Zwischen Unterhaltung und Frust

Der Berner Tom Lüthi (30) erreicht in Spielberg das Podest, verliert aber in der WM-Wertung an Terrain.

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Tom Lüthi kämpft, Tom Lüthi pusht, Tom Lüthi versucht alles – und Tom Lüthi steht am Ende zum 9. Mal in diesem Jahr auf dem Podest. Nur: Beim Grand Prix von Österreich sind zwei Piloten schneller als der Berner – darunter Franco Morbidelli, Lü­this Rivale im Kampf um die Weltmeisterschaft. Der Italiener siegt in Spielberg vor Alex Marquez und baut die WM-Führung nach seinem 7. Saisonerfolg aus.

Trotzdem spricht Lüthi nach dem Rennen in Österreich von einem positiven Ergebnis. Eine Woche nach dem Triumph in Brünn vermochte der 30 Jahre alte Emmentaler erneut um den Sieg zu kämpfen. Eine Vierergruppe hatte sich kurz nach dem Start abgesetzt. Weil Pole-Mann Mattia Pasini den Anschluss verlor, kamen nur noch jene drei Fahrer für den Sieg infrage, die auch in der Gesamtwertung die ersten drei Plätze belegen.

Hinter Morbidelli kämpften vor allem immer wieder in Kurve 3 Lüthi und Marquez mit einigen Feindberührungen und Positionswechseln. «Es war unterhaltsam, aber auch etwas frus­trierend, weil ich das Gefühl hatte, über den besseren Speed zu verfügen», erklärte Lüthi. «Dieses Gefühl hatte Alex aber wohl auch und konterte immer wieder postwendend. Dadurch konnte Franco einige Meter vor uns sein Ding nach Hause fahren, ohne gestört zu werden.»

Drei Runden vor Schluss verloren Lüthi und der jüngere Bruder des Moto-GP-Weltmeisters Marc Marquez ­wieder nach einem Manöver in Kurve 3 den Anschluss endgültig. Morbidelli, der bei allen sieben Podestplätzen in diesem Jahr zuoberst aufs Treppchen stieg, siegte 1,3 Sekunden vor Marquez und 2,5 Sekunden vor Lüthi.

Nächster Halt: Silverstone

Ein Podestplatz, der 56. im 244. WM-Rennen, mache ihn «natürlich immer glücklich», sagte der 125er-Weltmeister von 2005. Dass der Rückstand in der Weltmeisterschaft um neun Punkte angewachsen ist, bereitet ihm keine grossen Sorgen. «Es sind noch sieben Rennen zu fahren. Da kann so viel passieren.» Die nächste Möglichkeit, den Rückstand zu verringern, hat Lüthi in zwei Wochen beim Grand Prix von Grossbritannien in Silverstone. Vorerst bleibt der Fahrer aus Linden noch einen Tag in der Steiermark, weil heute Moto-2-Testfahrten auf dem Red-Bull-Ring anstehen.

Aegerters sanfte Steigerung

Für Dominique Aegerter, den zweiten Piloten aus dem Bernbiet, gab es nach viel Frust in den letzten Rennen und zwei Ausfällen wegen Materialfehlern einen kleinen Lichtblick. Der 26-jährige Oberaargauer klassierte sich mit 14,955 Sekunden Rückstand im 9. Rang und erreichte zum fünften Mal in diesem Jahr eine Top-Ten-Platzierung. In der Gesamtwertung verbesserte sich Aegerter wieder auf den 9. Platz.

«Eigentlich muss ich nach den Enttäuschungen zufrieden sein», erklärte der Suter-Fahrer. Er wunderte sich aber, dass er in Sachen Topspeed zu den Langsamsten gehört. Ein erneuter Teamwechsel stehe zwar nicht im Vordergrund, betonte Aegerter. Dennoch wirbelte sein Manager Dr. Robert Siegrist das ganze Wochenende im Fahrerlager herum, um für 2018 die beste Lösung zu finden.

Bliebe noch die Königsklasse Moto GP: Auch dort wurde ein Marquez Zweiter: Andrea Dovizioso siegte vor Marc Marquez.

Berner Zeitung

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