Zum Hauptinhalt springen

Neurowissenschaftlerin mit Olympiagold

Die Genferin Sarah Höfflin hat eine erstaunliche Geschichte. Auf den Sport setzt sie erst seit dem Studiumsende.

Den Freestylerinnen gelingt ein historischer Coup: Sarah Höfflin und Mathilde Gremaud holen Gold und Silber. Video: Tamedia/AFP

Es sind erstaunliche Gold- und Medaillengeschichten an diesem olympischen Samstag. Eine Snowboarderin siegt im Super-G. Und dann diese beide Schweizerinnen im Slopestyle.

Die 18-jährige Freiburgerin Mathilde Gremaud fährt nach einem Kreuzbandriss den ersten Wettkampf der Saison, gewinnt trotz einem schweren Trainingssturz in Südkorea Silber und ist danach praktisch sprachlos. Und Sarah Höfflin? Sie war einmal ganz weit weg von den Skipisten. Als Kind stand die Tochter eines Genfers und einer Neuseeländerin häufig auf Ski. Doch mit 12 zog sie nach Manchester, ihre Mutter hatte nach der Scheidung einen neuen Mann, der in England arbeitete. Und in Manchester hat es nur eine Skihalle.

Mit 18 kaum auf der Piste, mit 27 Olympiasiegerin

Mit 18 verbrachte Höfflin während des ganzen Winters nur einen halben Tag auf der Piste, so erzählte sie es der NZZ. 9 Jahre später ist Höfflin mit 27 Jahren Olympiasiegerin und sagt: «Ich habe das überhaupt gar nicht erwartet, es ist unglaublich, genial.»

Was für ein Coup: Sarah Höfflin (l.) und Mathilde Gremaud drückten dem Slopestyle-Wettbewerb den Stempel auf.
Was für ein Coup: Sarah Höfflin (l.) und Mathilde Gremaud drückten dem Slopestyle-Wettbewerb den Stempel auf.
Keystone
Die drei Besten: Flankiert von ihrer Teamkollegin Mathilde Gremaud (2./l.) und der Britin Isabel Atkin, posiert Sarah Höfflin als frisch gebackene Olympiasiegerin.
Die drei Besten: Flankiert von ihrer Teamkollegin Mathilde Gremaud (2./l.) und der Britin Isabel Atkin, posiert Sarah Höfflin als frisch gebackene Olympiasiegerin.
Keystone
Freude herrscht: Nach ihrem dritten Run weiss Sarah Höfflin, dass sie Grosses geleistet hat.
Freude herrscht: Nach ihrem dritten Run weiss Sarah Höfflin, dass sie Grosses geleistet hat.
Getty Images
1 / 6

Sie erzählt in diesem Moment auch von ihrem Kindheitstraum. Etwas mit Medizin wollte sie machen und Ärztin werden. Jetzt hat sie olympisches Gold. Und ja, etwas mit Medizin, das kann sie auch noch tun. Höfflin schloss in Cardiff ein Studium in Neurowissenschaften ab. Danach genügten ihr ein Sommer in der Skihalle, zwei Winter in den französischen Bergen und einige Teilnahmen an Freestyle-Wettbewerben, um den Schweizer Trainern aufzufallen und selbst zu merken, dass sie es trotz vergleichsweise hohem Alter noch ganz an die Spitze schaffen kann.

«Jetzt ist es gut, ob du Erste oder Letzte wirst»

Seit Sommer 2015 gehört sie zum Nationalteam, doch die erste Saison verpasste sie mit einem Kreuzbandriss. Vor einem Jahr wurde sie an der WM Vierte und gewann den Slopestyle-Gesamtweltcup. Jetzt, vor der Qualifikation am Freitag, war Höfflin «etwas gestresst». Vielleicht auch, weil sie bei den Trainings oft gestürzt war, der Wind hatte ihr zu schaffen gemacht. Doch nachdem die Böen weniger geworden waren und sie die Finalteilnahme geschafft hatte, sagte sie sich: «Sarah, jetzt ist es gut, ob du nun Erste oder Letzte wirst.» Locker sei sie gewesen vor den drei Läufen. Und wenn man in ihrer Sportart locker sei, «kommt es meist gut». Es kam gut, dank dem letzten Lauf, in dem sie sich von Rang 2 auf Rang 1 verbesserte und Gremaud überholte.

Koreanische Gratulation für die grosse Siegerin. Video: TA.

Ob jetzt alles anders wird in ihrem Leben? Nein, sagt Höfflin. Sie möchte weiterhin vor allem Ski fahren. Nur einen kleinen Wunsch würde sie sich gerne erfüllen. Sie möchte mit Kindern reden, vielleicht Schulen besuchen, um vom Skifahren, den Bergen und der Umwelt zu reden, die ihr offensichtlich auch am Herzen liegt.

Zum Inhalt

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch