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Effekt bleibt aus

Die sechste Ausgabe des Flückiger-Cross in Madiswil war geprägt von prekären Wetterverhältnissen und enttäuschten Erwartungen.

Widrige Verhältnisse: Den Fahrern blieb in Madiswil nichts erspart.
Widrige Verhältnisse: Den Fahrern blieb in Madiswil nichts erspart.
Marcel Bieri

Eigentlich gibt es für einen Radquerfahrer kein besseres Wetter als Regen. Durch das Wasser wird die Strecke aufgeweicht, und die Räder können sich einfacher durch die Wege pflügen. Wenn zudem der Schlamm spritzt und dieser den Fahrern am ganzen Körper klebt, sich mit dem Schweiss vermischt, wenn die Akteure sich über die Strecke kämpfen, garantiert Regen auch für die Zuschauer ein Spektakel.

Nun, alles hat seine Grenzen. Beim sechsten Flückiger-Cross in Madiswil war die Freude bei Fahrern und Zuschauern über einen Platz im Trockenen nach dem Rennen jedenfalls deutlich grösser, als es für sie die vorangegangene Stunde auf beziehungsweise an der Strecke beim Schulhaus Madiswil gewesen war.

Petrus zeigte sich an diesem kühlen Novembersonntag jedenfalls kreativ und präsentierte gegen Jahresende eine vielfältige Wetterpalette. Von Sonnenschein über leichten Nieselregen bis hin zu Graupelschauer. Mitte des Rennens zog ein heftiges Gewitter übers Gelände. Mit jedem Tritt in die Pedale wurde die Sehnsucht grösser, sich der dreckigen, durchnässten Kleider zu entledigen.

«Die letzten Runden waren eine Katastrophe», sagt Andreas Moser. Der OK-Präsident kam schliesslich als 13. ins Ziel, hatte sich ob der prekären Wettersituation bisweilen aber nicht auf das Geschehen auf der Strecke konzentrieren können. «Das Wichtigste ist, dass alle heil ins Ziel kamen», sagt Moser. Vorgängig festgelegte Zielvorgaben mussten bald einmal revidiert werden – nicht nur im Bezug auf das sportliche Abschneiden.

Mosers Hoffnung

Erstmals wurde das Flückiger-Cross in diesem Jahr nämlich als Rennen der C-1-Kategorie durchgeführt. Durch diese Aufwertung hatte sich das OK um Moser erhofft, ein stärkeres Fahrerfeld nach Madiswil zu locken. Neben dem leicht erhöhten Preisgeld gab es schliesslich auch mehr Weltcuppunkte zu gewinnen. Dieser Effekt blieb aber aus. Zwar stand ein Grossteil der Schweizer Elite am Start – der St. Galler Sieger Lars Forster absolvierte die sieben Runden à 2,51 Kilometer als Einziger unter einer Stunde – renommierte Fahrer aus dem Ausland fehlten jedoch gänzlich.

Gleichzeitig stattfindende Rennen derselben Kategorie im Ausland waren für viele Fahrer – wohl wegen der höheren Preisgelder – immer noch attraktiver. «Ich hätte mir schon ein bisschen mehr erhofft», sagt Moser. Zumal der finanzielle Aufwand im Vergleich zu den Vorjahren grösser, der Ertrag – auch bedingt durch das schlechte Wetter – aber kaum höher sein dürfte. «Wir müssen das in den nächsten Wochen analysieren», sagt Moser. Denkbar ist, dass das Datum des Rennens angepasst wird, damit der Konkurrenz aus dem Weg gegangen werden kann.

Flückigers Idee

Es gibt da jedoch auch noch eine andere Idee. Lukas und Mathias Flückiger, Namensgeber und Mitorganisatoren des Flückiger-Cross, könnten sich vorstellen, dass aus dem Radquerrennen mal ein Mountainbikewettkampf würde. «Das läge mir persönlich mehr», sagt Mathias Flückiger, der sich in der dritten Runde aus seinem Heimrennen zurückzog, betont aber gleich, dass Radquer in den letzten Jahren populärer geworden sei und für ihn eine Herzensangelegenheit sei, zumal er dort seine Karriere lanciert hatte.

Den beiden Brüdern aus dem Oberaargau schwebt vor, ein Mountainbikerennen der nationalen Serie, des Swiss Bike Cup, zu organisieren. Er sei dieser Idee gegenüber nicht abgeneigt, sagt Andreas Moser, aber sie müsse in aller Ruhe besprochen werden, und sowieso brauche es die Zustimmung des gesamten Organisationskomitees.

Eile herrscht in dieser Angelegenheit nicht, die Termine fürs nächste Jahr wurden schon vergeben. Vorerst bleibt also alles wie gehabt. Wobei – gegen ein bisschen weniger Regen und Hudelwetter hätte bei der nächsten Austragung in Madiswil sicher niemand etwas einzuwenden.

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