Die Teams sind näher zusammengerückt

Heute trifft der BSV Bern auf die Kadetten Schaffhausen. Und einen Favoriten gibt es auch in diesem Spiel nicht.

Simon Getzmann ist bis jetzt der erfolgreichste Berner Torschütze.

Simon Getzmann ist bis jetzt der erfolgreichste Berner Torschütze.

(Bild: Andreas Blatter)

Reto Pfister

Zwei von zehn Runden haben die Teams in der NLA-Finalrunde absolviert, und es hat bereits einige überraschende Ergebnisse gegeben. Mit Suhr Aarau hat nur ein vermeintlicher Aussenseiter zwei Siege gefeiert. Es ist kaum vorherzusagen, wer am Ende triumphieren wird. Vor dem heutigen Spiel zwischen dem BSV Bern und den Kadetten Schaffhausen (19.45 Uhr) beleuchten wir die Ausgangslage für jeden der sechs Vereine, die bereits für die Playoff-Viertelfinals qualifiziert sind.

1. Kadetten Schaffhausen (24 Punkte).
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Die Kadetten sind immer noch in der Lage, internationale Klassespieler wie den Ungarn Gabor Csazsar oder den Serben Zarko Sesum zu verpflichten. Von den Namen her ist der reichste Schweizer Club am stärksten besetzt.
Sie setzen in der zweiten Reihe vermehrt auf Nachwuchsspieler, was löblich ist, sind jedoch dadurch angreifbar geworden und strahlen nicht mehr die Dominanz früherer Jahre aus.

2. Pfadi Winterthur (23 Punkte).
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Pfadi verfügt über eine eingespielte Stammequipe. Die angespannte Finanzsituation könnte beim Team zudem einen «Jetzt-erst-recht-Effekt» auslösen, weil nicht garantiert ist, dass Pfadi in Zukunft weiter um Titel spielen kann.
Die Finanzlage ist dermassen angespannt, dass ohne erfolgreiche Rettungsaktion der Spielbetrieb noch in der laufenden Saison eingestellt werden muss. Zudem sind einige Leistungsträger derzeit verletzt.

3. Suhr Aarau (20 Punkte).
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Die Aargauer surfen derzeit auf einer Erfolgswelle. Sie können ohne Druck agieren, niemand erwartet, dass Suhr Aarau um den Titel mitspielt.
Das Team agiert derzeit nahe am Optimum, kann vielleicht dieses Niveau nicht halten.

4. Wacker Thun (20 Punkte).
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Bei den Thunern ist der Teamgeist ausgezeichnet, geht es in entscheidende Spiele, vermag sich die Mannschaft zu steigern. Das Team ist breit besetzt und vermag verletzungsbedingte Ausfälle zu kompensieren.
Mit den in die Bundesliga abgewanderten Lenny Rubin und Lukas von Deschwanden stehen zwei Spieler nicht mehr zur Verfügung, die in wichtigen Spielen entscheidende Akzente gesetzt haben.

5. BSV Bern (20 Punkte).
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Die Berner haben gezeigt, dass sie jedes Team bezwingen können. Nur gegen den Kantonsrivalen Wacker Thun haben sie in dieser Saison noch nicht gewonnen. Die Kadetten haben sie zu Hause in der zweiten Halbzeit klar dominiert, auswärts bei Pfadi gewonnen.
Der BSV ist noch zu wenig konstant, hat auch schon unerklärlich schwache Leistungen abgeliefert, so etwa vor Weihnachten in Thun.

6. St. Otmar St. Gallen (17 Punkte).
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Der dänische Weltklassemann Bo Spellerberg hat das Team zurück in die erweiterte Spitze geführt, die Mitspieler besser gemacht.
St. Otmar ist von Spellerberg abhängig. Zudem zeigt die Leistungskurve der Ostschweizer leicht abwärts.

Auch Kriens-Luzern, das in der Abstiegsrunde als Siebter das Playoff erreichen dürfte, ist leistungsmässig nicht weit von den Finalrundenteilnehmern entfernt. Nur der Erste dürfte es im Viertelfinal gegen den RTV Basel, GC Amicitia oder Gossau einfacher haben. Für Spannung ist gesorgt. Das hat jedoch auch einen weniger erfreulichen Hintergrund. In der Schweiz gibt es derzeit viele gute Mannschaften. Jedoch keine, die international für Furore sorgt. Ende November waren alle Teams aus dem Europacup ausgeschieden.

Berner Zeitung

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