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Der Kleinste war der Schnellste

Der 20-jährige Franklin Archibold aus Panama gewann nach einem sturzreichen Rennen am Ostermontag in Kiesen vor Jan-André Freuler. Zu den Sturzopfern zählte auch Marlen Reusser.

Spurt: Franklin Archibold (l.) überlistet Jan-André Freuler.
Spurt: Franklin Archibold (l.) überlistet Jan-André Freuler.
Markus Grunder

Obwohl sich auf der Bahnhofstrasse in Kiesen ein grösseres Feld dem Ziel näherte, war der Massensprint nach den 20 Runden rund um das Aaretaler Dorf gar keiner, denn es ging «nur» um die ersten drei Plätze. Das Trio Franklin Archibold, Jan-André Freuler und Fabian Paumann hatte nämlich den zweiten Teil des Feldes auf der letzten Runde eingeholt und sich auf den letzten 2 Kilometern durch die grosse Gruppe durchgekämpft. Zum Glück hielten sich die überrundeten Fahrer aus dem Endkampf zurück, sodass das Trio den Spurt regulär austragen konnte.

Und diesen gewann nicht der spurtstarke Bahn- und Strassenfahrer Jan-André Freuler, sondern Franklin Archibold aus Panama. Der Neffe des früheren Schweizer Sprintstars Urs Freuler kannte den 20-jährigen, nur 171 Zentimeter grossen Hospitanten aus Mittelamerika im Weltradsportzentrum Aigle nicht und zögerte den Spurt lange hin­aus, weil er sich als antrittsschneller eingestuft hatte: «Ich machte meinem Namen keine Ehre. Nun ist mir ein so dummer Fehler schon zum zweiten Mal passiert», ärgerte sich Freuler nach dem verlorenen Sprint.

Obwohl mit einem Schnitt von 45,6 Stundenkilometern gefahren wurde, liess sich der Rennverlauf abgesehen vom Finale nicht mit den Austragungen der drei Vorjahre vergleichen. Hatten sich früher jeweils kleine Fahrergruppen schnell aus dem Feld verabschiedet, brauchte es diesmal einen Prämiensprint um 100 Franken bei Rennhälfte, damit sich eine Vorentscheidung anbahnte.

Der Aargauer Paumann holte sich das Geld und zog das Tempo mit den beiden andern durch. Innerhalb einer Runde war das Trio aus dem Sichtfeld der Verfolger entschwunden und war sich einig. «Jeder hat seinen Anteil an der Führungsarbeit erledigt, und bis zum Schlussspurt haben wir uns gegenseitig nicht attackiert», lobte Freuler die Zusammenarbeit.

Der Biker Lukas Flückiger, letztes Jahr Dritter und erst im Spurt geschlagen, war der Einzige, der das Verdikt nicht kampflos annahm. 30 Kilometer vor Schluss riss er aus, erhielt von zwei überrundeten Fahrern keine Unterstützung und verschwand 10 Kilometer später wieder im Feld. Ein Duo konnte aus der Verfolgergruppe aber in der Schlussrunde noch entkommen. Als das Spitzentrio uneinholbar voraus war, attackierte der Portugiese Tiago Antunes – auch er vom Centre mondiale in Aigle – zusammen mit Théry Schir und rettete ein paar Sekunden vor dem Feld ins Ziel.

Reusser schwer gestürzt

Die «leichte» Strecke beim Ostermontagrennen in Kiesen erwies sich auch bei der vierten Austragung durch den RSC Aaretal als äusserst selektiv. Sieht man von der Überquerung der Autobahn ab, weist der 5,2 Kilometer lange Rundkurs keine Steigung auf, dafür aber zahlreiche Kurven und vor allem enge Strassen.

Diese Konstellation führte bereits in der zweiten Runde zu Stürzen, die das Feld der 124 Teilnehmer auseinanderrissen. Mehrere Sturzopfer mussten mit Schlüsselbeinbrüchen ins Spital eingeliefert werden – am schlimmsten traf es aber die einzige Frau im Rennen. Marlen Reusser, die Schweizer Meisterin im Zeitfahren, wurde mit Verdacht auf einen Beckenbruch abtransportiert.

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