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Neustart in zweierlei Hinsicht für Tigers-Ver­teidiger

Andrea Glauser von den SCL Tigers hat sich nach seiner Schulteroperation zurückgemeldet und will bald durchstarten.

Andrea Glauser will dem Gegner bald wieder einheizen. Foto: Raphael Moser
Andrea Glauser will dem Gegner bald wieder einheizen. Foto: Raphael Moser

Ganz kurz waren die Gedanken da. Wieso ausgerechnet Zug? Wie wird es sein? Dann rollte der Car der SCL Tigers los, und je ­näher die Zentralschweiz kam, desto mehr verschwanden die Bedenken vor seinem Comeback. Spätestens nach dem ersten ­Einsatz, dem ersten guten Pass, waren sie definitiv passé.

Mehr als einen Monat hatte Andrea Glauser im Spital, in der Physiotherapie und im Kraftraum verbracht, ehe er sich das Tigers-Dress wieder überziehen durfte. Am 7. Dezember war der Ver­teidiger in Zug von Dario Meyer gecheckt worden. Ein ganz normaler Vorgang in einem Eis­hockeyspiel eigentlich.

Aber für Ersteren sollte dieser weitreichende Folgen haben. Glauser spürte sofort, dass etwas kaputtgegangen war. «Ich hörte dieses Knackgeräusch, dann wurde es ganz warm», erzählt er. Und obwohl er keine grossen Schmerzen hatte, wurde aus dem schlechten Gefühl rasch eine Tatsache, als er die Ausrüstung sorgfältig ausgezogen hatte. Das Schultereckgelenk stand un­natürlich nach vorn heraus. Eine Operation war unausweichlich.

Die Hassliebe zu Lüthi

Bis dahin hatte der 23-Jährige Glück gehabt. Abgesehen von kleineren Blessuren machte die Verletzungshexe einen Bogen um ihn. Dieses Mal war es wenigstens Glück im Unglück. Zwei Wochen nach dem Eingriff konnte Glauser bereits wieder auf das Ergometer steigen und Rumpfübungen machen. Es war der Start in eine intensive und nervenaufreibende Phase. «Zwischen mir und Nicolas Lüthi entwickelte sich eine Hassliebe», sagt Glauser lachend.

Der Langnauer Athletiktrainer wurde gewissermassen zu seinem besten Freund oder grössten Feind – je nach Ansicht. «Manchmal», sagt Glauser, «habe ich am Morgen schon gedacht: O nein, der schon wieder!» Denn Lüthi musste unnachgiebig sein, um den Ver­teidiger so rasch wie möglich zurückzuführen. Doch bei aller Schinderei konnten die beiden auch zusammen lachen, «was für mich wichtig war».

Das Schlimmste waren für Glauser sowieso nicht die Einheiten mit Lüthi, sondern die Stunden auf der Tribüne. Denn zu­schauen zu müssen, wenn man eigentlich mithelfen möchte, sei nerven­aufreibend. Wobei er sich mit Feedback an die Teamkollegen zurückhielt. Denn: Wenn einer einen Fehler macht, weiss er das meistens selbst. Zumal er diesen zusätzlich von Heinz Ehlers im Videostudium vor Augen geführt bekommt.

Der Rat von Ehlers

Nun also beginnt der 23-Jährige nochmals von vorn. Was auchim übertragenen Sinne gilt. Denn kurz vor seinem Ausfall sagte er einmal: «Ich bin noch nicht der gleiche Andrea wie in der letzten Saison.» Mit etwas Distanz spricht Glauser von einem «schlechten und schwierigen Start». Und er weiss, worauf dieser zurückzuführen ist. In der letzten Saison war er der Auf­steiger im Langnauer Ensemble gewesen. Er spielte unbeschwert und trotzdem grundsolide.

Er erhielt ein Aufgebot für die Nationalmannschaft und wurde zu einem der Leader in der Tigers-Defensive. Dort wollte der Düdinger in dieser Saison anknüpfen – doch es traf das Gegenteil ein. «Weder hatte ich zuvor in meiner Karriere Druck, noch machte ich mir besonders Druck. Deshalb war diese Situation für mich schwierig», sagt Glauser. Trainer Ehlers merkte das bald einmal und sprach ihn darauf an. Schliesslich folgte des Dänen Rat: «Spiel wieder einfacher!»

Das versucht der Verteidiger nun in die Tat umzusetzen. Zumal die SCL Tigers im engen Schlussspurt um einen Playoff-Platz auf ihn in Bestform an­gewiesen sind. Heute zu Hause gegen Lausanne und morgen in Ambri versuchen die Emmen­taler jedenfalls, die aufsteigenden Tendenzen fortzusetzen. Wobei das Rencontre mit den Waadtländern für Glauser wieder ein spezielles wird – aber aus einem erfreulicheren Grund als noch am Dienstag. Denn Lausanne-Stürmer Christoph Bertschy ist ein Jugendfreund. Noch heute unternehmen die beiden viel zusammen. In den Tagen vor dem Duell herrscht aber Ruhe. Dafür wird dann im Match umso mehr «gstichlet».

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