Wacker findet zum Siegen zurück

Wacker Thun gewinnt in Endingen 29:25. Captain Jonas Dähler rehabilitiert sich nach zwei schwachen Auftritten.

Auf Rechtsflügel Jonas Dähler ist in Endingen wieder Verlass. (Archivbild)

Auf Rechtsflügel Jonas Dähler ist in Endingen wieder Verlass. (Archivbild)

(Bild: Patric Spahni)

Adrian Horn

Als die Partie am Mittwoch zu Ende ist, verhält sich Jonas Dähler so, wie er sich ansonsten nur dann verhält, wenn er auf dem Platz steht: impulsiv, mitunter aggressiv. Er, dieser gewöhnlich so angenehme, super-höfliche Mensch, tritt gegen einen Stuhl, und offensichtlich ist er sich gerade so gar nicht einig mit Staffmitglied Andreas Merz, seinem langjährigen Mitspieler.

Der Auftritt im Duell mit Bern missriet dem Rechtsflügel, und dies nicht bloss, weil er in der letzten Aktion nicht reüssierte und es da verpasste, Wacker im Derby einen Punkt zu sichern. Der Captain absolviert abermals eine gute Saison. Ganz so treffsicher, wie er es in seiner Blütezeit war, ist er gegenwärtig aber nicht.

Und als er am Mittwoch für kurze Zeit die Nerven verliert, blickt der 30-Jährige auf zwei schwache Darbietungen zurück. Viele Chancen liess er in der Begegnung mit dem Kantonsrivalen aus – wie eine Woche davor, als er im Cupviertelfinal gegen St. Gallen gleichfalls einen schlechten Tag erwischt hatte und zu selten erfolgreich gewesen war.

Dähler zeigt sich am Samstag in Endingen verbessert, in jeder Beziehung. Zumindest vorübergehend ist er jener hochgradig verlässliche Schütze, welcher er in den vorangegangenen Saisons war. 29:25 gewinnen die Thuner im Kanton Aargau, und sie tun dies auch wegen der sieben Tore ihres Captains.

Ein weiterer Matchwinner aufseiten der Berner Oberländer ist mit Flavio Wick ein anderer potenzieller Leistungsträger, welcher sein Potenzial zuletzt nicht abrief. 40 Prozent aller Würfe pariert der Torhüter, darunter drei Penaltys.

Der Start in die Partie – er misslang sowohl Dähler als auch Wick. Ersterer verwirft in seiner ersten Aktion, und der Keeper vermag einen Siebenmeter nicht abzuwehren, obwohl er am Ball dran war, diesen gefühlt bereits unter Kontrolle hatte. Überhaupt tut sich Martin Rubins Team zu Beginn schwer, es ist gegen den Aufsteiger nach rund 15 Minuten 4:6 im Hintertreffen.

Die Gäste steigern sich. Mit einer Zweitoreführung geht der Cupsieger in die Pause, und danach vergrössert er den Vorsprung sukzessive. Im Anschluss an zwei erfolgreiche Abschlüsse seines Captains liegt er 27:20 vorn und steht jetzt, zehn Minuten vor Schluss, als Sieger fest.

Der Erfolg in Endingen ist diesmal mehr als die Erfüllung einer Pflichtaufgabe. Er sorgt für ein bisschen Erleichterung in den Reihen eines Teams, das zuletzt gleich mehrere Rückschläge verkraften musste und wegen all der verletzungsbedingten Ausfälle dezimiert antritt.

Die Thuner gewinnen nach vier Pleiten wieder, Dähler und Wick melden sich zurück: Es sind die einzigen Neuigkeiten, welche die Partie hervorbringt. Die Kreisläufer agieren verunsichert, genauso wie teils die Linksaufbauer. Die Deckung funktioniert. Nicolas Suter geht voran, und Ivan Wyttenbach ist der sicherste Penaltyschütze im Lande.

Endingen - Wacker 25:29 (11:13)

Wacker: Wick/Klenja; Felder, Dähler (7), Suter (7), Lanz (4), Wyttenbach (6/5), Friedli, Lüthi (2), Simon Huwyler (1), Stefan Huwyler, Haas (1), Bouilloux (1).

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