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Altstars mit zünftig Sand im Getriebe

Das erste Derby Thun - YB der noch jungen Saison war dem Alter vorenthalten. Legenden der Superligisten kämpften am Freitagabend zum Auftakt des Beachsoccer-Events gegeneinander. Und mit der Unterlage.

Jürg Spielmann
Ex-Thuner und -St.-Galler im YB-Dress: Andreas Wittwer (28), seit Juli vereinslos, zieht ab, Thun-Goalie Bahram Hatef pariert.
Ex-Thuner und -St.-Galler im YB-Dress: Andreas Wittwer (28), seit Juli vereinslos, zieht ab, Thun-Goalie Bahram Hatef pariert.
Jürg Spielmann

Sand wirbelt auf. Und zwei mehr oder weniger angejahrte Mannschaften wirbeln in ebendiesem. Obwohl allesamt gestandene Kicker, bekunden sie mit der widerspenstigen Unterlage doch einige Mühe; spieltechnisch hat es ab und an merklich Sand im Getriebe, was auch nicht weiter verwundert bei einem Geläuf aus 700 Tonnen feinstem Quarz.

Der guten Stimmung tut dies freilich keinen Abbruch. «Cartinhooo!», skandiert die YB-Bank, als Milaim Rama ein Handspiel begeht. Der Alt-Internationale (43) lächelt süffisant und kontert das verbale Tackling gleich mit vier Toren.

Wenn auch kein qualitativ hochstehender Strandfussball, ein putzmunterer Kick ist es alleweil, den sich die FC-Thun-Legenden und die YB Old Stars am frühen Freitagabend in der Spiezer Beacharena liefern. Es ist eine Premiere, dass sich die Thuner und Berner Altstars zum Derby treffen.

«Andi, guet so, du bisch ä Rote!»

Thun-Legende Nelson Ferreira (37) zu Andreas Wittwer, der einenFreistoss vergeigte.

Und es ist der Auftakt zum Beachsoccer-Weekend mit Liga- und Cupentscheidungen sowie, als Höhepunkt, dem Länderspiel Schweiz gegen Dänemark (Sonntag, 15 Uhr).

Die Crème de la Crème

Es sind bekannte Gesichter, die in gelben und roten Jerseys das Runde im Eckigen unterzubringen versuchen. Die Liste der Kader liest sich wie das Who’s who des bernisch-kantonalen Ballgeschiebes: Champions-League-Torschütze (Ferreira, FCT), Internationale (Rama, FCT; Sutter, Weber, Wittwer, YB), Schweizer Meister und Cupsieger (Sutter, Weber, Wittwer).

Mit René Sutter steht gar auch ein Brasilien-Bezwinger (1:0, Juni 1989) auf dem Feld. Bietet er also Sambaballzauber à la Zuckerhut? Fast: Einen Seitenfallzieher setzt der Vater von Thun-Defensivstratege Nicola Sutter zwar ins Aussennetz, doch der 53-Jährige trifft auch zweimal ins Gehäuse.

Zum Spass, aber dennoch mit Verve (v.l.): Nelson Ferriera, Michael Siegfried und YB-Kultfigur Martin Weber haben den Ball im Fokus. Foto: Jürg Spielmann
Zum Spass, aber dennoch mit Verve (v.l.): Nelson Ferriera, Michael Siegfried und YB-Kultfigur Martin Weber haben den Ball im Fokus. Foto: Jürg Spielmann

Das Spiel im 40 mal 30 Meter grossen Sandkasten geht über kräftezehrende dreimal 15 Minuten. «Es ist sehr anstrengend, macht aber Spass», resümiert YB-Legende Martin Weber. Er trägt seine legendäre Rückennummer 4 – und die YB-Captainbinde. Vor ordentlich gefüllten Rängen entwickelt sich ein munteres Hin und Her. 7:8 unterliegt der FC Thun den «Young» Boys letztlich.

Lubos Plevka vergibt die Ausgleichsmöglichkeit mit dem Schlusspfiff per Kopf. «Ein 8:8 wäre gerecht gewesen», findet denn auch Meister und Cupsieger Jürg Wittwer (60), der von seinem vereinslosen Filius Andreas (28), einem Langzeit-Thuner und Zuletzt-St.-Galler, begleitet wird. Er hat bis zur U-18 in Bern gekickt.

«Die machen das gut in Thun oben.»

YB-Rekordspieler Martin «Tinu» Weber (61, 499 YB-Spiele) lobt die Arbeit des FC Thun.

Wer aber wird in fünfeinhalb Wochen das erste «richtige» Berner Derby für sich entscheiden? «Wir haben die bessere Mannschaft», ist Martin Weber, YB-Rekordspieler, zwar überzeugt, «aber die Derbys sind stets eine enge Angelegenheit.» Lubos Plevka, von 1997 bis 2001 oder «von Egli bis Bregy» (als Coach) in Diensten der Thuner, gibt den Diplomaten: «Der FC Thun kann in der Stockhorn-Arena jeden schlagen. Ich könnte aber auch mit einem 1:1 oder 2:2 leben.»

Heute ist Doppel-Derby-Zeit

Wer indes nicht bis zum Mittwoch, 25. September, warten mag, dem oder der sei empfohlen, heute um 14.30 Uhr im Thuner Lachen vorbeizuschauen. Dort stehen gleich zwei Derbys Thun - YB auf dem Programm: jene der Nachwuchsteams U-15 und U-16. Und garantiert ohne jedes Sandkorn im Getriebe.

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