Mit geringen Mitteln vorne mit dabei

Langenthals heutiger Gegner HC Thurgau hat den Anschluss an die Spitzengruppe geschafft.

Langenthals Abwehr wird von Thurgau unter Druck gesetzt.

Langenthals Abwehr wird von Thurgau unter Druck gesetzt.

(Bild: dat)

Der HC Thurgau überrascht. Nicht nur, dass die Ostschweizer mit kleinem Budget Jahr für Jahr Grossartiges leisten und in der Tabelle ständig nach oben klettern. Mit Blick auf die statistischen Werte könnte die Mannschaft von Stephan Mair eigentlich nicht so gut sein, wie es der aktuell fünfte Rang vermuten lässt.

Thurgau hat nämlich keinen Skorer in den Top 20, der SCL hingegen drei. Der HCT schiesst am drittwenigsten Tore, der SCL ranglistengerecht am sechst­meisten. Thurgau hat ausserdem ein durchschnittliches Powerplay und Boxplay (beides Rang 8), der SCL steht derweil auf Rang vier beziehungsweise sogar auf Rang drei.

Vorne dabei sind die Thurgauer einzig in defensiven Statistiken: Keiner kassiert so wenig Strafen wie die Ostschweizer (180 Minuten), nur Kloten (48) weniger Gegentore als Thurgau (58). Mit Nicola Aebischer und Janick Schwendener hat der HCT zwei Top-5-Torhüter in den eigenen Reihen, während Langenthal immerhin am siebtmeisten Strafminuten absitzt (273) und Philip Wüthrich «nur» auf Rang sechs steht.

Dafür haben die Oberaargauer aber nur 62 – und damit am drittwenigsten – Gegentore erhalten. Trotz mehrheitlich besseren statistischen Werten für den SCL steht Thurgau einen Rang besser da. Was aufzeigt, was die Ostschweizer aus ihren Möglichkeiten herausholen.

Im System stark

Es gibt aber auch andere Gründe, wieso der SC Langenthal sich heute in Weinfelden in Acht nehmen muss. Allein gefühlsmässig sind die Thurgauer für den SCL ein unliebsamer Gegner. Ausserdem gelangen ihnen zuletzt acht Heimsiege in Folge. «Sie arbeiten vor allem in der Mittelzone sehr gut», sagt Langenthals ­Stürmer Dario Kummer, es sei schwer, einen Weg an den Gegnern vorbei zu finden.

«Alle Spieler halten sich sehr strikt an das System – das macht sie stark.» Ein Mittel gebe es aber zweifellos, sagt Kummer: «Wir müssen versuchen, die Seiten oft zu wechseln. Das Spiel verlagern.» Sowieso stelle er sich aber auf ein schwieriges Spiel ein. Die erste Partie in der Güttingersreuti in dieser Saison verlor Langenthal 2:4.

Produktivste Linie

Dagegenhalten wird zweifellos die Linie um Kummer selbst. Zwar ist noch nicht sicher, ob Captain Stefan Tschannen nach seiner Fingerverletzung spielt. Gerade zuletzt war auf die Reihe, der auch Simon Sterchi angehört, meistens Verlass. «Es gefällt uns, gemeinsam zu spielen. Und meistens kommt es besser, wenn man weniger studiert», erklärt Kummer die derzeitige Stärke.

Bei ihm selbst würden sich zwar noch nicht wirklich viele Punkte einstellen, aktuell versuche er aber dem Team anders zu helfen. «Beispielsweise mit dem Blocken von Schüssen», sagt er. Kein Stürmer stoppt schliesslich mehr Schüsse als das SCL-Eigengewächs. «Die Tore fallen dann schon wieder», meint er ausserdem zuversichtlich, «weiterarbeiten», lautet hier die Devise.

Gleiches gilt auch für den SCL nach dem souverän herausgespielten Sieg in Winterthur. Einfacher wird es in Weinfelden heute Abend aber sicherlich nicht.

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