Huttwil will nicht, die Walliser schon

Eishockey

Am Dienstag beginnen in der MSL die Playoff-Halbfinals. Die Ausgangslage ist für die vier Teilnehmer unterschiedlich, vor allem was das Thema Aufstieg in den Profibereich betrifft.

Jubeln die Huttwiler am Ende des Halbfinals, kann Valais Chablais nicht aufsteigen. Foto: Marcel Bieri

Jubeln die Huttwiler am Ende des Halbfinals, kann Valais Chablais nicht aufsteigen. Foto: Marcel Bieri

Reto Pfister

Huttwil gegen Valais Chablais, Sierre gegen Dübendorf: So lauten die Paarungen für die Playoff-Halbfinals in der MSL, die heute beginnen. Das Playoff hat aber nicht für alle die gleiche Bedeutung.

Für die einen geht es «nur» darum, Meister zu werden. Die anderen hingegen wollen in die Swiss League und damit in den Profibereich aufsteigen, dementsprechend hat das Abschneiden in der laufenden Saison grosse Auswirkungen auf die Zukunft.

Die Konstellation ist interessant: Jeweils ein Team, das die Promotion anstrebt (Valais Chablais, Sierre), trifft auf eines, das in der MSL verbleiben will.

Andere Ausgangslage

In Huttwil dachte man schon einmal anders. 2011 wollten Markus Bösiger, der Besitzer des Nationalen Sportzentrums, und Heinz Krähenbühl, der Präsident des Vereins, die Huttwil Falcons in die damalige NLB hieven.

Das Team erfüllte als 1.-Liga-Meister die sportlichen Kriterien für eine Promotion, wurde aber wegen formeller Fehler bei der Einreichung des Aufstiegsgesuchs abgewiesen. Der Club wurde aufgelöst, Bösiger sorgte für einen Eklat und schloss die Eisbahn für mehrere Jahre.

Das heutige Hockey Huttwil hat mit den Falcons nichts zu tun, obwohl Heinz Krähenbühl erneut an der Spitze der Organisation steht. Das Team, zuvor die erste Mannschaft von Brandis, wurde erst im letzten Sommer nach Huttwil transferiert.

In puncto Finanzen steht der Verein innerhalb der MSL gut da, ohne einen zweiten Investor wie damals Bösiger wäre ein Aufstieg jedoch schwer realisierbar. Zudem muss das Interesse im Oberaargauer Städtchen nach sieben Saisons ohne Eishockey im Ort wieder wachsen.

Die zwei Viertelfinal-Heimspiele gegen Thun wurden nur von 336 und 435 Besuchern vor Ort verfolgt. «Weder vom Geld noch vom Zuschauerinteresse her wäre ein Aufstieg derzeit vertretbar», sagt Sportchef Christian Baumgartner. «In den nächsten Jahren ist dies kein Thema. Zudem gäbe es zu viele Clubs in den beiden obersten Ligen in der Region, wenn wir auch noch in der Swiss League mittun würden.»

Früher in der NLA

Bei Sierre und Valais Chablais handelt es sich um Teams aus Orten, wo früher Profieishockey gespielt wurde, ehe aus finanziellen Gründen der Rückzug in den Amateurbereich erfolgte.

Sierre startete 2013 nach einem Konkurs in der 3. Liga neu und will nun, unterstützt durch den NL-Club Servette, aufsteigen. Die Walliser stehen dabei unter einem gewissen Druck, möchten doch die Geldgeber aus Genf die Zeit in der MSL kurz halten.

Valais Chablais existiert erst seit 2018 als Zusammenschluss verschiedener Vereine im Unter- und Mittelwallis, unter anderem Martigny und Sion. Gespielt wird in Martigny, wo schon früher ein Team der zweithöchsten Spielklasse beheimatet war.

Will eines der Walliser Teams aufsteigen, muss es MSL-Meister werden. Die Zürcher haben als drittes Aktivteam im Verbund der ZSC Lions (nach dem Fanionteam und den GCK Lions) ihren festen Platz in der höchsten Amateurspielklasse; ein Aufstieg ist kein Thema. Der Titelverteidiger kann wie Huttwil ohne Druck aufspielen.

Berner Zeitung

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