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Spielmann-Jeitziner ist mit ihrem EM-Marathon zufrieden

Der EM-Marathon war ein Traum, der in Erfüllung ging: Ursula Spielmann-Jeitziner klassierte sich am Samstag im 39. Rang. Sie ist mit ihrer Leistung zufrieden, auch wenn sie gegen Rennende Probleme plagten. Nun freut sich die Spiezerin auf kommende Herausforderungen.

Im Fokus der TV-Kamera: Die Spiezerin Ursula Spielmann-Jeitziner läuft am EM-Marathon in Zürich dem Sechseläutenplatz entlang.
Im Fokus der TV-Kamera: Die Spiezerin Ursula Spielmann-Jeitziner läuft am EM-Marathon in Zürich dem Sechseläutenplatz entlang.
jss

2 Stunden, 43 Minuten und 20 Sekunden: Exakt so lange dauerte am kühlen Samstagvormittag in Zürich das EM-Abenteuer von Langstreckenläuferin Ursula Spielmann-Jeitziner (42) aus Spiez. Keine 24 Stunden nach ihrem 39. Rang äusserte sich die einzige Oberländer EM-Starterin am Rande des Marathons der Männer über Emotionen und Strapazen. Und einen Gipfelsturm.

Wie fühlen Sie sich einen Tag nach den strapaziösen 42,195 Kilometern?

Ursula Spielmann-Jeitziner: Eigentlich sehr gut. Ich habe tief, wenn auch nicht allzu lange geschlafen. Heute war ich bereits eine halbe Stunde joggen. Die Muskeln sind etwas verhärtet, das ist aber normal. Ich fühle mich gut und blicke auf ein sehr positives Erlebnis zurück.

Sie hatten im Vorfeld gesagt, der EM-Marathon sei ein Traum, der für Sie in Erfüllung gehe. Wie haben Sie diesen erlebt?

Genial, ich bin noch nie einen so schönen Marathon gelaufen. Bedingt durch die Runden, die zu absolvieren waren, gestaltete sich das Rennen äusserst kurzweilig und abwechslungsreich.

Sie liefen eine Zeit von 2:43:20 – wie zufrieden sind Sie mit Ihrer sportlichen Leistung?

Von der Zeit her habe ich in etwa erreicht, womit ich gerechnet hatte. Ich glaubte, den Marathon in rund 2:40 laufen zu können. Das hätte ich auf einer flachen Strecke – die gut 3 Minuten schneller ist, als es jene mit der Steigung hinauf zur ETH in Zürich war – erfüllt.

Gegen Rennende hin mussten Sie beissen?

Mein Ziel war es gewesen, in der zweiten Hälfte noch zulegen und die eine oder andere Athletin überholen zu können. Das habe ich nicht geschafft, bin auf der letzten Runde vielmehr selbst überholt worden. Bis zur Halbmarathonmarke hatte ich mich sehr locker gefühlt und bin daher wohl etwas über der Pace gelaufen. Zuletzt hatte ich Probleme mit dem Magen, das soll aber keine Ausrede sein – ich bin total zufrieden mit meinem Auftritt.

Speziell dürften die Stimmung und die Unterstützung am Heimrennen gewesen sein...

Es war unglaublich. Das erlebt man bei einem Marathon sonst nicht. Es hatte sehr viele Leute. Speziell schön war, dass ich überall am Streckenrand bekannte Gesichter gesehen oder vertraute Stimmen gehört habe. Ich war freudig überrascht, wer alles nach Zürich kam, um mich zu unterstützen. Da waren auch Leute, mit denen ich nie gerechnet hätte.

Sie haben diese während des Rennens aktiv wahrgenommen?

Während der ersten zwei Runden schon. Du spürst eine wahnsinnige Energie, die dich trägt, die dich antreibt. Der Marathon ist ja kein Spaziergang, sondern Knochenarbeit – die Unterstützung hilft mental schon.

Sie hatten sich intensiv auf diesen mutmasslich letzten internationalen Höhepunkt Ihrer Karriere vorbereitet. Wie geht es nun weiter?

Ich werde sicher weiterhin Rennen in der Schweiz laufen. Erhole ich mich gut, möchte ich am Greifenseelauf (am 20.September, Anm. der Red.) starten und den Post-Cup bestreiten. Ob ich aber jemals wieder einen flachen Marathon laufen werde, weiss ich heute noch nicht. Starten möchte ich, wohl im nächsten Jahr, am Jungfrau-Marathon. Ich will als oberste Priorität gesund bleiben – und weiter laufen, das ist mir als Ausgleich zum Alltag wichtig.

Thuner Tagblatt/jss

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