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Aegerter: «Das kann es nicht sein!»

Der 28-jährige Oberaargauer Dominique Aegerter steht nach ungenügenden Jahren vor einer erneut schwierigen Saison.

Ist von sich überzeugt: Dominique Aegerter.
Ist von sich überzeugt: Dominique Aegerter.
Keystone

Ist MV Agusta Ihre letzte Chance in der Moto2?

Das kann sein, ich stehe unter Druck und muss nun liefern.

Sie entschieden sich für einen Rennstall, der zwar einen grossen Namen besitzt, aber 42 Jahre nicht mehr im Moto-Zirkus dabei war und bedingt konkurrenzfähig ist. Ist das nicht ein grosses Risiko?

Klar, aber es war ja nicht so, dass ich auswählen konnte. Im Gegenteil, ich war froh, erhielt ich noch einen Moto2-Platz. Immerhin ist MV Agusta eine legendäre, magische Marke, nicht nur wegen des einstigen Serienweltmeisters Giacomo Agostini. Das ist aber ein völlig neues Projekt, wir benötigen viel Geduld und Zeit, um unsere Ziele zu erreichen.

Ihr Team ist weit im Rückstand gegenüber der Konkurrenz. Wie wollen Sie diesen aufholen?

Das ist eine gute Frage. Wir müssen hart arbeiten und möglichst schnell Fortschritte erzielen. Was bleibt uns anderes übrig?

Sie hatten sich in anderen Rennkategorien ausserhalb der Moto2 umgesehen, ehe es Ende Jahr mit MV Agusta klappte. Wie nahe waren Sie sogar dem Karriereende?

Ich machte mir schon meine Gedanken, als ich nichts fand, das war eine harte Zeit. Doch für mich war immer klar gewesen, dass ich weitermachen will.

Im letzten Sommer hätten Sie zum holländischen Rennstall NTS gehen können. Wie sehr bedauern Sie, dieses Angebot nicht angenommen zu haben?

Im Nachhinein ist man immer schlauer. Ich dachte, ich würde etwas Besseres finden. Natürlich lief es nicht ideal, aber es bringt mir nichts, darüber zu grübeln. Dafür habe ich keine Zeit.

Ihre letzten Jahre waren hart, vieles lief schief. Welche Lehren ziehen Sie daraus?

Es gab leider auch Einflüsse, die ich nicht kontrollieren konnte: den überraschenden Tod unseres damaligen Teamchefs Stefan Kiefer im Herbst 2017 beispielsweise. Ich hatte den Kopf nicht immer frei, kämpfte mit Verletzungen, mein Manager Robert Siegrist hörte auf. Das war alles überhaupt nicht einfach.

Zuletzt unterstützte Sie Ihr Bruder Kevin, nun hört man, Sie seien in Kontakt mit den bekannten Managern Heinz Schlatter und DJ-Bobo-Promotor Oliver Imfeld, die Sie unterstützen sollen.

Es gibt Gespräche, das stimmt, aber noch ist nichts entschieden. Klar ist: Für mich kann es so nicht weitergehen, ich muss mich aufs Rennfahren konzentrieren können. Wenn ich ständig irgendwo zu Verhandlungen erscheinen muss, ist das schlecht.

Sie haben sich in Ihrem neuen Team eingekauft und sind mal wieder auf Sponsorensuche, ein Crowdfunding wie letztes Jahr wird es kaum geben. Kostet Sie der Platz bei MV Agusta wirklich deutlich mehr als eine Viertelmillion Franken im Jahr? Ja. Aber darüber möchte ich nicht sprechen. Solche Dinge erschweren es mir, den Fokus auf meine Arbeit zu richten.

Wie frustrierend ist es, müssen Sie erneut für einen Platz bezahlen, nachdem Sie etwa als WM-Fünfter 2013 und 2014 sehr gut verdient hatten und um Siege mitgefahren waren?

Es ist extrem unbefriedigend. Das kann es nicht sein! Ich bin überzeugt, dass ich auch mit 28 Jahren schnell und talentiert genug bin, um vorne mitzufahren.

In dieser Saison müssen Sie vermutlich froh sein, wenn Sie ab und zu Punkte gewinnen. Was sind Ihre Ziele für 2019?

Die Moto2-Kategorie ist sehr eng, vieles ist möglich. Für uns geht es darum, Schritt für Schritt besser zu werden und irgendwann in die Top 5 zu fahren. Ich muss Erfolg haben, damit ich auch 2020 dabei sein kann.

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