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Der Vollgas-Handballer

Rückkehrer Damien Guignet bereichert durch seinen unkonventionellen Stil Martin Rubins Team.

Damien Guignets Comeback ist eine geglückte Sache.
Damien Guignets Comeback ist eine geglückte Sache.
Christian Pfander

Zunächst mal schauen, wie sich das so anfühlt. Sich erst wieder zurechtfinden. Mit ein, zwei simplen Aktionen das Vertrauen gewinnen.

So verhält sich gewöhnlich, wer vier Monate lang aussetzen musste und nun auf das Feld zurückkehrt.

Damien Guignet ist ein atypischer Handballer. Und so fällt auch sein Comeback aus – so gar nicht konventionell. Wackers Linksaufbauer aus der Westschweiz kennt selbst unter derlei Umständen nur eine Richtung: nach vorne, schnurstracks. Als er am Sonntag in Aarau erstmals den Ball kriegt, sprintet er aufs Tor zu, wie er dies eben tut: dynamisch, kompromisslos, nicht sonderlich elegant, aber wirkungsvoll. Und trifft gleich. Den darauffolgenden Suhrer Angriff unterbindet er gekonnt.

Lediglich 20 Tore kassiert

Den sehr hohen Level vermag der 22-Jährige nicht ganz zu halten. Eine geglückte Sache ist sein Comeback dennoch. Dass die Thuner lediglich 20 Tore kassieren an jenem Tag, ist mit sein Verdienst. Er geht auch in der Defensive hin, wos wehtut. Gegen ihn spielen: Nein, das steht eher nicht auf der Wunschliste.

Der Student ist wegen seiner vergleichsweise geringen Körpergrösse – er misst bloss 1,78 Meter – ganz bestimmt kein klassischer Shooter. Eigenschaften eines Regisseurs vereint er kaum. Er pflegt vielmehr seinen ganz eigenen Stil, ist so was wie ein Vollgashandballer.

Wie er die Sportart interpretiert, das hat auch mit seinen Voraussetzungen zu tun. Die meisten Aufbauer überragen ihn um einen Kopf. Und technisch sind andere besser. Handball ist für ihn nicht zuletzt: kämpfen, rennen. Die dynamische Spielweise, gepaart mit einem überdurchschnittlich guten Wurf: Das macht ihn zu einem für die Berner Oberländer zunehmend wertvollen Akteur.

Sein ganz persönliches Heimspiel

Eine Entzündung der Achillessehne hinderte Guignet vor der Begegnung mit den Aargauern an Einsätzen. Heute (19.30 Uhr, versus St. Gallen) bestreitet er sein ganz persönliches erstes Heimspiel der Saison. Wahrnehmbar war er in der Lachenhalle auch in den vergangenen Monaten. Immer wieder tat er sich als Antreiber hervor, schrie «Allez!» aufs Feld und schärfte damit sein Profil als einer der emotionalen Leader.

Auch in dieser Beziehung ist seine Entwicklung beim zweimaligen Meister sehr bemerkenswert. In der Premierensaison war der Westschweizer ein schüchterner, super-höflicher Junge. Super-höflich ist er geblieben. Inzwischen aber ist er auch abseits des Platzes nicht mehr passiv. Die Teamkollegen reisst er in perfektem Schweizerdeutsch mit. Und geprägt ist seine Sprache nicht länger vom Zürcher – er wechselte von Stäfa nach Thun –, sondern nun vom Berner Dialekt. Für die Mitstreiter ist er jetzt konsequenterweise «dr Goschteli».

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