Rallye Dakar: Mythos und Monster

Das Dakar-Rallye ist das Wüstenspektakel schlechthin im Motorsport. Doch das am 2. Januar beginnende Rennen ist umstritten – weil es immer wieder ­Menschenleben fordert.

Vollgas durch die Wüste: Das Rallye Dakar ist spektakulär und gefährlich.

Vollgas durch die Wüste: Das Rallye Dakar ist spektakulär und gefährlich.

(Bild: Keystone)

Es ist ein Wüstenrennen. Und ein wüstes Rennen! 67 Todesopfer hat das Rallye Dakar seit seiner Gründung 1978 gefordert; Auto- und Motorradfahrer, aber auch viele Zuschauer. Vor Jahresfrist erlag ein älterer Mann seinen Verletzungen, nachdem er von einem Boliden erfasst worden war. Dank immenser technologischer Entwicklungen sind die Fahrzeuge zwar deutlich sicherer geworden, Kollisionen allerdings lassen sich kaum vermeiden. Rund 9000 Streckenkilometer sind nicht abgesperrt, separate Zuschauerzonen gibt es nur an besonders frequentierten Stellen.

Und so werden die Piloten auch bei der 39. Austragung vom 2. bis zum 14. Januar wieder sehr nahe an den Fans vorbeisausen. Das Rennen ist und bleibt ein Wagnis – welches den Grossteil seines Reizes aus der Gefahr zieht, die von ihm ausgeht. Extreme Risiken und fürchterliche Unfälle sind die eine Seite des Rallye Dakar, demgegenüber stehen faszinierende Bilder mit exotischen Landschaften sowie die gewaltigen Herausforderungen inklusive der Orientierungsschwierigkeiten in der Wüste. Der einstige Formel-1-Weltmeister Niki Lauda bezeichnete den Wettkampf als «den Mythos im Motorsport schlechthin».

Seit 2009 in Südamerika

In 180 Länder wird die Rallye übertragen, in gewissen Erdteilen sind die Einschaltquoten gewaltig. Doch das Rennen wird immer umstrittener. Von «moderndem Kolonialismus» ist die Rede, Umweltschützer demonstrieren heftig. Sogar der Vatikan mischte sich in die Diskussion ein, bezeichnete das Spektakel als «blutiges, unverantwortliches Rennen».

Wie auch immer: Von der «Königin der Wüstenrennen» sind Tausende Profis und Amateure fasziniert. Selbst Fürst Albert von Monaco hat am Klassiker teilgenommen, ihn jedoch nie beendet. Was keineswegs erstaunt, geben doch Jahr für Jahr rund 60 Prozent aller Teilnehmer auf. Wegen der Angst vor terroristischen Anschlägen findet das Rallye seit 2009 nicht mehr in Afrika, sondern in Südamerika statt. Heuer wird in Argentinien, Paraguay und Bolivien gefahren.

Beim Ritt durch die Sanddünen respektive über Steinpfade ist Erfahrung gefragt. Titelverteidiger Stéphane Peterhansel (FRA) ist 51, Stephan Schott (GER) 64. Und der Spanier Fortunato Maldonado wird bald 70. Es handelt sich allerdings nicht um eine reine Oldies-Rallye. Der jüngste Starter ist 25 – und eine Frau. Die Spanierin Cristiana Gutierrez Herrero will es den Herren zeigen.

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