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Vielleicht wäre er heute Präsident Brasiliens

Heute wäre Ayrton Senna 60 Jahre alt geworden. Der Brasilianer war die Lichtgestalt der Formel 1, ehe er tödlich verunfallte.

Ayrton Senna war die Lichtgestalt der Formel 1. Am Samstag hätte er seinen 60. Geburtstag gefeiert.
Ayrton Senna war die Lichtgestalt der Formel 1. Am Samstag hätte er seinen 60. Geburtstag gefeiert.
Pascal Rondeau/Getty Images
Senna startete für McLaren und war dreifacher Weltmeister (1988, 1990 und 1991). Er startete in 161 Rennen und gewann 41 davon.
Senna startete für McLaren und war dreifacher Weltmeister (1988, 1990 und 1991). Er startete in 161 Rennen und gewann 41 davon.
Pascal Rondeau/Getty Images
Noch heute wird Senna in seiner Heimatstadt verehrt. Er ist auch das Idol des aktuellen Weltmeisters Lewis Hamilton.
Noch heute wird Senna in seiner Heimatstadt verehrt. Er ist auch das Idol des aktuellen Weltmeisters Lewis Hamilton.
Alexandre Meneghini, Keystone
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In Sao Paulo und in ganz Brasilien würden sie sich mit Ayrton Senna freuen. Senna konnte Menschen glücklich machen, ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Ein Charismatiker, der im Formel-1-Auto kompromisslos war. Er wäre an diesem Samstag 60 Jahre alt geworden. Anstelle von Geburtstagsfeiern wird es ein Tag des Gedenkens. Senna ist seit fast 26 Jahren tot. Er verunfallte am 1. Mai 1994 mit nur 34 Jahren.

«Wenn er nicht umgekommen wäre, wäre er heute vielleicht Präsident Brasiliens», sagte Adrian Newey einmal. Der Brite war ein Jahr früher als Senna geboren. Newey ist mittlerweile 61 Jahre alt, er ist der Chefdesigner beim Formel-1-Rennstall Red Bull, der damals auch den Wagen entworfen hatte, in dem Senna in Imola am schwarzen Wochenende der Formel 1 verunglückt war. Nicht nur die Rennserie stand unter Schock, ein ganzes Land war bestürzt vom Tod des Piloten, der 1988, 1990 und 1991 im McLaren den WM-Titel geholt hatte.

Er startete trotz Zweifeln

Senna konnte 41 Rennen bei 161 Starts gewinnen. 65 Mal stand der Brasilianer auf der Pole Position. Auch, als für ihn das letzte Mal die Roten Ampeln ausgingen und Senna am liebsten gar nicht angetreten wäre. Seine damalige Freundin Adriane Galisteu erzählte, er habe ein «ganz schlechtes Gefühl» für das Rennen gehabt. Der Unfalltod am Tag vorher von Roland Ratzenberger und der schwere Crash von Sennas Landsmann Rubens Barrichello beim Trainingsauftakt des Grand Prix in Imola hatten die Lichtgestalt der Szene schwer getroffen.

Der damalige Rennarzt Sid Watkins hatte Senna sogar nach eigener Schilderung überreden wollen, sofort zurückzutreten. «Was willst du noch beweisen?», habe er Senna gefragt. Senna startete, verunglückte in der Tamburello-Kurve und starb.

«Er hat das Rennfahren als Metapher für das Leben gesehen und er hat es genutzt, um sich selbst zu entdecken», schreibt die Formel 1 auf ihrer Homepage über Senna. «Faszinierend» sei diese Suche für ihn, sagte Senna einmal. «Jedes Mal, wenn ich pushe, entdecke ich mehr, jedes Mal.» Des gefährlichen Widerspruchs war sich Senna bewusst. «In dem Moment, in dem du der Schnellste geworden bist, bist du auch enorm zerbrechlich. Im Bruchteil einer Sekunde kannst du weg sein.» Extreme zwischen Leben und Tod, die für Senna ein Weg zur Selbstfindung und Selbsterkundung waren.

Hamilton verehrt ihn

Senna war einer, der die Grenzen verschob. Seinen lang ersehnten ersten Sieg beim Heimrennen schaffte er 1991 in Sao Paulo trotz schwerster Krämpfe. Senna konnte die letzten Runden nur noch im sechsten Gang fahren, das Getriebe im McLaren war hinüber. «Wenn man von 300 auf 70 Stundenkilometer herunterbremst, ohne herunterschalten zu können, dann schiebt der Motor mit voller Leistung weiter. Ich wollte schon aufgeben und wäre mehrmals beinahe abgeflogen», schilderte er damals. Bei der Siegerehrung unter dem tosenden Jubel der Fans konnte der völlig erschöpfte Senna die Siegertrophäe nur mit letzter Kraft nach oben stemmen.

Lewis Hamilton, sechsfacher Weltmeister und Superstar der Formel 1, verehrt Senna. Michael Schumacher brach in Tränen aus, als er 2000 die 41. Rennsiege des einstigen Widersachers egalisierte. Senna sei aus vielerlei Gründen einer der Grössten, betonte einmal Sebastian Vettel. «Was er in so kurzer Zeit erreicht hat und wie präzise er hinter dem Lenkrad war, war einzigartig.»

Was Senna hätte erreichen können, skizziert sein ehemaliger Teamkollege Gerhard Berger in einem «Kicker»-Interview: «Ich glaube, wir würden heute sagen, dass Senna sieben- oder achtmal Weltmeister gewesen ist.» Sein Leben wurde nach drei gewonnenen Weltmeistertiteln jäh beendet.

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