Mit Schenkel und Moral

Steffisburg ist ein Befreiungsschlag gelungen. Im Duell der Liganeulinge setzten sich die Oberländer im Abstiegskampf der 2. Liga regional bei Bosporus Bern mit 4:1 durch.

Einmal mehr kein Durchkommen: Reto Sempach beobachtet, wie Lukas Schenkel vor Bosporus-Angreifer Liridon Gashi befreit.

Einmal mehr kein Durchkommen: Reto Sempach beobachtet, wie Lukas Schenkel vor Bosporus-Angreifer Liridon Gashi befreit.

(Bild: Manuel Zingg)

Peter Berger@PeterBerger67

Eine Woche nach der 1:2-Niederlage gegen Bümpliz ist die Gemütslage bei den Steffisburgern eine andere. Bei widrigsten Verhältnissen mit Minustemperaturen und Schneefall wirft sich am Samstag Elio Mordasini freiwillig und jubelnd auf den nasskalten Kunstrasen auf der Berner Allmend. Der Joker hatte soeben uneigennützig für Silvan Wyss aufgelegt. Das 3:1 bedeutete die Entscheidung. Mit dem Sieg verdrängten die Steffisburger Bosporus auf den Abstiegsplatz.

«Wir haben Moral und mentale Stärke bewiesen», freute sich Lukas Schenkel. Gestählt aus fast 100 Partien in der Super League für Thun und St. Gallen, hielt der 35-Jährige im Kurzarmshirt die Abwehr zusammen. «Steffisburg ist mein Stammclub, und die Chance, zusammen mit meinem Bruder zu spielen, wollte ich mir nicht entgehen lassen», erklärt der Routinier, warum er noch in der 2. Liga spielt. Bruder Stefan Schenkel trägt beim FCS die Captainbinde und hütet das Tor.

Noch in der Vorrunde fehlte Lukas Schenkel merklich. Wegen Problemen der Achillessehne bestritt er bloss eine Partie. «Dann liess ich mir einen Weisheitszahn ziehen, und plötzlich waren die Schmerzen weg», staunt Schenkel. Nun will er mit dem Team im nächsten Abstiegsduell gegen Dürrenast nachlegen. «Denn anders als bei GC sind unsere Chancen auf den Ligaerhalt noch intakt», meint der Abwehrchef, der das nationale Geschehen immer noch interessiert verfolgt.

Trainer Roger Probst bezeichnet Schenkel als Glücksfall. «Er hilft uns enorm, macht jeden Mitspieler besser.» Der Coach schätzt die Situation zuversichtlich ein. «Wir wussten, dass es schwierig werden würde. Vor vier Jahren war diese Mannschaft noch in der 4. Liga. Natürlich wollen wir aber nach dem erstmaligen Aufstieg in die 2. Liga oben bleiben.»

Probst hat festgestellt, dass der Club in der Bevölkerung anders wahrgenommen wird. «Das Interesse an uns ist gestiegen. Ein Abstieg wäre zwar keine Katastrophe, aber doch ein Rückschlag.» Trotz zwischenzeitlich herben Schlappen wie dem 0:9 gegen Ostermundigen verweist der Trainer auf den intakten Teamgeist. «Die Moral ist top, der Zusammenhalt im Team stark. Das spricht im Abstiegskampf definitiv für uns.»

FCI im Elend, «Dürre» bangt

Wenig spricht dagegen für Interlaken. Der FCI ist abgeschlagen am Tabellenende und dürfte den Abstieg in den verbleibenden fünf Runden nicht mehr abwenden können. Auch Dürrenast befindet sich im Strudel, nachdem in der Rückrunde Punkte bisher ausgeblieben sind. Das Team von Matthias Meyer hat nach dem 1:2 gegen Leader Muri-Gümligen nur noch zwei Punkte Reserve auf das vorletzte Bosporus.

Berner Oberländer

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