller im Tor rettete die Bieler aber mehrmals vor einem Rückstand.

Während das drittplatzierte Biel sein Polster auf den Strich auf zehn Punkte ausbauen konnte, befindet sich Lausanne mitten im Strichkampf. Dies primär deshalb, weil für das Team von Ville Peltonen auswärts kaum Zählbares resultiert. In Biel blieb der LHC schon zum fünften Mal in Folge ohne Punktgewinn.

Keine neuerliche Davoser Wende

Der HC Davos konnte den Schwung aus dem alten Jahr nicht mitnehmen. Beim 3:4 zuhause gegen Lugano musste sich der HCD im dritten Meisterschaftsspiel unter Neo-Trainer Harijs Witolinsch erstmals geschlagen geben.

Witolinschs Einstand kurz vor Weihnachten hätte mit fünf Punkten aus zwei Spielen kaum besser sein können. Und auch was der Lette in der Altjahreswoche am Spengler Cup von seinem Team zu sehen bekam, stimmte ihn positiv.

Nach dem Jahreswechsel fielen die Bündner allerdings in altes Fahrwasser zurück. Nach 46 Minuten lagen sie im Heimspiel gegen Lugano bereits 1:4 zurück. Bei den Tessinern, die dank dem Sieg einen Sprung von Platz 9 auf 7 machen, stach Viertlinienstürmer Giovanni Morini als zweifacher Torschütze (1:0 und 4:1) und Assistgeber zum 2:1 durch Elia Riva heraus.

Ein Doppelschlag von Enzo Corvi (50.) und Captain Andres Ambühl (52.) innerhalb von 83 Sekunden liess die Gastgeber in den Schlussminuten nochmals hoffen. Zu einer neuerlichen Davoser Wende wie vor Weihnachten gegen Fribourg-Gottéron (3:2 nach 0:1) und Ambri-Piotta (3:2 n.P. nach 0:2) kam es aber nicht. Félicien Du Bois traf sechs Minuten vor Schluss im Powerplay nur die Latte.

Schlechte Nachrichten gab es für den Tabellenvorletzten schon vor dem Anpfiff. Der schwedische Verteidiger Magnus Nygren wird dem HCD aufgrund eines Fussbruchs rund einen Monat fehlen.

Telegramme und Rangliste:

ZSC Lions - Rapperswil-Jona Lakers 1:0 (0:0, 1:0, 0:0)
10'209 Zuschauer. - SR Oggier/DiPietro, Progin/Duarte.
Tor: 23. Ulmann 1:0. - Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen ZSC Lions, 2-mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona Lakers. - PostFinance-Topskorer: Pettersson; Kristo.
ZSC Lions: Flüeler; Klein, Phil Baltisberger; Blindenbacher, Geering; Noreau, Marti; Sutter, Karrer; Bodenmann, Backman, Hollenstein; Bachofner, Pettersson, Suter; Herzog, Chris Baltisberger, Prassl; Hinterkircher, Ulmann, Miranda.
Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Profico, Gähler; Helbling, Berger; Iglesias, Schmuckli; Hächler, Maier; Kristo, Schlagenhauf, Wellman; Fuhrer, Knelsen, Casutt; Mosimann, Mason, Hüsler; Rizzello, Ness, Spiller.

SCL Tigers - Bern 1:4 (0:0, 0:0, 1:4)
20'672 Zuschauer (Bern, Stade de Suisse). - SR Massy/Eichmann; Kaderli/Altmann.
Tore: 42. (41:24) Haas (Scherwey/Ausschluss Ebbett!) 0:1. 43. (42:40) Burren (Scherwey/Ausschlüsse Ebbett; Pesonen) 0:2. 48. Arcobello 0:3. 56. Randegger (DiDomenico) 1:3. 60. (59:13) Ebbett (Haas) 1:4 (ins leere Tor). - Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen die SCL Tigers, 1-mal 2 Minuten gegen Bern. - PostFinance-Topskorer: Pesonen; Arcobello.
SCL Tigers:Ciaccio; Glauser, Leeger; Lardi, Erni; Cadonau, Huguenin; Randegger; Elo, Gagnon, Dostoinow; DiDomenico, Gustafsson, Pesonen; Kuonen, Pascal Berger, Neukom; Rüegsegger, Diem, Nils Berger; Roland Gerber.
Bern: Genoni; Burren, Almquist; Krueger, Blum; Andersson, Beat Gerber; Kamerzin; Boychuk, Arcobello, Moser; Rüfenacht, Ebbett, Kämpf; Bieber, Haas, Scherwey; Sciaroni, Heim, Alain Berger; Grassi.

