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Fall Pascal Rossel: Thuner mit Kompromiss unzufrieden

Der EHC Thun verzichtet im Fall Pascal Rossel auf Einblick in die Urteilsbegründung.

Das Verbandssportgericht hat die Strafe von Pascal Rossel auf sieben Spielsperren reduziert. Der EHC Thun ist mit dem Kompromiss zwar unzufrieden, akzeptiert das Urteil aber.
Das Verbandssportgericht hat die Strafe von Pascal Rossel auf sieben Spielsperren reduziert. Der EHC Thun ist mit dem Kompromiss zwar unzufrieden, akzeptiert das Urteil aber.
Christian Pfander

Pascal Rossel wird in dieser Saison voraussichtlich noch Eishockey spielen können. Im dritten Playoff-Viertelfinalspiel wäre der 24-jährige Stürmer des EHC Thun wieder spielberechtigt.

Für ein Gespräch zur Verfügung stand Rossel am Mittwoch nicht, er ist wohl wie der Verein nicht mit dem Urteil des Verbandssportgerichts (VSG) zufrieden. Obwohl dieses die drastische Sanktion, die der Westschweizer Einzelrichter Joel Vanvlaenderen verhängt hatte, erheblich gemildert hatte. Statt bis zum 1. Oktober wird Rossel nur für sieben Spiele gesperrt.

Dies, nachdem der Einzelrichter noch einen schweren Verstoss gegen die Sportlichkeit festgestellt hatte, weil der Thuner Angreifer nach dem Spiel in Sierre am 17. November einem 14-jährigen Walliser Nachwuchsspieler Faustschläge verpasst haben soll. Gemäss den Oberländern handelte es sich jedoch bloss um einen leichten Stoss. Der Verein und Rossel erhofften sich daher einen Freispruch.

Genug Geld gekostet

«Selbstverständlich sind wir erleichtert, dass die Strafe gemildert wurde», sagt Thuns Sportchef Alex Reymondin. «Sieben Spiele sind jedoch noch immer eine harte Strafe. Man muss schon extrem schwere Vergehen begangen haben, damit eine solche Sanktion ausgesprochen wird.»

Reymondin vermutet, dass das VSG-Urteil ein Kompromiss sei. Vieles deutet in der Tat darauf hin. Die drastische Sanktion der ersten Instanz wurde aufgehoben, der Einzelrichter aber nicht durch eine sehr milde Bestrafung desavouiert. Und die Anzahl der Spielsperren wurde genau so gewählt, dass Rossel in dieser Saison noch spielen kann.

Eine genaue Urteilsbegründung liegt wie üblich bei Verfahren des VSG noch nicht vor. Diese ist erst in zwei bis drei Tagen verfügbar und muss gegen eine Gebühr von 600 Franken kostenpflichtig angefordert werden. Der EHC Thun verzichtet darauf. «Das Verfahren hat schon genug Geld gekostet, wir haben das Urteil akzeptiert und wollen uns nun nicht weiter mit dem Fall beschäftigen», sagt Reymondin.

Beurteilung durch einen neutralen Juristen?

Kein Thema war es, auf die aufschiebende Wirkung im Rahmen des Berufungsverfahrens zu verzichten. Rossel sass bis jetzt nur eine Spielsperre ab, deren sechs muss er noch verbüssen, davon zwei in den Playoffs.

«Es kommt uns ungelegen, dass er jetzt fehlt, wo wir einige Verletzte und Spieler in der RS haben», sagt Reymondin dazu. «Aber umgekehrt konnte er in Partien mitwirken, wo wir froh waren, dass er da war.»

Im Zusammenhang mit dem Fall Rossel kam auch die Frage auf, ob die Verfahren auf Einzelrichter-Ebene durch einen neutralen Juristen beurteilt werden sollten, im Fall Rossel also durch den Vertreter der dritten Region, der Ostschweiz.

Dies ist aktuell nur für den Playoff-Final vorgesehen. Paolo Angeloni, der Direktor der Regio League, zeigt sich dem Anliegen gegenüber grundsätzlich offen, gibt aber zu bedenken, dass zusätzliche Übersetzungskosten anfallen könnten. Dies, wenn der Westschweizer Einzelrichter einen Fall aus der Deutschschweiz beurteilen müsste. Zudem habe sich das aktuell gültige Prozedere bewährt.

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