Auch als Verletzter oft beim Team

Tobias Baumgartner kann seit letztem Sonntag als Captain des BSV Bern wieder aktiv eingreifen.

Tobias Baumgartnerkann wieder Richtung Torziehen. Foto: Raphael Moser

Tobias Baumgartnerkann wieder Richtung Torziehen. Foto: Raphael Moser

Reto Pfister

Endlich. Am letzten Sonntag im Heimspiel gegen Kadetten Schaffhausen konnte Tobias Baumgartner für den BSV Bern wieder ins Geschehen eingreifen. «Dieses Ziel hatte ich zusammen mit dem Arzt anvisiert, es hat mich sehr gefreut, dass es klappte», sagt der 28-Jährige. Vor der Länderspielpause musste der neue Captain der Berner einen Monat lang die Begegnungen nur von aussen betrachten. Am 25. September brach er sich im verlorenen Cup-Auswärtsspiel bei GC Amicitia Zürich die linke Mittelhand. Von der Halle hielt sich Baumgartner jedoch nicht fern.

Bei Besprechungen dabei

Für den Rückraumspieler ist es wichtig, dass verletzte Spieler den Kontakt zum Team nicht verlieren und sich möglichst oft im Umfeld der Equipe aufhalten. «Ich erwarte es eigentlich von allen», sagt Baumgartner. «Immer möglich ist es jedoch nicht.» Etwa dann, wenn der Spieler sich vorwiegend bei Ärzten oder Physiotherapeuten aufhält oder sich gar in einer mehrmonatigen Rehabilitationsphase befindet, wie das bei Pedro Spinola der Fall war. Der Portugiese absolvierte nach einem Achillessehnenriss einen grossen Teil des Aufbautrainings in seinem Heimatland.

Baumgartner hingegen konnte im athletischen Bereich stets vieles machen, in der Gümliger Ballsporthalle steht ein vollständig eingerichteter Kraftraum zur Verfügung. «Ich fuhr oft auf dem Crosstrainer oder arbeitete an der Rumpfstabilität», sagt er. «Ich machte alles, was die linke Hand nicht belastete.» Fast in jedem Training war er anwesend, sprach mit den Mitspielern oder den Coachs.

Die Spiele verfolgte der Captain unmittelbar hinter der Bank. Ab und zu sprach er auch mit Trainer Aleksandar Stevic, wenn dieser mit seinem Spielführer den Austausch suchte. Auch bei den Besprechungen vor den Partien war Baumgartner meist dabei, dazu bei Videoanalysen. «Von diesen kann ich auch profitieren, wenn ich nicht spielen kann», liefert er die Begründung. Lediglich in den Pausen begab er sich nicht in die Garderobe. «Dann wollen sich die Spieler auf die zweite Hälfte konzentrieren, ein Verletzter kann da kaum etwas dazu beitragen.»

Verunsicherung spürbar

Obwohl er nahe am Team war, fehlte doch das Wesentliche, das Spielen. «Es fiel mir sehr schwer, zuzuschauen», gesteht er. Zumal das Team nie desolat spielte, aber dennoch viele Partien knapp verlor und auf Platz 7 abgerutscht ist, mit bereits 6 Punkten Rückstand auf das fünftplatzierte Kriens-Luzern.

«Wir hatten eigentlich immer genug Qualität auf dem Platz», blickt Baumgartner auf die Phase zurück, in der er nur Betrachter von aussen war. «Das Spiel wirkte jedoch immer etwas ängstlich; es war eine gewisse Verunsicherung zu spüren.» Besonders dramatisch präsentiert sich die Situation für die Berner nicht, weil in dieser Saison kein Druck besteht, vor Weihnachten Platz 6 und die Finalrunde zu erreichen. Diese wurde abgeschafft. Der BSV sollte dennoch beginnen, regelmässig zu punkten, um in den Playoff-Viertelfinals im April 2020 den Spitzenteams aus dem Weg gehen zu können.

Die Leistung bei der 35:36-Heimniederlage gegen die Kadetten gab zu Hoffnungen Anlass. «Es nervte alle, dass wir verloren hatten», sagte Baumgartner. «Dennoch war vieles positiv, ich hoffe, wir können jetzt Schwung holen.» Do, 7.11. (20.15 Uhr/Mysports live) trifft der BSV mit Pfadi Winterthur erneut auf ein Spitzenteam. «Wenn wir besser verteidigen als am Sonntag, ist ein Erfolg möglich», zeigt sich der Captain zuversichtlich.

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