Bernerinnen planen Angriff

Verkehrte Welt in der Nationalliga A der Frauen: Während Emmental Zollbrück vier und Berner Oberland drei Punkte holte, kassierte das hoch dotierte Bern Burgdorf zwei Niederlagen.

Wizards-Verteidigerin Marlene Haldimann und Torhüterin Ladina Töndury kamen gegen die Oberländerinnen mehr als einmal in die Bredouille.

Wizards-Verteidigerin Marlene Haldimann und Torhüterin Ladina Töndury kamen gegen die Oberländerinnen mehr als einmal in die Bredouille.

(Bild: Marcel Bieri)

Die Wizards Bern Burgdorf sind eigentlich das am höchsten kotierte Berner Team in der Nationalliga A der Frauen. Und sie wurden dieser Rolle bis vor diesem Wochenende auch gerecht. Doch dann kam es knüppeldick: Am Samstag ging das Derby gegen Berner Oberland mit 2:5 verloren, weniger als 24 Stunden später – erneut vor eigenem Publikum – resultierte auch gegen Emmental Zollbrück eine 2:6-Niederlage.

Gegen BEO führte man bis kurz vor Spielhälfte mit 2:1, am Tag danach bis zur 28. Minute mit 1:0 und lag bis eine Viertelstunde vor Schluss mit bloss einem Tor im Rückstand. «Wer seine Chancen nicht nutzt, wird bestraft», lautete das Fazit von Trainer Marco Torri, dem vor allem die magere Ausbeute von jeweils bloss zwei Treffern ein Dorn im Auge war.

Superfinal als Ziel

Den 31-jährigen Bündner, der in den letzten zweieinhalb Jahren Piranha Chur zu zwei Meister­titeln geführt und sich dort im Frühjahr mit dem Double verabschiedet hat, zog es aus beruflichen Gründen in die Heimat seiner Frau zurück. Bei Bern Burgdorf will er den Beweis erbringen, dass er auch mit einem anderen Club Erfolg haben kann. «Nach zweimaligem Scheitern in den Halbfinals gegen die beiden Grossen kann unser Ziel ja nur der erstmalige Vorstoss in den Superfinal sein», setzt Torri hohe Ziele.

Auch vom doppelten Derbyrückschlag lasse man sich nicht von diesem Weg abbringen. «Vielleicht reicht es diese Saison noch nicht», nimmt er seinem Team etwas Druck weg, legt aber schmunzelnd nach, dass man sich zur Not «auch mit dem Cupsieg begnügen würde».

Für die beiden Derbygewinner dagegen sind die Siege gegen die Wizards mehr als nur Prestigeerfolge. «Super, wir haben uns ausgezeichnet geschlagen und verdient gewonnen» sagte Captain Vera Meer von Unihockey Berner Oberland nach dem unerwarteten Coup. Trotz der knappen 6:7-Niederlage tags darauf gegen Leader Piranha ist Meer mit dem Saisonverlauf zufrieden, «zumal es bei uns trotz der vielen Mutationen besser läuft als erwartet». Jedenfalls habe ihr Team auch in den verlorenen Partien bewiesen, dass man mittlerweile selbst mit den Spitzenteams mithalten könne.

«Nach dem sofortigen Wiederaufstieg konnten wir uns letzte Saison in der höchsten Spielklasse etablieren, und nun sind wir bereit zum nächsten Schritt, der uns in die Playoff-Halbfinals führen soll», sagt die erst 23-jährige Verteidigerin. Viel verspricht sie sich nicht zuletzt auch von ihren vier neuen finnischen Teamkolleginnen, die sich bereits überraschend gut integriert hätten und die in den beiden Wochenendspielen an zehn der elf BEO-Treffer massgeblich beteiligt waren.

Zollbrücks Ziele

Aktuell die Berner Nummer 1 ist aber das am Wochenende auf Rang 3 vorgerückte Emmental Zollbrück. Auch im Emmental hat man höhere Ziele ins Visier genommen. «Nach dem zweimaligen Scheitern gegen die Red Ants Winterthur kann unser Ziel gar nicht anders als erstmaliger Vorstoss in die Playoff-Halbfinals lauten», erklärt der als Präsident und Sportchef fungierende Bruno Kohler.

«Da die Zürcherinnen offensichtlich vor einer schwierigen Saison stehen, sieht es derzeit so aus, dass nebst den Wizards wohl nur Berner Oberland und wir in der Lage sein dürften, einigermassen mit den beiden unangefochtenen Spitzenteams mitzuhalten», urteilt der langjährige Szenekenner. Das Ziel müsse ja stets lauten, sich zu verbessern – zum Beispiel auch im Cup, wo die Skorpions letzte Saison im Halbfinal erst im Penaltyschiessen gegen die Red Ants gescheitert sind.

Berner Zeitung

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