Kambundji scheitert an der fixen Idee

Mit Rang vier verpasst Mujinga Kambundji die Krönung einer guten Saison. Ihr Mut zum Risiko hat sich noch nicht gelohnt, zwei Chancen bleiben ihr noch.

In Berlin läuft die Bernerin auf den undankbaren vierten Rang. (Video: SRF).

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Rang 4 an der EM ist nicht das, was sich Mujinga Kambundji nach ihrem triumphalen Lauf an den Schweizer Meisterschaften vorgestellt hat. Damals pulverisierte sie in 10,95 Sekunden den Schweizer Rekord und reihte sich in Europas Bestenliste auf Platz 2 ein. Dass sie danach von einer Medaille zu träumen begann, ist logisch, gewann sie ihre bronzene Auszeichnung vor zwei Jahren in Amsterdam doch in 11,25.

Kambundji hat zwar ihre stärkste Saison hinter sich, beim Saisonhöhepunkt aber vermochte sie nun die Serie ihrer brillanten Leistungen nicht fortzusetzen. Das ist ungewöhnlich für die 26-jährige Bernerin, die immer wieder bewiesen hat, dass sie am Meisterschaftsdruck wächst. Dass dem gestern nicht so war, kam aber auch nicht ganz unerwartet. Denn sie sagte im Vorfeld der EM auch, dass sie dann scheitere, wenn sie etwas zu fest wolle. Dies scheint nun der Fall gewesen zu sein, die Medaille eine zu fixe Idee.

Ein Podestplatz hätte eine Saison gekrönt, die für sie früh mit Bronze an der Hallen-WM begonnen hatte. Nach weiteren Spitzenleistungen zeichnete sich ab, dass die Trennung vom Trainer im Herbst wie ein Befreiungsschlag auf sie wirkte. Diesem folgten zwar Anfang Jahr einige Wirren, die aber zur neuen Selbstständigkeit beitrugen. Kambundji hat in dieser Zeit gelernt, ihre Karriere in die eigenen Hände zu nehmen, und entscheidend: Sie hat auch gelernt, den eigenen Stärken zu vertrauen. In Berlin ist Kambundjis Mut zum Risiko noch nicht belohnt worden, doch sie hat noch zwei weitere Chancen: über 200 m am Samstag und mit der Staffel am Sonntag.

Erstellt: 07.08.2018, 21:57 Uhr

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