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«Bei Cancellara ist die Beschleunigung extrem»

Wenn Fabian Cancellara heute an der Rad-WM im Zeitfahren an den Start geht, weckt das bei Marcello Albasini, dem sportlichen Leiter bei IAM, ganz spezielle Erinnerungen.

Welche Rolle hat der sportliche Leiter bei so einem Zeitfahren?

Grundsätzlich gibt der sportliche Leiter über den Funk Informationen zur Strecke, warnt vor Hindernissen, engen Kurven, wo der Fahrer voll durchfahren kann, wo er vorsichtig in die Kurve gehen muss. Dazu die Zwischenzeiten. Mit Reto Hollenstein und mir ist das jetzt etwas anders, weil ich ihn auch als Trainer betreue. So haben wir vorab diskutiert, wann er wo in welcher Intensität fahren wird.

Wie schätzen Sie den Parcours ein?

Er ist vor allem hart wegen der grossen Distanz von 57 Kilometern. Wir haben ja sonst keine so langen Rennen mehr. Die Schwierigkeit besteht darin, das Rennen so anzugehen, dass man zum Ende hin nicht abbaut, sondern sich eher noch steigern kann – und zugleich am Limit fährt. Aber das ist natürlich schwierig ohne Erfahrung über diese Distanz.

Kommunizieren Sie mit jedem Fahrer gleich?

Das besprechen wir meist vorher. Was er hören will, Zwischenzeiten etwa, ob er angefeuert werden will. Bei so einem langen Zeitfahren ist es jedoch wichtig, dass man auch mal schweigt und den Fahrer in Ruhe lässt, damit er sich auf seine Leistung konzentrieren kann.

Haben Sie auch schon Fabian Cancellara begleitet?

Ja, mehrfach.

Wann zum letzten Mal?

Das war wohl noch in der U-23-Kategorie, als er WM-Zweiter wurde (Anm.: Im Jahr 2000). Bei den Profis noch nie.

Woran erinnern Sie sich speziell?

Was er immer extrem gemacht hat, waren die Beschleunigungsphasen aus den Kurven heraus. Das habe ich vorher und nachher nie mehr so gesehen. Als er 1998 erstmals Juniorenweltmeister wurde, fuhr auch ich mit dem Auto, da war ich schon sehr emotional. Es war eine ganz enge Angelegenheit gegen Filippo Pozzato. Da schrie ich viel ins Megaphon. Heute haben wir ja den Funkknopf im Ohr, da musst du besser aufpassen, dass du nicht dauernd quatschst.

Was erwarten Sie von Reto Hollenstein?

Ein Resultat unter den ersten zehn wäre absolut hammermässig. Und wenn es gut läuft, ist ein Rang zwischen 10 und 20 realistisch.

Und wie schätzen Sie Cancellara ein?

Wir begleiteten gestern die beiden während etwa zwei Stunden im Training. Cancellara schaut «förmig» aus, das ist keine Frage. Ob es zum Siegen reicht, weiss ich nicht, aber er wird sicher dabei sein. Aber: Ich kenne die Formstände der anderen nicht.

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