Mit dem «Start des Lebens» zum Sieg

Valtteri Bottas ­gewinnt den Grand Prix von Österreich. Der 27-jährige ­Finne triumphiert in Spielberg vor Sebastian Vettel und ­gehört mehr denn je zu den ­Titelkandidaten.

Valtteri Bottas kann Sebastian Vettel bis zum Schluss auf Distanz halten.

Valtteri Bottas kann Sebastian Vettel bis zum Schluss auf Distanz halten.

(Bild: Keystone)

Mit der Steiermark verbindet Valtteri Bottas besonders schöne Momente. Vor drei Jahren erreichte er auf dem Circuit in Spielberg erstmals in seiner Formel-1-Karriere einen Podestplatz, im neunten Rennen dieser Saison durfte er am Sonntag zum zweiten Mal nach Ende April in Sotschi die oberste Stufe des Podests besteigen.

Die Grundlage hierfür legte Bottas mit einem Start, der für viel Diskussionsstoff sorgte. Der Finne lief volles Risiko und zog beim Erlöschen der Lichter von der Poleposition aus auf und davon. Die Reaktionszeit Bottas’ im Mercedes betrug 0,201 Sekunden, womit sofort der Verdacht aufkam, er habe einen Frühstart begangen. Einen solchen konnten die Rennkommissäre letztlich aber nicht ausmachen. Bottas’ Timing beim Spiel mit dem Feuer passte perfekt: «Das war der Start meines Lebens.»

So spektakulär der Start war, so ereignisarm verlief das Rennen in der Folge. Bottas vergrösserte zunächst den Vorsprung gegenüber Sebastian Vettel zusehends, doch im Finale kam der Deutsche nochmals bedrohlich nahe an den Sieger heran. Eine Rennrunde mehr, und der im Thurgau wohnhafte Hesse wäre möglicherweise an Bottas vorbeigezogen.

Drei- statt Zweikampf

Seit Monaten ist von einem Titelduell zwischen Vettel und Lewis Hamilton die Rede, der erfolgreichste Fahrer der letzten drei Grands Prix ist mit 61 Punkten jedoch Bottas. Aus einem Zwei- könnte auch langfristig durchaus ein Dreikampf werden. «Ich war nie raus aus der Entscheidung um den Titel», sagte Bottas, der Dritte der Gesamtwertung. Sein Rückstand auf Leader Vettel beträgt 35 Zähler, jener auf Teamkollege Hamilton deren 15.

Bottas’ Leistungen in dieser Saison sind umso erstaunlicher, weil er sich bei Mercedes eigentlich noch immer in einer Anpassungsphase befindet. Er absolvierte erst neun Rennen für die Silberpfeile, betrieb in diesen jedoch beste Eigenwerbung. Nach dem unerwarteten Rücktritt von Nico Rosberg wurde der Finne vor einem halben Jahr lediglich mit einem Einjahresvertrag ausgestattet. Eine Notlösung, wie viele Skeptiker zunächst dachten, sieht allerdings anders aus.

8 Punkte für Grosjean

Das Team Sauber musste die Heimreise aus Spielberg nicht unerwartet ohne Zähler antreten. Pascal Wehrlein (14.) und Marcus Ericsson (15.) besassen keine reelle Chance, in den Kampf für die Top Ten eingreifen zu können. Positiv aus Sicht des Hinwiler Rennstalls, dessen Suche nach einem neuen Teamchef noch andauert, war einzig der Umstand, dass sich McLaren-Honda ebenfalls keine Punkte gutschreiben lassen durfte und der 9. Rang in der Konstrukteurswertung so weiterhin Tatsache ist.

Einen starken Auftritt legte derweil Romain Grosjean hin. Als Sechster gestartet, verteidigte der Genfer mit französischer Lizenz diese Position gekonnt. Seinem Team Haas bescherte er zum vierten Mal in den vergangenen fünf Grands Prix WM-Punkte. Diesmal waren es gar deren 8.

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