FC Dürrenast: Abstieg in die Versenkung

Der FC Dürrenast fällt erstmals seit 1981 in die 3. Liga.

Betretene Gesichter beim FC Dürrenast nach dem Abstieg in die 3. Liga. Foto: Patric Spahni

Betretene Gesichter beim FC Dürrenast nach dem Abstieg in die 3. Liga. Foto: Patric Spahni

Peter Berger@PeterBerger67

Nun hat es den FC Dürrenast erwischt. Der 1927 gegründete Traditionsclub steigt in die 3. Liga ab. Noch im Vorjahr konnte die Relegation als Drittletzter in extremis abgewendet werden, genauso 2016.

Aber nach der desaströsen Rückrunde mit neun Niederlagen, einem Remis und einem Sieg in elf Spielen – nachdem das Team von Trainer Matthias Meyer in der Vorrunde noch Rang 3 belegt hatte – gab es diesmal keine Rettung mehr. Nach den vergangenen Jahren ist der Fall in die Versenkung logisch, historisch betrachtet jedoch keineswegs.

«Der FC Dürrenast war zwischenzeitlich die Nummer 1 auf dem Platz Thun», erinnert sich Ernst Feller. Der frühere Präsident, der rund ein Vierteljahrhundert im Vorstand von Dürren­ast wirkte, denkt vor allem an die 70er-Jahre. 1973 hatte Dürrenast sogar an die Tür der NLB geklopft, scheiterte jedoch damals in den Aufstiegsspielen an Tössfeld.

Lerchenfeld war in diesem Jahr der Aufstieg von der 3. Liga in die 2. Liga gelungen. Danach stieg der FC Thun in ebendiese Liga ab. Zwischen 1974 und 1977 startete übrigens ein gewisser Hanspeter Latour seine Trainerkarriere beim FC Dürrenast.

Ruinöser Dreikampf

In der Folge lieferten sich die drei Clubs einen ruinösen Kampf um die Hierarchie auf dem Platz Thun. Bis es 1993 beinahe zum Super-GAU kam: Während Dürrenast und Lerchenfeld in die2. Liga abstiegen, konnte sich Thun nur hauchdünn in der1. Liga halten. «Dann begann es in den Köpfen der Verantwortlichen zu dämmern», erzählt Feller.

«Wir wussten: Wir mussten den FC Thun stark machen, der verfügte über den Namen und die Ausstrahlung im Oberland. Die Zusammenarbeit musste im Juniorenbereich beginnen.» Im Dezember 1995 wurde das regionale Nachwuchskonzept für die U-Mannschaften beim FC Thun dann lanciert.

Lange in der 2. Liga inter

Das Vorhaben gelang. Heute spielt der FC Thun in der Super League, trägt den Zusatz «Berner Oberland» in der Club­bezeichnung und ist das unumstrittene Aushängeschild der ­Region. Die Quartierclubs Dürrenast und Lerchenfeld kehrten indes nach 1993 nie mehr in die 1. Liga zurück. Zwischen 2000 und 2015 spielte «Dürre» immerhin noch in der 2. Liga interregional.

Die 15 Jahre de suite bedeuten noch heute Rekord in dieser Liga. Lerchenfeld spielt seit zehn Jahren in der fünfthöchsten Klasse, die es am Wochenende eine Runde vor Schluss knapp halten konnte.

Für Dürrenast ist die 2. Liga inter nach dem Abstieg derzeit weit weg. Der Club mit dem wohl schönstgelegenen Fussballplatz direkt am Thunersee wird nächste Saison in der Anonymität der 3. Liga spielen. Da war der Club 1981 für eine Saison schon einmal.

Fünf Jahre später tauchte der FCD bereits wieder in der 1. Liga auf. Eine solche rasche und steile Rückkehr ist derzeit nicht in Sicht. Aber wie sagt doch der 70-jährige Ernst Feller, der noch heute beim FC Dürrenast hilft und zugleich den Verein FC Thun präsidiert: «Wellenbewegungen gehören zum Fussball.» Der FC Dürrenast befindet sich derzeit ganz unten.

Berner Zeitung

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