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Mit 36 reif für den WM-Titel?

Kein Grand Prix ohne einen neuen Sieger: Mark Webber machte mit seinem Triumph in Monaco die diesjährige Formel-1-Saison bereits 14 Rennen vor Schluss zu einer historischen und sich selbst zu einem ernsthaften Titelanwärter.

Plötzlich wieder im Rampenlicht: Mark Webber, Formel-1-Senior in Diensten von Red Bull.
Plötzlich wieder im Rampenlicht: Mark Webber, Formel-1-Senior in Diensten von Red Bull.
Keystone

Nicht wegen des Jubiläums, sondern wegen Mark Webbers Sieg hat die 70. Austragung des legendären Grand Prix von Monaco den Eintrag in die Formel-1-Geschichtsbücher auf sicher. Denn sechs verschiedene Sieger in den ersten sechs Saisonrennen hat es in den 62 Jahren zuvor in der Königsklasse des Motorsports nie gegeben.

Nochmals ein neuer Name in der Siegerliste der bislang ausgesprochen ausgeglichenen WM – das hatten die Experten vor dem Rennen in Monaco für alles andere als unwahrscheinlich gehalten. Sie dachten bei ihren Prognosen aber weniger an Webber, sondern vielmehr an das Lotus-Duo Kimi Räikkönen/Romain Grosjean oder an den zuletzt in Montmelóarg gebeutelten Lewis Hamilton, der im Hafenbecken des mondänen Fürstentums bereits in seiner Weltmeister-Saison vor vier Jahren triumphiert hatte.

Mit seinem Sieg hievte sich Webber, der im Auguts 36 Jahre alt wird, in den überaus grossen Kreis der Titelanwärter. In der WM-Wertung liegt er wie sein Red-Bull-Teamkollege Sebastian Vettel lediglich drei Punkte hinter Fernando Alonso (Ferrari). Der Spanier hat nach seinem 3. Platz hinter Webber und dem Wahl-Monegassen Nico Rosberg (Mercedes) 76 Zähler auf dem Konto. Zum Vergleich: Vor Jahresfrist hatte Vettel das Klassement nach dem sechsten Rennen mit 143 Punkten angeführt. Seine Marge auf den damals zweitplatzierten Hamilton betrug bereits 58 Zähler.

Für die grösste Spannung sorgte bei Webbers zweitem Triumph in Monte Carlo nach 2010 die unsichere Wetterlage, sprich der drohende Regen zum Rennende hin. Zwar lagen die ersten sechs Fahrer neun Runden vor Schluss innerhalb von lediglich 3,4 Sekunden, keiner wagte jedoch eine ernsthafte Attacke. «Es haben wohl alle auf Regen gehofft, nur ich nicht», schmunzelte Webber. «Für den Führenden ist es bei nassen Bedingungen immer am schwierigsten.»

Die Vorentscheidung führte Webber, der das Rennen wegen Michael Schumachers Rückversetzung um fünf Plätze von der Pole-Position aus hatte in Angriff nehmen dürfen, bereits mit einem gelungenen Start herbei. «Ich wusste sofort, dass es reichen würde, um als Führender in die erste Kurve zu gehen», so Webber, der in der vergangenen Saison dreimal auf dem besten Startplatz gestanden hatte, danach jedoch nie als Sieger abgewinkt wurde.

Wie bei seinem Erfolg vor zwei Jahren an der Côte d'Azur zeigte Webber am Pfingstsonntag jedoch keinerlei Schwächen und freute sich so über einen «unglaublichen Tag». Am Morgen vor dem Rennen liess ihm ein guter Freund eine motivierende Nachricht zukommen. «Du hast es im Griff, du stehst vorne und hast es im Griff», stand darin geschrieben. Wenige Stunden später hatte Webber tatsächlich alles und alle im Griff - auch den in der letzten Saison unerreichbaren Teamgefährten Vettel. «Das vergangene Jahr war ein kleines Mysterium. Manchmal war der Abstand so extrem, dass ich es nicht immer verstand.»

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