Überlebt, übertroffen und überglücklich

Lukas Maurer hat bei seiner Premiere am gefährlichsten Rennen der Welt beeindruckt.

Volles Risiko: Lukas Maurer an der Isle of Man Tourist Trophy.

Volles Risiko: Lukas Maurer an der Isle of Man Tourist Trophy.

(Bild: zvg)

Langweilig wars, findet Lukas Maurer. Damit meint er nicht etwa die Isle of Man Tourist Trophy (TT), sondern die dreissigstündige Fahrt mit der Fähre vom deutschen Travemünde nach Helsinki, die er gestern hinter sich gebracht hat. Denn heute startet er im finnischen Imatra bereits ins nächste Roadrace. Die TT hingegen war alles andere als langweilig. «Es war super», sagt Maurer. «Eigentlich wusste ich es schon vorher, aber jetzt bin ich mir sicher: Es ist die geilste Motorradrennstrecke der Welt.»

Maurer ist von der Strecke beeindruckt, die Veranstalter sinds von ihm. Er wurde direkt für die nächste Ausgabe der TT eingeladen – und nahm ohne zu zögern an. Kein Wunder, denn der 25-Jährige aus Gurzelen war schnell, sehr schnell. Er war der beste Neuling dieses Jahres, der neuntbeste Newcomer in der über hundertjährigen Geschichte der Tourist Trophy. «Damit bin ich absolut zufrieden», bilanziert Maurer.

Er reiste mit zwei Zielen auf die Insel, die zwischen England und Irland liegt: Erstens wollte er die Rennen ohne Sturz beenden. «Ich habe Muskelkater und bin etwas angeschlagen, aber das ist mehr vom Stress. Ansonsten geht es mir super.» Darüber hinaus wollte er den Schweizer Rekord mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 198,6 Kilometern pro Stunde verbessern. Maurer übertraf die Marke, wenn auch nur knapp: In der sechsten und damit letzten Runde des Hauptrennens fuhr er im Schnitt 198,8 Kilometer pro Stunde. Somit hat er in 18 Minuten und 18 Sekunden über 60 Kilometer absolviert. «Ein schöner Abschluss zweier schöner Wochen», sagt Maurer.

Obwohl, so ganz nach Plan lief dann doch nicht alles. Das Wetter machte Probleme. Regen, Wind und Nebel sorgten für Trainingsabbrüche. In den letzten 20 Jahren wurden nie so wenige Runden absolviert wie dieses Mal. «Optimal wäre sicher anders, aber beunruhigt hat es mich nicht», meint Maurer. «Dafür konnten wir während dieser Zeit die Insel erkunden», sagt er und lacht. Vor dem Hauptrennen konnte er auf seiner Kawasaki nie sechs Runden am Stück fahren.

Mit Daley Mathison forderte die Isle of Man TT auch dieses Jahr ein Todesopfer. Im Schnitt sind es zwei pro Ausgabe. Auch Maurer hatte in seinem Lauf einen kurzen Schreckmoment. «Bei einem Sprung gab ich zu wenig Gas, da machte ich fast einen Salto vorwärts. Aber ansonsten verlief alles tipptopp.»

Am Montag fliegt Maurer zurück in die Schweiz. «Ich bin froh, wenn ich wieder zu Hause bin», meint er. Es dürfte aber nicht lange dauern, bis er an einem nächsten gefährlichen Rennen irgendwo auf dieser Welt teilnehmen wird. Denn wenn er etwas nicht mag, dann ist es Langeweile.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt