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Wanders pulverisiert Europarekord von Mo Farah

59:13 Minuten – der Genfer läuft im Halbmarathon in Ras al-Khaimah in den Emiraten eine Fabelzeit und verbessert Mo Farahs Europarekord um 19 Sekunden.

Historischer Moment: Julien Wanders läuft eine spektakuläre Zeit. <i>(Video: Facebook/ATHLE.ch)</i>

Eine kleine Magenverstimmung nach der Ankunft im nördlichsten der Emirate am Persischen Golf hat ihn Mitte Woche vielleicht ein wenig irritiert, aber nicht gebremst und schon gar nicht gestoppt: Julien Wanders erreichte am frühen Freitagmorgen im Halbmarathon von Ras al-Khaimah bei besten Bedingungen alle seine hoch gesteckten Ziele: Schweizer Rekord, die 60-Minuten-Marke unterboten – mehr noch: In 59:13 Minuten pulverisierte der 22-jährige Genfer den Europarekord von 2015 des mehrfachen britischen Olympiasiegers und Weltmeisters auf der Bahn, Mo Farah, um 19 Sekunden.

14 Grad im Ziel, praktische Windstille, breite Boulevards auf neu designten kleinen Halbinseln und 13 Konkurrenten, die alle schon einmal unter 60 Minuten gelaufen sind: Die Voraussetzungen für ein Rennen nahe der Perfektion hätten für Wanders kaum besser sein können. Sofort nach dem Start ging er mit einer rund 20-köpfigen Spitzengruppe mit, vorgesehen hatte er, dass er mit einer zweiten Gruppe läuft. Das Tempo war für ihn jedoch nicht zu hoch, die 10-km-Marke passierten die Läufer in 28:10 Minuten, 20 Sekunden langsamer als vorgesehen.

Als die Spitze nach 12 Kilometern das Tempo erhöhte, fiel einer nach dem anderen ab, doch Wanders gehörte weiter zur Fünfer-Führungsgruppe. Erst als die Favoriten Abadi Hadis (ETH) und Stephen Kiprop (KEN) nochmals zulegten, fiel der Schweizer ein wenig zurück. Kiprop siegte im Endspurt in 58:42 Minuten, einer persönlichen Bestzeit. Wanders schliesslich wurde in einem Elitefeld, das ausschliesslich aus Afrikanern und einem afrikanischstämmigen Türken bestand, herausragender Vierter.

Herausragende Leistung

Seine persönliche Bestmarke von 60:09, gelaufen genau vor einem Jahr in Barcelona, unterbot er um 56 Sekunden, es war sein bereits vierter Europarekord innerhalb von 12 Monaten. Die Zeit von Barcelona bedeutete U-23-Rekord, ehe er in Durban im Oktober und in Houilles die 10-km-Bestmarke kontinuierlich auf 27:25 senkte. Noch nie lief ein Schweizer Langstreckenläufer auf einem solchen Niveau.

Wanders, der seit 2014 mehrheitlich in Iten in der Höhenlage Kenias trainiert, ist erst der fünfte Europäer, dem es gelang, unter 60 Minuten zu laufen. Und mit dieser Leistung brach er eindrücklich in die übermächtige Phalanx afrikanischer Läufer ein. Von den schnellsten Hundert in der ewigen Bestenliste des Halbmarathons ist er der Einzige mit europäischen Wurzeln - und kaum vorstellbar: Erst 36 waren je schneller als er.

Wanders kehrt nun für einige Tage in die Schweiz zurück und bestreitet dann am 17. Februar in Monaco als Abschluss seiner Strassensaison ein Rennen über 5 Kilometer.

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