BSV scheitert an viel Qualität

Der BSV Bern ist in der Halbfinalserie gegen Kadetten Schaffhausen mit 0:3 Siegen unterlegen. Auch im dritten Spiel gelang der nötige Exploit nicht.

Der Berner Thomas Heer (links) versucht, den Schaffhauser Jonas Schelker zu stoppen.

Der Berner Thomas Heer (links) versucht, den Schaffhauser Jonas Schelker zu stoppen.

(Bild: Freshfocus)

Reto Pfister

Die Spieler des BSV Bern waren am Sonntag bemüht, das vorzeitige Halbfinalaus zu verhindern. Die Einstellung stimmte, die Leistung war über weite Strecken passabel. Torhüter Edin Tatar überzeugte, genauso Simon Getzmann als sicherer Siebenmeterschütze. Nur reichte dies nicht, der Rückraum beispielsweise entwickelte deutlich zu wenig Torgefahr. Am Ende stand ein deutliches Ergebnis von 32:22 zugunsten der Gastgeber auf der Anzeigetafel, für die Berner ging die Saison zu Ende.

Sie mussten erkennen, dass gegen diesen Kontrahenten, in dieser Form der Topfavorit auf den Titelgewinn, ein Erfolg nur möglich gewesen wäre, wenn alle über sich hinausgewachsen wären. Zu gross waren die Unterschiede bei der Qualität und der Breite des Kaders. Der BSV verfügt mit Tatar über einen guten ausländischen Torhüter, die Kadetten mit Ivan Stevanovic und Kristian Pilipovic über deren zwei. Die Nordostschweizer konnten es sich auch leisten, ihren Spielmacher Gabor Csaszar nur zeitweise einzusetzen. Auch ohne den Ungarn lagen die Kadetten in der ersten Halbzeit ständig in Führung.

«Es ist schade, konnten wir sie nicht stärker in Bedrängnis bringen», sagte Jakub Szymanski, der wie Thomas Heer und Valentin Striffeler sein letztes Spiel für die Berner bestritt. Die Saison sei trotzdem eine gute gewesen. «Verliert Wacker seine Serie gegen Pfadi, sind wir Dritter, was der BSV schon lange nicht mehr erreicht hat», sagte der Tscheche. Die Thuner liegen in ihrer Halbfinalserie 1:2 zurück.

Szymanski äusserte anschliessend aber auch noch einen grundsätzlichen Gedanken, Bezug auf die beiden deutlichen Halbfinalniederlagen 2018 (0:3 gegen Wacker) und 2019 nehmend. «Wir sind jetzt zweimal in Folge deutlich gescheitert, vielleicht ist es ganz gut, kommen nun andere Leute ins Team», meinte der Tscheche. Der 36-Jährige wird durch den zehn Jahre jüngeren Kroaten Ante Kaleb ersetzt.

«Schwierige Saison»

Trainer Aleksandar Stevic zeigte sich ebenfalls mit dem Verlauf des Handballjahres zufrieden. «Es war eine schwierige Saison, trotzdem sind wir unter die ersten vier vorgestossen», sagte er. «Wir haben zwei neue Torhüter und einige Junge ins Team integriert, dazu die halbe Spielzeit ohne Pedro Spinola im Rückraum gespielt.» Als Höhepunkt bezeichnete der 37-Jährige die Europacupspiele im Herbst, als die Berner im EHF-Cup bis in die 3. Runde vorstiessen. Um die Distanz zu den Kadetten zu verkürzen, brauche es viel Arbeit auf zwei Ebenen, auf dem Platz und bei der Mittelbeschaffung. Um die Mannschaft weiter gezielt verstärken zu können.

Berner Zeitung

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