Das Glück hat Schönbühl verlassen

Der FC Schönbühl steht vor dem Abstieg in die 3. Liga.

Auch mit vereinten Kräften konnten die Schönbühler (in Weiss) den Tabellenleader aus Kirchberg nicht stoppen.

Auch mit vereinten Kräften konnten die Schönbühler (in Weiss) den Tabellenleader aus Kirchberg nicht stoppen.

(Bild: Marcel Bieri)

Die Situation beim FC Schönbühl verschlimmert sich, der Ligaerhalt in der 2. Liga regio scheint nach der 0:2-Niederlage gegen den FC Kirchberg fast nicht mehr möglich. Fünf Runden vor Schluss liegt der FCS auf dem zweitletzten Rang – neun Punkte fehlen für einen Platz über dem Strich. Rein rechnerisch wäre eine Rettung also noch umsetzbar, aber in der aktuellen Verfassung scheint diese unrealistisch. Seit fünf Spielen sind die Schönbühler sieglos. «Für den Ligaerhalt müsste etwas Glück im Spiel sein», meint Präsident Richard Holzäpfel. Und Glück, das hatte der FC Schönbühl in letzter Zeit definitiv nicht.

Der Trainer wird bleiben

Rückblick ins Jahr 2017: Der FC Schönbühl beendete die Saison in der 2. Liga regio, Gruppe 1, auf dem dritten Platz. Dann kam der Wechsel von der Gruppe 1 in die Gruppe 2. Das war nicht weiter schlimm, wäre es nur der einzige Wechsel für das Team des FC Schönbühl gewesen. Der Trainer ging, und mit ihm auch wichtige Stammkräfte. «Der Aderlass war einfach zu gross», sagt Holzäpfel. Ersetzt konnten die Routiniers damals nicht werden. «Und genau diese Erfahrung fehlt uns heute.» Vergangene Saison konnte der FCS den Ligaerhalt knapp sicherstellen.

Doch jetzt droht der Abstieg, mit einem jungen Team, das eigentlich das Potenzial hätte, um in der 2. Liga zu bestehen. Aber die Konstanz lässt zu wünschen übrig, nicht zuletzt wegen der mangelnden Routine im Team. «Die Leistungsschwankungen sind schlicht zu gross», konstatiert Holzäpfel. Darüber hinaus sind mit Florian Ritler und Michael Schwab zwei ebendieser Führungsspieler schon seit geraumer Zeit verletzt. «Das Pech klebt uns an den Fersen», sagt der Präsident.

Logischerweise hat sich die Clubführung bereits mit dem Thema Abstieg auseinandergesetzt. «Wenn wir absteigen, können wir wenigstens sagen, dass wir alle Optionen ausgeschöpft haben, die dem FCS zur Verfügung standen.» Der Abstieg wäre aus sportlicher Sicht schlimm, aber Holzäpfel würde auch dann positiv in die Zukunft blicken. «Wir leben von unserem eigenen Nachwuchs. Und da kann ich stolz sagen, dass wir eine sehr gute Juniorenbewegung haben.»

Genau diese Junioren müssten bei einem allfälligen Abstieg gehalten werden. «Sie sollen sich beim FC Schönbühl daheim fühlen», sagt Holzäpfel. «Unsere Zukunft hängt davon ab, wie wir das Potenzial aus den Junioren schöpfen können.» Dabei wird Trainer Ahmet Erasoglu eine wichtige Rolle spielen. Er wird dem Team – egal, ob Ligaerhalt oder Abstieg – treu bleiben. «Genau ihn brauchen wir. Er ist der richtige Trainer für die Entwicklung unserer Mannschaft.» Und mit ihm an der Seitenlinie soll beim allfälligen Abstieg so schnell wie möglich der Wiederaufstieg angestrebt werden.

Kirchberg nahe am Aufstieg

Nicht mit dem Abstieg, sondern mit dem Aufstieg befasst sich momentan das Team vom FC Kirchberg. Und langsam, aber sicher dürfte es konkreter werden. Der Wintermeister führt dank dem Derbysieg gegen Schönbühl auch fünf Runden vor Schluss die Tabelle der «Jura-Gruppe» an. An der Spitze ist die Ausgangslage allerdings etwas offener als im Tabellenkeller. Der FC Courgenay hat nur einen Punkt Rückstand auf Kirchberg. Jeder Punktverlust könnte nun also entscheidend sein.

Berner Zeitung

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