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Zweikampfverhalten gut, fast alles gut

Der SC Bern schlägt den HC Davos 4:1 und stösst an die Tabellenspitze der National League vor. Nicht nur deswegen ist Cheftrainer Kari Jalonen mit seinen Spielern zufrieden.

Ein Trio für vier SCB-Tore: Simon Moser (vorne), Zach Boychuk und Mark Arcobello (rechts) jubeln gegen Davos.
Ein Trio für vier SCB-Tore: Simon Moser (vorne), Zach Boychuk und Mark Arcobello (rechts) jubeln gegen Davos.
Keystone

Der HC Davos verfügt auch ohne Arno Del Curto über viel Anziehungskraft, jedenfalls ist die Postfinance-Arena beim ersten Gastspiel der Bündner in dieser Saison fast ausverkauft. Was dem HCD hingegen anders als in früheren Jahren abgeht, ist die sportliche Schlagkraft. Jedenfalls kommt der SC Bern gegen die willigen, aber verunsicherten Besucher zu einem problemlosen 4:1-Heimsieg, der ihn vor den spielfreien EV Zug an die Tabellenspitze katapultiert. Vom Ablauf her ist der Match eine Kopie der Begegnung mit den ZSC Lions vom Vorabend. Erneut sorgen die Mutzen im zweiten Drittel innert kurzer Zeit mit drei Toren für klare Verhältnisse, erneut verpassen sie in der Folge die frühzeitige Siegsicherung, erneut können sie auf einen starken Goalie zählen – diesmal ist es Leonardo Genoni –, erneut gewinnen sie nach einem Schuss ins leere Tor mit 4:1.

Eine Linie für vier Tore

Es gibt aber auch Unterschiede: Anders als am Freitag fallen am Samstag das 1:0, 2:0 sowie 3:0 nicht im Powerplay, und vor allem ist diesmal eine einzige Linie für alle vier Treffer zuständig. Am Ende totalisiert Mark Arcobello zwei Tore und einen Assist, Simon Moser ein Goal und eine Vorlage sowie Zach Boychuk einen Treffer und zwei Assists. Boychuk brauche noch etwas Zeit, bis er sich an die Liga gewöhnt habe, sagt SCB-Trainer Kari Jalonen.

«Gut, hat er schon Tore geschossen, das gibt Selbstvertrauen.» Punkte gesammelt hat Boychuk vergangene Woche nicht zu knapp: Gegen Ambri (Cup), den ZSC und den HCD buchte er insgesamt 4 Tore und 2 Assists. Der Kanadier wird voraussichtlich auch diese Woche neben Arcobello und Moser zum Einsatz kommen. Der verletzte Slowene Jan Mursak kann vor Weihnachten kaum mehr eingesetzt werden. Der am Samstag wegen einer Verletzung abwesende Tristan Scherwey dürfte gegen Rapperswil hingegen wieder mit von der Partie sein.

Im Gegensatz zu Boychuk ist Gregory Sciaroni seit seinem Wechsel zum SCB noch nicht besonders produktiv gewesen. Auch im Duell mit seinem Ex-Club bleibt ihm das erste Meisterschaftstor mit dem Bären auf der Brust verwehrt. «Es ist schwierig, wenn du neun Jahre lang dasselbe System gespielt hast und plötzlich alles anders ist. Ich muss viel lernen. Die beiden Sperren waren auch kein Vorteil; ich überlege manchmal noch, ob ich einen Check machen soll. Zudem bin ich zuweilen nur 13. Stürmer und komme nicht zum Einsatz. Doch so ist die Situation; es bringt nichts, Ausreden zu suchen. Ich versuche, mein Bestes zu geben», erzählt der 29-jährige Tessiner.

Lob für den Gegner

Sciaroni streitet nicht ab, dass der Match gegen die Bündner für ihn etwas Spezielles war. «Neun Jahre sind eine lange Zeit. Davos ist immer noch Davos. Die Davoser sind gut.» Auch Jalonen lobt die kriselnden Gäste. «Mir gefiel, wie sie spielten.» Nicht viel anders übrigens als weiland unter dem kauzigen Del Curto. «Wechselt ein Verein den Trainer, fehlt gewöhnlich die Zeit, den Stil zu ändern. Doch jeder bekommt eine neue Chance, dadurch kann der Kampfgeist gesteigert werden», erklärt Jalonen.

Der 58-Jährige ist mit sich, der Welt und vor allem seiner Mannschaft zufrieden. «Es war eine gute Woche für uns. Der Cupmatch gegen Ambri war schwierig, aber wir fanden einen Weg zum Sieg. In Zürich arbeiteten wir 60 Minuten lang hart. Gegen Davos lief der Motor im ersten Drittel nicht, doch die restlichen 40 Minuten waren gut.» Aus seiner Sicht entscheidend ist, dass sich seine Akteure in der Mehrzahl der Zweikämpfe durchgesetzt haben. «Je mehr Zweikämpfe du gewinnst, desto mehr bist du in Scheibenbesitz und kannst das Spiel bestimmen.»

Während die Entscheidungsträger des HCD fieberhaft damit beschäftigt sind, den Betreuerstab neu aufzustellen, können beim SCB frei von Hektik Verbesserungen angestrebt werden. Die Basis ist gelegt, das System von den meisten verinnerlicht, aber Steigerungspotenzial ist vorhanden – trotz Leaderposition.

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