Mit Sport aufwachen

Ellen Sprunger ist nach ihrem Rücktritt als Siebenkämpferin an verschiedenen Laufsportprojekten beteiligt. Am Sonntag startet die 31-jährige Waadtländerin, die lange in der Region Bern gelebt hat, am Schweizer Frauenlauf.

Einst im Stadion aktiv: Ellen Sprunger nach ihrem letzten Wettkampf im August 2017 in Zürich.

Einst im Stadion aktiv: Ellen Sprunger nach ihrem letzten Wettkampf im August 2017 in Zürich.

(Bild: Ennio Leanza (Keystone))

Reto Pfister

Siebenkämpferinnen lieben den abschliessenden 800-Meter-Lauf nicht unbedingt. Dies war auch bei Ellen Sprunger so. «Diese Disziplin hat mir immer ­wieder einiges an Punkten gebracht», sagt sie. «Gemocht habe ich sie nicht.» Im letzten Jahr trat die Waadtländerin vom Spitzensport zurück und verlegte ihren Wohnort von der Region Bern zurück an den Genfersee. Sport ist jedoch weiterhin ein wichtiger Teil ihres Lebens und führt sie am Sonntag zurück in die Bundesstadt. Die 31-Jährige wird am Schweizer Frauenlauf mit einer Gruppe von Breitensportlerinnen über 5 km starten.

Die Leute bewegen

Sprunger ist Sportwissenschafterin. Sie arbeitet an einer Klinik in Meyrin mit zwei Arten von Klienten. Einerseits will sie Leute nach gesundheitlichen Problemen dazu bringen, vermehrt Sport zu treiben. Andererseits arbeitet sie mit leistungsorientierten Athletinnen und Athleten in der Rehabilitation.

Aus Ersterem ist die Idee mit geführten Lauftrainings entstanden. «Laufen ist die natürlichste Art der Fortbewegung», sagt sie. An zwei Projekten ist Sprunger massgeblich beteiligt. Das eine heisst «Make Me Run», zusammen mit zwei anderen ehemaligen Leistungssportlerinnen aus der Region werden an drei Orten in der Genferseegegend Trainings angeboten. Läuferinnen aus diesen Gruppen werden zusammen mit Sprunger am Frauenlauf starten.

Das zweite Projekt heisst «Wake Up and Run». Dieses wurde vom Jurassier Jerome Blank lanciert, der in England mit einem ähnlichen Konzept in Berührung gekommen war. In verschiedenen Schweizer Städten werden morgens um 5.30 Uhr geführte ­5-Kilometer-Läufe angeboten, anschliessend erhalten die Teilnehmenden ein gesundes Frühstück aus lokal eingekauften Produkten. Sprunger ist Botschafterin dieses Projekts, das auf grossen Anklang stösst. Bis zu 1200 Personen nehmen an einzelnen Orten daran teil.

Sie wird am 14. September selbst vor Ort sein, wenn auf dem Berner Bundesplatz ein solcher Anlass gestartet wird. «Man läuft nicht jeden Morgen durch eine noch fast menschenleere Stadt», beschreibt sie die Faszination dieser Morgenläufe. «Und man hat schon Sport gemacht, bevor man zur Arbeit geht.»

Vorerst keine Ambitionen

Eigene sportliche Ziele verfolgt Sprunger zumindest vorerst keine mehr. «Am Sonntag werde ich erstmals seit meinem Rücktritt wieder mit einer Startnummer unterwegs sein», sagt sie. «Wie schnell ich die 5 km zurücklegen werde, weiss ich nicht.» Derzeit habe sie keine Pläne, in Zukunft einen Halbmarathon oder gar einen Marathon zu bestreiten. Viel wichtiger ist es ihr derzeit, anderen Personen aufzuzeigen, wie Sport ihr Leben bereichern kann.

Berner Zeitung

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