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Die Niete als Chance

Rothorn Brienz und Spiez erwarten in der 1. Cuprunde keine Volksfeste. Die Oberländer hoffen nun auf den Einzug in die Sechzehntelfinals.

Peter Berger
Rothorn (Ajjaoui El Mehdi) und Spiez (Stefan Bühler, r.) sind heute in unterschiedlichen Rollen im Schweizer Cup engagiert.
Rothorn (Ajjaoui El Mehdi) und Spiez (Stefan Bühler, r.) sind heute in unterschiedlichen Rollen im Schweizer Cup engagiert.
Walter Dietrich

Zweitligist Rothorn Brienz emp­fängt am Samstag um 17 Uhr auf dem Sportplatz Lamm in Schwanden den FC Sursee aus der 2. Liga interregional. Der FC Spiez (2. Liga interregional) muss derweil eine Stunde später im Wallis beim unterklassigen Saxon (2. Liga) antreten.

Als Niete wird ein Los ohne Gewinn bezeichnet. Ungefähr so dürfte die Auslosung zur ersten Hauptrunde des Schweizer Cups bei den Oberländer Clubs aufgenommen worden sein. Aussprechen tut das freilich niemand.

Immerhin bestätigen die beiden Präsidenten Andreas Nussbaum (Spiez) und Thomas Heiniger (Rothorn) unisono: «Im ersten Moment waren wir schon etwas enttäuscht.» Denn sowohl am Thuner- wie auch am Brienzersee hatte man auf das grosse Los und ein damit verbundenes Volksfest gehofft.

So wie 2010, als der FC Spiez vor 3600 Zuschauern YB empfangen durfte. Dass er dabei 0:7 unterging, tut der freudigen Erinnerung keinen Abbruch. «YB, Thun oder Basel wären auch unser Traumlos gewesen», gesteht Rothorns Heiniger.

10 Tickets abgesetzt

Stattdessen kommt nun Sursee mit dem ehemaligen Thun-Spieler Marco Mangold. Auch wenn Rothorn mit der erstma­ligen Qualifikation für den Schweizer Cup Clubgeschichte schreibt, wird das keinen Grossaufmarsch auslösen. Deshalb bleibt die Infrastruktur unverändert.

«Wir verzichten darauf, eine Tribüne aufzubauen. Das wäre unverhältnismässig. Für die älteren Zuschauer werden wir ein paar Bänkli aufstellen, natürlich mit unnummerierten Sitzplätzen», erzählt Heiniger lachend und ergänzt, dass über Ticketcorner gerade mal zehn Eintrittskarten abgesetzt worden sind.

Er rechnet mit rund 400 Zuschauern. Volksfeststimmung wird also auf der Lamm nicht herrschen. «Ich hoffe dennoch auf ein spannendes Spiel mit Emotionen, einen richtigen Cup-Fight», sagt der Clubboss. Und vor allem möchte er eine Überraschung.

«Wir sind der Aussenseiter, aber das Los hätte uns mit einem unattraktiven Erstligisten, bei dem wir chancenlos wären, schlechter treffen können. Mit nur einer Liga Unterschied rechne ich mir 20 bis 30 Prozent Chancen aus. Gelingt uns der Exploit, könnte das Traumlos in der nächsten Runde doch noch Wirklichkeit werden.»

Gleich tönt es aus Spiez. «Nach der ersten Enttäuschung haben wir uns gesagt, dass das Los auch eine Chance ist», sagt Andreas Nussbaum. Der FCS-Präsident hofft ebenfalls auf den erstmaligen Einzug in die Sechzehntelfinals. «Dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir zu Hause gegen einen Club aus der Super League antreten können.» Obwohl die Oberländer gegen Saxon zu favorisieren sind, hat sich der IT-Fachmann allerdings noch nicht mit der Austragung der 2. Runde Mitte September befasst.

Denn wie die Spiezer auf YB oder Thun hoffen, möchte auch Saxon nichts lieber als in der nächsten Runde ein Duell gegen Sion. Die Unterwalliser haben in der vergangenen Meisterschaft den zweiten Platz belegt und den Aufstieg in die 2. Liga interregional nur wegen des überlegenen Konkurrenten Saint-Maurice verpasst. Trainer Peter Kobel hebt jedenfalls den Mahnfinger, betont aber auch, dass ein Sieg realistisch sei.

Verstärkung geholt

Neu können die Spiezer auf Ivan Markovic zählen. Der 22-jährige Stürmer hatte einst für den FC Thun vier Einsätze in der Super League bestritten und konnte nun kurzfristig von Naters verpflichtet werden. Während so das Team auf dem Feld Unterstützung bekommt, wird diese von den Rängen eher bescheiden sein.

«Wir haben einen Car mit 50 Plätzen gemietet», sagt Nussbaum. 30 Supporter können so für 20 Franken direkt mit der Mannschaft mitfahren. Der Präsident erwartet insgesamt bloss 50 Fans im Wallis.

«Viele Trainer, Spieler und Junioren können nicht kommen, weil sie mit ihren Teams selber im Einsatz stehen.» Aber auch diese Vereinsmitglieder werden mitfiebern, dass das Fanionteam weiterkommt und dann in der 2. Runde das grosse Los zieht.

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