«Ich bin bereit für diesen Schritt»

Jan Zaugg (21) von Floorball Köniz wagt den Sprung in die schwedische Topliga.

Jan Zaugg ist oft einen Schritt schneller als die Gegner.

Jan Zaugg ist oft einen Schritt schneller als die Gegner.

(Bild: Manuel Zingg)

Adrian Lüpold

Wenn Jan Zaugg mit dem Lochball an seiner Schaufel schnellen Schrittes und Haken schlagend durch die Halle flitzt, ist das für den Zuschauer eine Augenweide. Zaugg verfügt über grandiose technische Fähigkeiten, die ihn weltweit zu einem der begehrtesten Spieler machen.

Bei seinem Heimatclub Floorball Köniz verblüffte der Spielmacher während der letzten vier Saisons mit konstant starken Leistungen. In der letzten Spielzeit half das Ausnahmetalent mit, den Meisterpokal erstmals nach Köniz zu holen – in jener Saison wurde Zaugg auch als MVP (wertvollster Spieler) ausgezeichnet. 154 Skorerpunkte in 107 NLA-Spielen sprechen eine deutliche Sprache, zudem etablierte sich der 21-Jährige auch im Nationalteam (20 Länderspiele).

Kein Wunder, scharrten in letzter Zeit einige schwedische Clubs mit den Hufen, um das Toptalent in die beste Liga der Welt zu locken. Zaugg hat sich entschieden, den Sprung in den hohen Norden zu wagen, und wird in der nächsten Saison für den Spitzenverein Mullsjö AIS auflaufen. Er hat einen Einjahresvertrag mit Option für eine zweite Saison unterschrieben und wird nach seinem Auslandaufenthalt sicher wieder für Floorball Köniz spielen.

Jan Zaugg, Ihr Wechsel in die schwedische Topliga erscheint logisch. Was gab den Ausschlag für diesen Karriereschritt?
Jan Zaugg: Ich denke, dass ich mich in der Schweiz gut entwickeln konnte und bereit bin für diesen Schritt. Ich bin zwar erst 21-jährig, aber die Zeit fühlte sich reif an. Auch das Bauchgefühl half bei der Entscheidung.

Was wissen Sie über Ihren neuen Club Mullsjö?
Es ist ein ambitionierter Verein, der die Qualifikation in der letzten Saison hinter den zwei Topteams Storvreta und Falun auf Rang 3 abgeschlossen hat. Es war mir wichtig, zu einem Club mit hohen Ansprüchen zu wechseln. Ich spiele lieber bei einem Topclub eine etwas kleinere Rolle als in einem schwächeren Team in der ersten Linie. Nationaltrainer David Jansson (Schwede, die Red.) erzählte mir viel Positives über den Verein, der sehr gut geführt ist. Und auch Nationalmannschaftskollege Tim Braillard, der in Mullsjö spielt, berichtete viel Gutes. Das hat die Entscheidung erleichtert.

Werden Sie in Schweden als Profi leben oder arbeiten, oder studieren Sie noch nebenbei?
Es ist vorgesehen, dass ich ab Dezember einen Bürojob ausübe. Ich nehme mir deshalb auch vor, schnell Schwedisch zu lernen.

Was kann ein Topspieler wie Sie auf dem Spielfeld noch lernen?
Das Basislevel und die Intensität sind in Schweden höher als in der Schweiz. Das finde ich spannend. Ich denke, dass ich durch die vielen Trainings und Spiele auf Toplevel automatisch Fortschritte machen werde, auch im athletischen Bereich.

Wann beginnt das Abenteuer?
Das Sommertraining werde ich noch in der Schweiz bei Floorball Köniz absolvieren. Anfang August werde ich nach Schweden gehen. Die Saison beginnt dann Mitte September.

Berner Zeitung

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