Das Titelrennen

Muri-Gümligen und der FC Spiez liefern sich in der 2. Liga regional ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Italiana könnte das Aufstiegsgerangel nun sogar zu einem Dreikampf ausweiten.

Die Qualität im Kader spricht für Muri-Gümligen 

Gümligens Nils Müller überläuft Bosporus-Verteidiger Murat Tiryaki.
(Bild: Andreas Blatter)

0:4 verlor der FC Muri-Gümligen in der 2. Liga regional zum Auftakt der Rückrunde gegen den FC Bern. «Das war unser schlechtestes Spiel der ganzen Saison», erklärt Trainer Riccardo Pileggi. Auch die zweite Begegnung nach der Winterpause hätte idealer verlaufen können, denn beim 1:1-Unentschieden gegen den FC Rothorn verschoss Muri-Gümligen gleich zwei Elfmeter. Doch die Akteure des FCMG liessen sich ob dieses durchzogenen Starts nicht ins Bockshorn jagen, holten aus den letzten drei Spielen das Maximum von neun Punkten und übernahmen sogar die Tabellenführung vom FC Spiez. Am letzten Spieltag, beim 6:0-Kantersieg gegen Bosporus, untermauerte Muri-Gümligen seine Ambitionen auf den Aufstieg mit Champagnerfussball. «Das Team liess sich trotz des unglücklichen Starts nie aus der Ruhe bringen und hat zuletzt einen tollen Charakter gezeigt», erzählt Pileggi.

Der ehemalige YB-Spieler ist begeistert von den Trainingsleistungen seiner Akteure: «Alle ziehen voll mit und halten die Spannung hoch.» Auch punkto Kader kann Pileggi aus dem Vollen schöpfen, was ihn aber nicht daran hindert, auch Junioren im Team zu integrieren. «Immer montags trainieren A-Junioren mit. Gegen Bosporus spielte mit Sakho Madani sogar ein eigener Junior von Anfang an», sagt Pileggi. Die Jungen veredeln das schon gut besetzte Kader und sorgen für eine gute Breite. «Die meisten Spieler haben Erfahrungen in höheren Ligen oder im Nachwuchsbereich eines Profivereins gesammelt. Wir sind gut aufgestellt.»

Und deshalb bleibt der Aufstieg das Ziel. Gut möglich, dass die Entscheidung über die Promotion aber erst in den letzten zwei Spielen fallen wird. Am 2. Juni wird Muri-Gümligen auswärts bei Italiana antreten. Die Italo-Berner haben dank starken Leistungen in der Rückrunde aus dem Zweikampf an der Spitze mit Spiez einen Dreikampf gemacht. Am 7. Juni folgt dann der finale Showdown gegen Spiez. Ob Aufstieg oder nicht: Pileggi wird auf jeden Fall Coach beim FCMG bleiben. Er verlängerte seinen Vertrag. Als Assistent wird ihm 2019/2020 mit Diango Malacarne übrigens ein alter Bekannter aus YB-Zeiten zur Seite stehen. (Adrian Lüpold)


Die offensive Stärke spricht für Spiez 

Der Spiezer Adrian Stucki (l.) enteilt Ostermundigens Reto Heuscher.
(Bild: Walter Dietrich)

Zwei Niederlagen in fünf Partien. Der FC Spiez ist nach der Winterpause verhalten gestartet und musste Muri-Gümligen aufschliessen lassen. «Die Vorrunde war in den vergangenen Jahren für uns immer einfacher als die Rückrunde», erklärt Peter Kobel. Der Trainer verweist auf die Tabellensituation. Bei vielen Teams steht gegen Ende der Saison immer mehr auf dem Spiel. «Entsprechend kampfbetonter werden die Partien.»

Aber noch halten die Spiezer mit. Am Samstag lagen sie nach einer halben Stunde gegen Ostermundigen bereits 0:3 in Rückstand. Noch vor der Pause hatten die Favoriten indes ausgeglichen und letztlich einen 5:3-Erfolg bejubelt. «Dieser Sieg gibt uns viel Moral. Zwar war es ein Spiel mit Tiefs und Hochs, aber am Ende bleibt die Aufwärtstendenz.» Diese müssen die Spiezer beibehalten, wollen sie weiter um den Aufstieg mitreden, denn dem Topduo sitzt Italiana im Nacken. «Ich gehe davon aus, dass es zu einem Dreikampf kommt», sagt Kobel. Den früheren NLA-Goalie beunruhigt das jedoch keineswegs. Er ist von seinem Team überzeugt. Tatsächlich haben die Oberländer ein paar Trümpfe. Anders als Muri-Gümligen, das den sofortigen Wiederaufstieg anpeilt, haben die Spiezer nie die Promotion als Ziel deklariert. «Der Druck liegt bei den anderen. Natürlich wollen wir vorn bleiben, aber wir können unbeschwert auftreten.» Der vielleicht grösste Vorteil ist die Breite im Kader. Mit Stefan Bühler (10), Oliver Wymann (9), Cyrill Baumann (8) und Andreas Buri (7) hat ein Quartett zusammen 34 der insgesamt 53 Tore erzielt. «Viele Teams sind auf einen Topstürmer angewiesen. Wir haben bewusst darauf geachtet, dass wir mehrere Goalgetter haben. Das zahlt sich aus», erzählt Kobel.

Da sowohl gegen Italiana wie in der letzten Runde gegen Muri-Gümligen noch Direktduelle anstehen, geht der Coach nicht davon aus, dass am Ende die Teams punktgleich sein werden. Bei einem Aufstieg in die 2. Liga interregional gingen den Spiezern zwar Derbys verloren. «Dafür wäre die Liga sportlich reizvoll», sagt Kobel. Der B-Diplom-Inhaber wird das Team unabhängig der Klassenzugehörigkeit auch nächste Saison trainieren. (Peter Berger)

Berner Zeitung

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