Ein Duo im Prüfungsstress

Ruben Eggenberg und Simon Imboden vom RSC Aaretal Münsingen bestritten das Zeitfahren in Thun. Das Duo gehört zum U-23-Nationalteam.

Simon Imboden unterwegs in Thun.

Simon Imboden unterwegs in Thun.

(Bild: Manuel Zingg)

Peter Berger@PeterBerger67

Der Sieg bei den Amateuren kam etwas überraschend. Ruben Eggenberg absolvierte die 18,6 km auf der neuen Strecke in Thun in 24:35 Minuten und war damit 10 Sekunden schneller als der zweitplatzierte Aargauer Robin Ender (Hausen). Clubkollege Micah Gross (Steffisburg) vom RSC Aaretal Münsingen lag 25 Sekunden zurück.

«Ich stecke mitten in den internen praktischen Prüfungen, hatte dadurch nicht so viel Zeit zum Trainieren. Aber für ein Zeitfahren muss das nicht unbedingt ein Nachteil sein», meinte der Polymechaniker, der im Sommer die Lehre abschliessen wird.

Der 19-jährige Münsinger gehört neu zum U-23-Nationalkader von Swiss Cycling, genau wie Marc Hirschi oder Gino Mäder. Vom Profistatus ist Eggenberg indes noch weit entfernt. «Ich muss noch etwas zu Geld kommen», meint er lachend. Ab Sommer möchte er von Mittwoch bis Freitag halbtags arbeiten.

«Während zweier Jahre werde ich jeweils am Montag und Dienstag noch zur Schule gehen und die BMS absolvieren. Dann hätte ich etwas mehr Zeit zum Trainieren als jetzt. Und im Moment habe ich noch an jeder Stunde Freude, die ich zusätzlich auf dem Rad verbringen kann.»

Eggenberg fährt für die Swiss Racing Academy, ein Continental-Team der dritthöchsten Stufe. Einmal pro Woche absolviert er eine Einheit mit seinem Trainer Marcel Wyss, dem ehemaligen Profi. Ansonsten trainiert er vorwiegend allein.

«Mein Ziel ist schon, einmal Profi zu werden, die Spitze ist indes schmal. Ich gehe es langsam an, nehme Schritt für Schritt.» Mit jedem Sieg kommt der Nachwuchsfahrer dabei seinem Ziel näher.

Tipps vom Vater

Ebenfalls einen bekannten Mentor hat Simon Imboden. Vater Heinz Imboden war früher wie Wyss Profi. «Er setzt mich aber nicht unter Druck, sondern unterstützt mich und gibt mir Tipps», erklärt der Sprössling. Simon Imboden gehört wie Eggenberg zum U-23-Nationalkader. Der 18-jährige Spiezer erreichte in Thun Rang 12.

«Seit Weihnachten bekunde ich Probleme mit der Patellasehne.» Die kühle Witterung kam ihm deshalb nicht entgegen. Zudem gilt Imboden vor allem als guter Bergfahrer. Rundfahrten behagen ihm mehr als Zeitfahren. Derzeit fährt er in keinem Team. «Ich will selber bestimmen, welche Rennen ich bestreite, um Punkte für die Elitequalifikation zu sammeln», begründet Imboden.

Wie Eggenberg steckt auch der Absolvent des Sport-Gymnasiums im Prüfungsstress. Auch Imbodens Ziel bleibt eine Profikarriere, «aber falls es nicht klappt, will ich abgesichert sein». Deshalb zieht der Oberländer ein Studium an der ETH in Betracht.

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