Zug - Ambri-Piotta 6:2 (1:0, 3:1, 2:1)
7200 Zuschauer (ausverkauft). - SR Tscherrig/Urban, Fuchs/Schlegel.
Tore: 20. (19:05) Suri (Diaz) 1:0. 27. Martschini (Albrecht) 2:0. 36. Alatalo (Widerström, Suri) 3:0. 37. Martschini (Thiry) 4:0. 40. (39:56) Kubalik (Plastino, Novotny/Ausschluss Alatalo, Morant) 4:1. 52. Zehnder (Diaz) 5:1. 53. Martschini (McIntyre, Suri) 6:1. 54. Plastino (Novotny, D'Agostini/Ausschluss Lammer) 6:2. - Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Zug, 6-mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta. PostFinance-Topskorer: Martschini; Kubalik.
Zug: Stephan; Schlumpf, Alatalo; Diaz, Morant; Thiry, Stadler; Zgraggen, Zryd; Martschini, McIntyre, Simion; Lammer, Roe, Everberg; Widerström, Albrecht, Suri; Zehnder, Senteler, Schnyder.
Ambri-Piotta: Conz (38. Manzato); Fischer, Guerra; Plastino, Ngoy; Fora, Jelovac; Kienzle; Rohrbach, Kostner, Bianchi; Zwerger, Müller, Kubalik; Hofer, Novotny, D'Agostini; Kneubühler, Goi, Lauper; Mazzolini.

Biel - Lausanne 3:2 (0:0, 2:1, 1:1)
6163 Zuschauer. - SR Lemelin/Müller, Gnemmi/Gurtner.
Tore: 27. Künzle 1:0. 30. Hügli (Riat, Kreis) 2:0. 39. Mitchell (Lindbohm, Frick) 2:1. 59. (58:17) Rajala 3:1 (ins leere Tor). 59. (58:33) Bertschy (Frick, Emmerton) 3:2. - Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Biel, 2-mal 2 Minuten gegen Lausanne. - PostFinance-Topskorer: Rajala; Jeffrey.
Biel: Hiller; Sataric, Salmela; Kreis, Forster; Fey, Maurer; Egli, Petschenig; Pedretti, Pouliot, Rajala; Brunner, Tschantré, Earl; Riat, Diem, Hügli; Künzle, Neuenschwander, Schmutz.
Lausanne: Zurkirchen; Lindbohm, Frick; Trutmann, Grossmann; Nodari, Genazzi; Borlat; Moy, Emmerton, Kenins; Vermin, Jeffrey, Leone; Bertschy, Mitchell, Zangger; Antonietti, Froidevaux, In-Albon; Traber.

Davos - Lugano 3:4 (1:2, 0:1, 2:1)
5324 Zuschauer. - SR Salonen/Mollard, Cattaneo/Wolf.
Tore: 3. Morini 0:1. 11. Marc Wieser (Du Bois, Dino Wieser) 1:1. 13. Riva (Morini, Reuille) 1:2. 31. Löffel (Haapala, Lajunen/Ausschluss Egli) 1:3. 47. Morini (Bertaggia, Wellinger) 1:4. 50. Corvi 2:4. 52. Ambühl (Rödin) 3:4. - Strafen: 7-mal 2 Minuten gegen Davos, 6-mal 2 Minuten gegen Lugano. - PostFinance-Topskorer: Pestoni; Hofmann.
Davos: Senn; Du Bois, Payr; Stoop, Kparghai; Heldner, Jung; Buchli; Rödin, Lindgren, Ambühl; Pestoni, Corvi, Hischier; Marc Wieser, Bader, Dino Wieser; Kessler, Aeschlimann, Egli; Baumgartner.
Lugano: Merzlikins; Chiesa, Chorney; Löffel, Vauclair; Riva, Wellinger; Jecker; Haapala, Sannitz, Hofmann; Bürgler, Lajunen, Jörg; Bertaggia, Lapierre Fazzini; Reuille, Morini, Romanenghi; Vedova.

Rangliste: 1. Zug 28/58 (92:58). 2. Bern 28/56 (81:50). 3. Biel 29/53 (98:78). 4. Ambri-Piotta 29/46 (80:85). 5. Lausanne 30/46 (84:74). 6. SCL Tigers 28/45 (77:67). 7. Lugano 28/43 (88:74). 8. ZSC Lions 28/43 (68:73). 9. Genf-Servette 30/43 (76:91). 10. Fribourg-Gottéron 29/42 (76:77). 11. Davos 28/25 (61:100). 12. Rapperswil-Jona Lakers 29/16 (42:96).

tzi/sda

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