«Jetzt geht es um die Wurst»

In der 2. Liga regio steht heute Samstag (16 Uhr) die Finalissima Muri-Gümligen gegen Spiez an. FCMG-Coach Riccardo Pileggi (39) und Spiez-Trainer Peter Kobel (50) blicken voraus.

Links: Muri-Gümligens Trainer Riccardo Pileggi: «Ich erwarte, dass wir das Spiel machen.» (Foto: Andreas Blatter). Rechts: Spiez-Trainer Peter Kobel: «Ich erwarte ein Spektakel.» (Foto: Walter Dietrich)

Links: Muri-Gümligens Trainer Riccardo Pileggi: «Ich erwarte, dass wir das Spiel machen.» (Foto: Andreas Blatter). Rechts: Spiez-Trainer Peter Kobel: «Ich erwarte ein Spektakel.» (Foto: Walter Dietrich)

Peter Berger@PeterBerger67
Adrian Lüpold

Im Hinspiel in Spiez dominierte Muri-Gümligen und gewann diskussionslos 2:0. Ist das noch in den Köpfen der Spieler?
Peter Kobel: Nein, wir sind uns bewusst, dass wir damals im letzten Spiel der Vorrunde einen schlechten Tag eingezogen haben. Warum das so passierte, weiss ich nicht. Vielleicht lag es auch daran, dass wir vier Punkte Vorsprung hatten.

Riccardo Pileggi: Die Spiezer hat die Niederlage in der Vorrunde gegen uns sicher geschmerzt. Sie wissen, dass wir spielerisch die beste Mannschaft der Liga sind, denn sie haben es schon an ihrem eigenen Leib erfahren. Deshalb glaube ich, dass wir mental im Vorteil sind.

Was spricht in der Finalissima für Ihr Team?
Kobel: Wir verfügen über ein breites, ausgeglichenes Kader, beklagen wenig Ausfälle. Das sind gute Voraussetzungen. Zudem liegt der Druck beim Gegner, der muss gewinnen, weil wir drei Punkte Vorsprung haben. Zudem haben wir den Aufstieg nie proklamiert. Mit der Qualifikation für die 1. Hauptrunde im Schweizer Cup haben wir unser grosses Ziel schon erreicht. Alles, was noch kommt, ist Zugabe. Was nicht heisst, dass wir nicht ehrgeizig sind. Wir wollen sowohl aufsteigen wie eine Woche später auch im Berner Cupfinal gegen Rothorn den Pokal gewinnen.

Pileggi: Ich erachte es aus mentaler Sicht als Vorteil, dass wir gewinnen müssen. Die Spiezer hingegen wissen, dass ihnen auch ein Unentschieden für den Aufstieg reicht. Aus meiner Erfahrung als Profi weiss ich, dass dies im Hinterkopf eine Rolle spielen kann. Dass wir die entscheidende Partie nach langen Sanierungsarbeiten wieder auf unserem Heimplatz Füllerich spielen dürfen, macht die Voraussetzungen noch besser, weil wir den grossen, breiten Platz mögen. Ich glaube zudem, dass wir die qualitativ bessere Equipe sind.

Angesichts der Stärke des Rivalen zählten in der spannenden Rückrunde meist nur Siege. Wie ist man mit diesem Druck umgegangen?
Kobel: Das hat uns nie belastet, weil wir eben auch nie den Aufstieg als Zielvorgabe ausgerufen haben. Klar schauten wir jeweils auf die Tabelle. Doch wir haben uns immer gesagt: Solange wir unsere Hausaufgaben erledigen, haben wir nichts zu befürchten.

Pileggi: Spiez hat uns mit den Siegen permanent unter Druck gesetzt, was nicht immer einfach war, weil wir so immer gezwungen waren, unsere Spiele auch zu gewinnen. Vor allem gegen Ende der Rückrunde ist der Druck für uns als Tabellenzweiten gestiegen. Wir wussten: Erlauben wir uns einen Ausrutscher, war es das. Das Team hat aber immer einen tollen Charakter gezeigt und dem Druck standgehalten.

Welche Art von Finalissima erwarten Sie? Ein Geplänkel oder doch eher ein Spektakel?
Kobel: Jetzt geht es um die Wurst. Ich erwarte ein Spektakel. Die Spieler und ich freuen uns riesig. Wir werden nicht taktieren, das taten wir bisher auch nicht. Im Vorfeld bereiten wir uns wie gewohnt vor. Da wir keinen Car haben, werden wir auch zu diesem Spiel individuell anreisen.

Pileggi: Weil Spiez das Spiel nicht gewinnen muss, werden sie nicht auf tutti gehen. Ich erwarte, dass wir das Spiel machen und Spiez versuchen wird, die Räume eng zu machen und uns mit Kontern zu ärgern.

Wie wichtig wäre der Aufstieg in die 2. Liga inter für den Club?
Kobel: Er wäre primär interessant für unsere jungen und hungrigen Spieler. Diese suchen den Erfolg und wollen den Schritt in eine höhere Liga machen und sich dort auch bestätigen. Finanziell wäre vielleicht ein Verbleib in der 2. Liga regional mit den vielen Derbys interessanter. Der sportliche Aufwand mit zwei obligatorischen und einem freiwilligen Training pro Woche würde unverändert bleiben.

Pileggi: Der FC Muri-Gümligen würde sehr gerne aufsteigen. Aber selbst wenn es nicht klappen würde, ist klar, dass wir auch in der nächsten Saison bei unserer Vorwärtsstrategie bleiben und erneut versuchen würden, den Aufstieg zu schaffen.

Sie haben beide eine Vergangenheit bei YB, wie ist Ihr Verhältnis?
Kobel: Wir sind uns auf höherem Niveau nie begegnet und kennen uns nur von den jetzigen Begegnungen in der Liga. Riccardo ist ein vernünftiger Typ.

Pileggi: Als ich mit 16 bei YB mittrainieren konnte und die ersten Kurzeinsätze hatte, stand Peter Kobel im Tor.

Berner Zeitung

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